Eugenides, Jeffrey

Die Selbstmord-Schwestern

Die Selbstmord-Schwestern
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • Erscheinungsdatum: 2004-03-19
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 256
  • ISBN: 3498016717
  • EAN: 9783498016715
  • Amazon.de Verkaufsrang: 160.101
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Beschreibung von buecher.de

Anfang der siebziger Jahre, in einer von Ulmen gesäumten Vorstadtstraße Nordamerikas, richten sich die Blicke einer Schar junger Männer auf ein Haus. Es ist das Haus der Familie Lisbon mit ihren fünf schönen Töchtern: der gescheiten Therese, der pingeligen Mary, der asketischen Bonnie, der scharfen Lux und der blassen, lammfrommen Cecilia. Als sich die jüngste von ihnen aus dem Fenster stürzt, im Sommer, der Zeit der Schlammfliegen, beginnt das 'Jahr der Selbstmorde', das die in Baumhäusern, auf Dächern und auf Kühlerhauben versammelten Beobachter für immer verändern wird.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Daniela N. fanden 20 von 21 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen VERSTÖREND UND GENIAL

Durch Zufall habe ich den Film "Virgin Suicides" gesehen. Dieser ließ mich verstört und nachdenklich vor dem Fernseher zurück.

Und als im Abspann das Buch erwähnt wurde machte ich mich sofort auf, mir dieses zu besorgen, da ich mir mehr Antworten erhoffte...Daraus wurde nichts. Das Buch verstört den Leser nämlich mindestens genauso:

Was geschah hinter den verschlossenen Türen und Fensterläden des Lisbon Hauses?

Was trieb sie letztendlich in den Tod und wie ist die Machtlosigkeit/Gleichgültigkeit der Eltern zu erklären?

Und immer mehr und mehr Fragen steigen aus den Abgründen dieses Buches hervor.Aber letztendlich geht es nur um fünf Mädchen, deren Faszination auch nach ihrem Tod, vor allem für die beobachtenden Jungen der Nachbarschaft, ungebrochen bleibt.Ich fand das Buch an keiner Stelle langatmig. Es hat eine sehr stimmige Erzählweise, welche den Leser tief in die Geschichte bringt, jedoch nie weit genug ins Lisbon Haus um mehr als nur ein hilfloser Beobachter zu sein.

Auch das "Ende", welches ja schon am Beginn preisgegeben wird, spornte mich nur noch mehr an, in diesem Buch dem Schicksal der Mädchen auf den Grund zu gehen und mit den Nachbarsjungen Stück für Stück die Vorkommnisse noch einmal zu durchleben."DIE LEERE EINES GESCHÖPFS, DAS EINE RASIERKLINGE AN SEIN HANDGELENK LEGTE UND SICH DIE ADERN ÖFFNETE,

DIE LEERE UND DIE INNERE STILLE, DAS KONNTEN WIR UNS NICHT VORSTELLEN."

(J.Eugenides - Die Selbstmord Schwestern)

Diese Rezension fanden 8 von 8 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Die Selbstmordschwestern...

Ich habe das Buch gelesen, und das Thema dreht sich ganz sicher nicht um ein Date mit fünf Jungs.

Das ganze Buch ist aus der Sicht der 5 Jungen geschrieben, die fasziniert von den fünf Lisbon-Schwestern sind, die so sehr unter ihrer tyrannischen Mutter leiden und sich nicht gegen sie wehren können.

Das Buch beschreibt vielmehr die komplexe Geschichte von fünf pubertierenden Mädchen unterschiedlichen Altersstufen, deren gesamtes Leben sich, dank der Mutter, die sie konstant einsperrt, in einem einzigen Haus abspielt.

5 sehr unterschiedliche Mädchen, so verschieden und doch so gleich in ihrer Einstellung.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es ist äußerst ansprechend wenn auch manchmal ein wenig langatmig geschrieben.

Diese Rezension fanden 7 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen verwirrend realistisch

"Die Selbstmord-Schwestern" ist einer dieser Romane, in denen man die Hauptcharaktere nie ganz erfassen und verstehen kann und sich konstant fragt, was da eigentlich gerade passiert. Obwohl die Lisbons eine seltsame Familie sind, erscheinen sie doch nach außen hin harmlos. Und obwohl die Lisbon-Töchter zum Teil reichlich durchgeknallt sind, sind sie eigentlich auch nicht anders als jeder pubertierende weibliche Teenager sein könnte. Trotzdem entwickeln sich die Schwestern zu Selbstmörderinnen, und man fragt sich was da eigentlich hinter der harmlos-skurrilen Fassade des Vorstadtlebens lauert. Eugenides bietet keine einfachen Antworten, schafft es aber den Leser so in der Schwebe zwischen distanziertem Kopfschütteln und mitfühlender Umarmung zu halten, dass die Geschichte einen nie ganz los lässt. Sehr gelungen!

Diese Rezension von hartmutw fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Rätselhaftes und doch sehr eindringliches Portrait einer Familie

Eugenides schildert in seinem Erstling, der ihn prompt bekannt machte, in einem sehr eindringlichen, fast poetischen Tonfall das Schicksal von fünf äußerst streng und isoliert erzogenen Schwestern, das gleichzeitig auch Blüte und Verfall des Vorstadtviertels widerspiegelt, in dem sie aufwuchsen.

Aus der Sicht einer Handvoll Männer, die in ihrer Pubertät mit den Mädchen befreundet waren und später versuchen, Licht in die mysteriösen Vorgänge Anfang der Siebziger Jahre zu bringen, werden Aufwachsen und Erziehung, erste Pubertätsnöte und schließlich Frust und Verzweiflung der gesamten Familie Lisbon erzählt. Auch wenn die Männer an die 100 Indizien sammeln, um die Hintergründe der damaligen Geschehnisse zu erhellen und zusätzlich Zeitzeugen befragen, bleiben die eigentlichen Motive und Ereignisse im Lisbonschen Haus bis zuletzt ungeklärt. Die Männer bzw. Jungs kommen nie über die Rolle externer Beobachter hinaus.

Trotz der von Anfang an klaren Entwicklung der Handlung und trotz des Endes, das kaum Auflösungen bietet übte dieses Buch auf mich eine starke Faszination aus, die sich nur schwer erklären lässt: Einerseits ist Eugenides ein Meister darin, Figuren mittels weniger Details äußerst lebendig werden zu lassen. Zum anderen bestechen seine atmosphärischen Bilder, die den verstaubten Vorort und die Pseudoidylle der Siebziger Jahre so anschaulich beschreiben, dass man als Leser regelrecht darin eintaucht. Und schließlich fasziniert - trotz fehlender Aufklärung - die eindringliche Beschreibung von Konflikten, potenziellen seelischen Notlagen und den verzweifelten Versuchen der alten Lisbons, die heile Welt zu verteidigen, in der sie ihre Töchter bisher so gerne behütet hatten.

Insgesamt ein Buch von traurig-zarter Poesie, sehr gefühlvoll und sensibel geschrieben. Kein Reißer, kein 'page-turner', aber ein intensives emotionales und geistreiches Leseerlebnis, das ich persönlich dem gelobten 'Middlesex' noch leicht vorziehe.

Diese Rezension von Bernhard Taschner fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen In diesem Buch ist einfach alles ....

...vereint, was man über das Leben wissen muss. Eugenides beschreibt in einer Sprache der Selbstverständlichkeit und der Einfachheit, wie unsere Gesellschaft in Ihren Inneren ist. Das Buch verzaubert, obwohl die Geschichte sowie der Titel eigentlich gar nicht verzaubern kann. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man unterstellen, dass dieses Buch die Vorlage für American Beauty gewesen ist. Es gibt hier soviele innere Zusammenhänge. Es ist aber nicht nur Amerika, die Handlung könnte in jeder Kleinstadt, ja in jedem Vorort der westliche Welt spielen. Wenn man darüber nachdenkt, schaudert es einem. Middlesex war dagegen nicht so durchdringend, obwohl Eugenides leider erst mit diesem Buch in Deutschland bekannt wurde. Mit den Selbstmord-Schwestern hatte er bereits ein kleines Meisterwerk der Literatur geschaffen...Lesen, lesen, lesen!

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