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Eine der großen weiblichen Herrschergestalten der Geschichte in einer lebendig erzählten Romanbiographie
Absolut lesenswert!Geliebte Theophanu
Eberhard Horst
Der Rezension meiner Vorgängerin bzw. meines Vorgängers kann ich mich nicht anschließen, für mich wurde mit dem Buch von Eberhard Horst eine Zeit lebendig, die doch eigentlich im Dunkel des noch frühen Mittelalters liegt.
Die byzantinische Prinzessin, die schon im Kindesalter mit dem Sohn Kaiser Ottos des Großen (Otto II) verheiratet wird und als 12-Jährige von Byzanz nach Rom und später nach Deutschland kommt, entwickelt sich im Laufe der Zeit zur weitblickenden Politikerin. Sie hinterlässt ihrem Sohn ein gefestigtes Reich, nachdem sie ihrerseits allerdings auch viel zu früh verstirbt.
Der Autor bedient sich bei der Romanbiographie verschiedener Perspektiven. Neben der neutralen Erzählerperspektive kommt die imaginäre Hofdame und Freundin der Kaiserin, Anastasia, zu Wort. Den Gegenpart verkörpert Bischof Dietrich von Metz, der der Kaiserin eher ablehnend und distanziert gegenübersteht und der aus seiner Sicht die Ereignisse vor der Jahrtausendwende schildert.
Der Autor stützt sich auf historische Quellen, lässt aber auch die Phantasie nicht zu kurz kommen, indem er Theophanu z.B. mit großen Persönlichkeiten ihrer Zeit wie der Dichterin Roswitha von Gandersheim zusammenbringt.
Gut finde ich, dass Eberhard Horst den tatsächlichen Lebensweg der historisch existierenden Personen nach Theophanus Tod im Anhang noch kurz skizziert, eine Zeittafel ordnet die Geschehnisse am Ende des 1. Jahrtausends n.Chr.. Stammbäume zeigen die verwandtschaftlichen Beziehungen im ottonischen Kaiserhaus, aber auch bei Theophanus Vorfahren auf.
Ich fand das Buch absolut lesenswert, es macht Appetit auf mehr vom gleichen Autor.
Schon mal etwas von Dialogen gehört?Das Leben der Theophanu wurde historisch sehr korrekt dargestellt und man bekommt ein gutes Bild von ihrem Umfeld und der damaligen Zeit. Aber zum einen wird für meinen Geschmack zu oft die Erzählperspektive gewechselt. Zum anderen habe ich keinen aber auch gar keinen Dialog gefunden (zumindest bis zur Hälfte des Romans, weil ich noch nicht weiter gelesen habe, aber meine Hoffnung schwindet, dass da mal noch ein verbaler Schlagabtausch der Figuren stattfindet!). So kann eine Roman leider kaum so richtig spannend werden und an Farbe gewinnen. Insgesamt wird alles viel zu diskreptiv erzählt. Außerdem wird die byzantinische Vorgeschichte weggelassen (wahrscheinlich, weil es darüber zu wenig gesicherte Quellen gibt! Schade, aber bei einem historischen Roman erwarte ich nun mal, dass die Phantasie die Quellen ergänzt!!!)
Für GeschichskundigeFür Geschichtsinteressierte ein außerordentlich gut recherchierter Roman,
mit großem Hintergrundwissen geschrieben.
Es ist nützlich, wenn man schon eigenes Vorwissen über diese Zeit hat,
dann läßt sich die Personenvielfalt besser erschließen.