Bestellen bei Buecher.de! Preis: 9,90 €
Bestellen bei Amazon.de! Neu ab 9,90 €, gebraucht ab 5,80 €.
Neue Bücher bestellen bei: Buch.de.de, Buch24.de, Bol.de, Libri.de, Thalia.de
Gebrauchte und neue Bücher bestellen bei: AbeBooks.de, Booklooker.de
In einem tropischen Dorf, das unter sintflutartigen Regengüssen fast zerfällt und dessen Bewohner ihre einzige Abwechslung im Kino und im Dorfklatsch finden, tauchen plötzlich anonyme Schmähzettel auf. Sie werden nachts an die Häuser angesehener Bürger geklebt, beunruhigen die Dorfbewohner, den Richter und schließlich auch den Pfarrer. Die Folgen sind verheerend. Familiengeheimnisse werden verraten, alte Feindschaften wieder neu geschürt, Ruf und Ehre zerstört. Mißtrauen und Angst greifen um sich.
Stimmungsvoll, düster - Empfehlenswert!Von Zeit zu Zeit muss man etwas von Garcia Marquez lesen und "Die böse Stunde" gibt ein dunkles und doch verschmitztes Bild eines Dorfes, dass Stück für Stück im kollektiven Überwachungsstaat versinkt. Dieses kurze und sehr empfehlenswerte Buch wartet mit einem wunderbar runden Bogen auf und beleuchtet dabei die gesellschaftliche Dynamik des Moralisierens.
schwül und drückend bricht sich eine Tragodie langsam BahnUnter der Oberfläche des scheinbar ruhig gewordenen, schwül-tropischen, kolumbianischen Bergdorfes, brodelt aufgestauter Haß und Mißgunst. Unter dem Regiment des einst mit Waffengewalt an die Macht gekommenen Bürgermeisters, der als Günstling des Regimes in das Dorf kam um es zu unterwerfen und es nun mit einer Polizeitruppe aus ehemaligen Verbrechern beherrscht, kriecht und siecht das Leben schwül und bedrückend in engen Bahnen vor sich hin.
Schmähschriften, die plötzlich allmorgendlich an immer mehr Türen der Bessergestellen angeschlagen vorgefunden werden, bringen zusehends Unruhe in die Gemeinde, künden diese doch von den moralischen Verfehlungen derer im Dorf, die ein gutes Auskommen haben. Auch wenn diese nur zu Papier bringen, was ohnehin geredet wird, steigt Besorgnis und Unruhe und es gibt schon bald einen Toten. Das immer lauter werdende Gerede stört den Gemeindepfarrer in seiner Scheinvorstellung einer moralisch vorbildlichen Gemeinde und mehr und mehr auch den Bürgermeister in der Ausübung seiner wohltätigen Geschäfte, die selbstredend letztendlich nur sein eigenes Wohlergehen im Augen haben. Das ganze Dorf scheint sich in den Strudel der Oberflächlichkeiten hineinziehen zu lassen, viele Familien verlassen gar das Dorf, während sich die wahre Tragödie immer deutlicher abzuzeichnen beginnt ....
Márquez entwirft in einer einfachen aber starken Sprache, ein vielschichtiges und geschickt verwobenes Bild der Korruption, des Machtmißbrauchs, der Unterdrückung, des Opportunismus und der Blindheit der Kirche.
Erdrückend spannendDie verschiedenen Personen in Marquez Roman schmiegen sich zu einer kleinen abgeschlossenen Welt zusammen, da ist zum Beispiel Pater Angel, der in seiner kleinen halb verfallenen Kirche sitzt und natürlich um das Seelenheil seiner Schäfchen bemüht ist, oder der Bürgermeister des kleinen Ortes, der sich seit Wochen mit Zahnschmerzen durch die Gegend schleppt und zwischendurch versucht - z.B. durch Überlassungen von Gemeindegrundstücken den Ärmsten eine Stütze zu sein, oder auch der Richter des Ortes, der sein Büro sicher seit einem Jahr noch nicht betreten hat. Doch plötzlich wird ein Mann erschossen, am frühen Vormittag und mehr oder weniger öffentlich. Und ständig hängen Schmähschriften an den Wänden, in denen einerseits Unwahrheiten verbreitet werden, andererseits familiäre Geheimnisse ausgeplaudert werden.Marquez entwirft in seinem Roman über ein kleines kolumbianisches Urwalddorf ein düsteres, dunkles und bedrohliches Bild einer eigentlich intakten kleinen Gesellschaft. Irgendwie scheint es fast so, als wolle er uns einen Spiegel vorhalten, auch wenn die angewandten Methoden manchmal etwas abstrakt wirken, doch vielleicht macht gerade dies den Reiz dieses Buches aus, wir müssen uns diesen Schuh nicht anziehen, sondern können entspannt in unseren dicken Sesseln sitzen und dieses spannende Buch genüßlich lesen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Fragmente unheilvoller BegebenheitenIn einem namenlosen Dorf an einem mächtigen Strom im kolumbianischen Urwald werden von Unbekannten wahllos Schmähschriften an die Türen verschiedener Bürger geklebt, in denen sie eines Vergehens angeklagt, die Treue des Ehepartners in Frage gestellt oder die Vater-/Mutterschaft ihrer Kinder bezweifelt wird. Die Erzählung beginnt mit einem aufgrund einer in einer derartigen Schmähschrift erhobenen Behauptung begangenen Mord, der Mörder wird sogleich verhaftet und fortgebracht. Hierbei tritt erstmals der anfänglich recht sympatische Bürgermeister des Ortes in Erscheinung, ein liderlicher, von Zahnschmerzen zermürbter und wie sich herausstellen soll korrupter und skrupelloser Beamter, der das Dorf mit seinen brutalen Milizionären und hinterhältigen Methoden terrorisiert. Der ewig lüsterne Richter muß aufgrund der nun angeordneten Untersuchung des Falles erstmals sein bislang verlassenes Büro betreten und sich um die Aufklärung des Falles bemühen. Im weiteren Verlauf werden die Begegnungen des Bürgermeisters mit verschiedenen Personen aus dem Dorf geschildert, dem Friseur, den ärmsten der Gemeinde, welchen er Land zur Verfügung stellt, wo sie ihre Hütten in sicherer Entfernung von dem aufgrund des Dauerrregens über die Ufer tretenden Flußes bauen können und mit einem Zirkus, der just zu der Zeit anreist, in der der Bürgermeister eine Ausgangssperre über das Dorf verhängt.Trotz dieser Ausgangssperre wird der Urheber der Schmähschriften nicht gefaßt. Später tauchen Flugblätter unklaren Inhalts auf, deren Verteiler gefaßt und von den Milizen des Bürgermeisters zu Tode getrampelt wird. Seine Leiche wird verscharrt und man behauptet, er sei geflohen. Ein echtes Ende, eine Auflösung der Handlung enthält Garcia Marquez dem Leser bedauerlicherweise vor. Ebenfalls bleiben die Motivationen selbst der Hauptpersonen weitgehend im Dunkeln, der Bürgermeister erhält nicht einmal einen Namen, noch weiß der Leser mit welchen Regime dieser sympatisiert und mit welchem seine Widersacher wie z.B. der Friseur.Handlungsstränge werden nur inkonsequent verfolgt, Personen, die in einer Szene eine wichtige Rolle zu spielen scheinen werden später nicht oder nur im Nebensatz erwähnt, der Urheber der Schmähschriften wird nie gefaßt. Was bleibt ist der Eindruck einer rohen, stark sexualisierten und brutalisierten Welt. Kaum eine Seite auf der nicht erwähnt wird , daß eine Frau gerade nackt auf dem Bett liegt und die heruntergefallene Decke ihre Schamhaare entblößt oder den Blick auf ihre schlaffen Brüste freigibt, die sexuelle Überaktivität des Richters wird ebenfalls mächtig strapaziert ("Er erzählte von Tagen am Meer, von unersättlichen Mulattinen, die sich im Stehen hinter der Haustür nehmen ließen"). Ansonsten scheint sich in diesem Dorf jeder zu nehmen was er möchte, die Gewaltbereitschaft ist hoch. Eine gelungene komische Einlage besteht in Pater Angel, der Kinofilme, die den moralischen Vorstellungen der Kirche (und die ist in Kolumbien katholisch)widersprechen durch Glockengeläut auf den Index setzt, der Kinobesitzer steuert aufgrund der Unerbittlichkeit des Kirchenmannes auf den unvermeidbaren Ruin zu. Alles in allem bleibt das Buch dennoch leider Stückwerk, die Handlung fällt ähnlich fragmentarisch aus wie die Sprache, die Absurdität, das Groteske der Situation ist selten gelungen komisch, die Charaktere bleiben flach, ihre Motive unklar. Die Beschreibung der menschlichen Lebensgemeinschaft am Rande des Absurden, im Nichts ist dem Autor dennoch abschnittsweise gelungen, aber auch das hat manch anderer Schriftsteller wesentlich besser hingekriegt. Der Leser wird widerholt schmunzeln, die aufgebauten Spannungsbögen sind durchaus wirksam, aber nicht plausibel und die Auflösung fehlt. Für mich ist es weder sprachlich, noch inhaltlich ein Buch, dessen Lektüre unbedingt erforderlich ist, wer gerade im Lateinamerika ist, dem mag es vielleicht als Reiselektüre zusagen: immerhin ist es leicht und kompakt.Ein Meisterwerk, daß einen Nobelpreis rechtfertigt? Niemals.
Adelung-1793: Planeten-Stunde, die · Stunde, die · Böse · Bose, die
Brockhaus-1911: Lorenzo Marquez · Lourenço Marquez · Böse · Bose · Diego Garcia · Viardot-Garcia · Garcia Gutierrez · Garcia
DamenConvLex-1834: Stunde · Malibran-Garcia, Maria
Eisler-1904: Böse · Böse
Heiligenlexikon-1858: Gonsalvus Garcia, B. (3) · Garcia Martinez, B.
Herder-1854: Stunde · Bose · Garcia
Lueger-1904: Stunde · Böse Wetter
Meyers-1905: Lourenço Marquez · Stunde · Zur Guten Stunde · Böse Sieben · Böse Geister · Böse · Bose · Diēgo Garcia · Viardot-Garcia · Ciudad de Garcia · Martin Garcia · Garcia [1] · Garcia [2] · Garcia Icazbalcēta
Pagel-1901: Bose, Heinrich · Bose, Heinrich
Pierer-1857: Stunde · Böse [2] · Böse [3] · Böse [4] · Bose [2] · Böse Wetter · Böse Geister · Böse [1] · Bose [1] · Malibran-Garcia-Beriot · Martin Garcia · Viardot-Garcia · Garcĭa · Diego Garcĭa · Garcīa [2] · Garcīa [1]