Barnes, Julian

Flauberts Papagei

Flauberts Papagei
  • Verlag: btb Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2004-05-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 240
  • ISBN: 3442731178
  • EAN: 9783442731176
  • Amazon.de Verkaufsrang: 363.105
Bestellen Sie über obige Links! Sie fördern dadurch die Digitalisierung weiterer Bücher, da Zeno.org eine Provision von dem Sponsor erhält. Wann immer Sie etwas bestellen möchten - prüfen Sie vorher die Millionen von Angeboten, die im Zeno.org-Shop beschrieben sind. Bookmarken Sie die Einstiegsseite in den Zeno.org-Shop für spätere Gelegenheiten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Beschreibung von buecher.de

Welcher der beiden ausgestopften Papageien hat Flaubert zu einem seiner größten Werke inspiriert? Warum hat der Meister die Augenfarbe von Madame Bovary verändert? Und warum sind diese Details so wichtig für den exzentrischen Arzt im Ruhestand Geoffrey Braithwaite? In seiner ebenso brillanten wie geistreichen literarischen Tour de Force ergründet Julian Barnes nicht nur die Obsession des Dr. Braithwaite. 'In der Tat lässt sich kaum ein sinnvolleres Vergnügen vorstellen als die Lektüre dieses Buches.' Klaus Modick, Frankfurter Rundschau

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von ludwigwitzani fanden 55 von 57 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein Schätzkästchen der Literatur

Julian Barnes: Flauberts PapageiManche Literaturwissenschaftler, schreibt der Autor in dem vorliegenden Buch, verhalten sich ihren Objekten gegenüber gar zu gönnerhaft Sie behandeln sie ein wenig wie Familienmitglieder und tun so, als sei Flaubert oder Milton oder Woodsworth irgendeine tüttelige alte Tante in einem Schaukelstuhl, die nach muffigen Puder riecht, nur der Vergangenheit nachhängt und seit Jahren nichts Neues gesagt hat.“ (S.89) Diese Haltung zu widerlegen, ist das Anliegen von Julian Barnes Erstling „Flauberts Papagei.“ In immer neuen Anläufen umkreist Mister Braithwaite, ein sechzigjähriger und verwitweter englischer Flaubert-Enthusiast das Leben des großen Romanciers, er besucht Rouen und Paris, reist durch die Normandie und studiert alle Briefwechsel und Werke der Flaubert-Epoche, ohne dass die Gedanken und Entdeckungen, die dabei zu Tage kommen, auch nur eine Sekunde langweilig wären. Stattdessen eröffnet sich dem staunenden Leser ein wahres Schatzkästchen der Literatur mit Antworten, Fragen, Anekdoten und Erzählungen, die in ihrer Summe nicht weniger ergeben als eine Schule des Lesens und Denkens – und der feinen Ironie, über die Barnes in ähnlich fein dosierter Weise verfügt wie sein Vorbild Flaubert. Was soll in einem Roman in den nächsten Jahren auf keinen Fall mehr beschrieben werden? ( z. B.: die persönliche Erziehunsgeschichte, Morde unter der Dusche, Romane mit Hauptpersonen, die nur mit Initialen ausgewiesen werden. ) Welchen Schriftstellern sind die peinlichsten Fehler unterlaufen? ( z. B. William Golding in HERR DER FLIEGEN, der seine Kinder ein Feuer mit einer Brille anzünden lässt, mit deren Glas das physikalisch unmöglich ist ). Soll der Erzähler in einem Roman “so sein wie Gott - allgegenwärtig, doch nirgendwo sichtbar“ - oder eher wie ein im Dunkeln tappender Ahnungsloser, der dem Leser erst nach und nach den Sachverhalt enthüllt? Warum gibt es am Ende des Romans nicht kleine Briefchen, anhand deren Überschriften sich jeder Leser seinen Schluss („traditionell“, „willkürlich“, „modernistisch“, „deus ex machina“ etc.) selbst aussuchen und den Rest der

Briefchen vernichten kann? Hinter all diesen Fragen, die sich der wackere Braithwaite als „Flauberts Papagei“ stellt, steht die gigantische Gestalt Flauberts, seine Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte, die in der Form, in der sie Barnes dem Leser präsentiert, plötzlich so wirkt, als sei sie eine große Lupe, mit der unsere eigene Epoche auf eine neue Weise zu verstehen sei. Übrigens: am 30. April 2006 jährt sich die Vollendung von „Madame Bovari“ zum ein hundertfünfzigsten Male. Ein Grund mehr, das vorliegende Buch auch wie eine Einführung in Flaubert zu lesen und sich dann dem Meister noch einmal selbst zuzuwenden.

Diese Rezension von Martin Arndt fanden 7 von 13 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Kultbuch für den frustrierten universitären Mittelbau

Barnes, 1946 in Leicester geboren, Lexikograph, Kritiker, lebt heute als freier Schriftsteller in London."Roman" möchte man das Büchlein nicht nennen. Eher "Dozenten-Prosa": Ein britischer Arzt und Hobby-Flaubert-Kenner schwadroniert geläufig und geschwätzig über die komischen und unkomischen Seiten in Flauberts Werk, in Flauberts Apokryphen und seinem Liebesleben. Als Aufhänger dient ein doppelter Papagei, der bei Gustave einst die Muse ersetzte, aber das ist für das endlos mäandernde Buch auch komplett unwichtig. Literarhistorikerhumor. Ein Kultbuch für den frustrierten universitären Mittelbau, für verklemmte AnglistInnen und RomanistInnen, die sich das Buch in miefigen Aulabänken zwischen die Schenkel stecken können und sich dabei verschämt hüstelnd Luft zufächern. Wen wie mich die Worte "causieren" und "parlando" zum Brechen reizen, sollte die Finger davon lassen.

Diese Rezension von Wolfgang Stroebl fanden 2 von 8 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Elitär und langweilig

Eines vorweg: "Flauberts Papagei" ist keine leichte Kost und schon gar kein Lesevergnügen für das sogenannte "breite Publikum". Es ist mehr eine Lektüre für Spezialisten und Literaturwissenschaftler - die werden Julian Barnes auf seinen verstiegenen Wegen wohl noch am ehesten folgen wollen.

Selten erschien mir der Begriff "Roman" so fragwürdig wie hier. Denn es gibt so gut wie keine Handlung und keine Entwicklung der Personen. Ein britischer Arzt und Fan des berühmten Schriftstellers Gustave Flaubert begibt sich in Frankreich auf die Spuren des Autors - das ist alles. Er macht sich Gedanken über die Liebschaften des Autors, sucht die ausgestopften Papageien Flauberts, analysiert manche Themen in des Autors Werk etc. Eine zusammenhängende Geschichte sucht man vergeblich, es ist wie eine schier unendliche essayistische Abfolge von Aphorismen, Gedanken, Zitaten, Apropos und Analysen. L'art pour l'art, sozusagen.

Das alles ist reichlich abgehoben, besserwisserisch und im Ganzen auch ziemlich unsympathisch. Natürlich kann Julian Barnes schreiben, er hat für "Flauberts Papagei" ja auch einige Literaturpreise bzw. -nominierungen bekommen: es gibt immerhin ein paar kluge Beobachtungen und amüsante Bemerkungen. Aber davon abgesehen - es ist einfach todlangweilig.

Am Ende schlägt man das Buch zu und weiß nicht, wozu man das eigentlich gelesen hat.

Wer also einen typischen Roman der Postmoderne lesen möchte, soll sich "Flauberts Papagei" antun. Aber um Flaubert kennenzulernen, greifen wir lieber zu einer konventionellen Biographie oder - noch besser - gleich zu seinen Büchern.

Flauberts Papagei



Empfehlungen


Barnes, Julian
9,00 €

Barnes, Julian
14,90 €

Barnes, Julian
8,50 €

Barnes, Julian
22,90 €

Barnes, Julian
8,00 €

Barnes, Julian
22,90 €

Barnes, Julian
8,00 €

Barnes, Julian
19,95 €

Barnes, Julian
18,90 €
Bookmarks
delicious wong linkarena google