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Der Herausgeber des ersten deutschen Lehrbuchs 'Molekulare Biotechnologie', Professor Dr. Michael Wink aus Heidelberg, ist ein Pionier dieser neuen Studienrichtung. Sein erfahrenes Autorenteam bietet ein einzigartiges Themenspektrum von molekularbiologischen und biotechnischen Methoden über Strategien der Wirkstoffentwicklung bis hin zu Informationen über Patentrecht, Firmengründung und die moderne Biotech-Branche.
Thema verfehltDas Buch fängt an mit Grundlagen der Biochemie, geht dann weiter mit den Grundlagen der Zellbiologie. Bis man dann tatsächlich bei der Biotechnologie angekommen, dauert es schon mal 100 Seiten.
Die Abbildungen wirken wie über das Internet zusammengesucht und völlig unprofessionel.
Schaut man im Register unter "Zellkulturen" findet man dort nur den Eintrag "Zellkulturen - tierische" - so als ob es keine pflanzlichen Zellkulturen gebe.
Das ganze gibt es zu einem unverschämt hohen Preis, den das Buch mit Sicherheit NICHT wert ist.
Ich bin enttäuscht.
Außergewöhnliches Lehrbuch!Meine Vorrezensentin scheint ein anderes Buch gelesen zu haben, ich habe jedenfall einen völlig anderen Eindruck des vorliegenden Lehrwerkes...
Zunächst einmal: Ein derart weitreichendes wissenschaftliches Arbeitsgebiet wie die Biotechnologie in einem einzigen Lehrwerk bis ins letzte Detail darzustellen, ist nicht möglich, da es sich um eine interdisziplinäre Wissenschaft von unglaublicher Komplexität handelt. Konsequenter Weise geht dieses Buch also mit dem Anspruch der Grundlagenschaffung ans Thema heran und verweist am Kapitelende jeweils auf vertiefende Fachliteratur.
Die ersten Kapitel geben einen durchaus detaillierten und meiner Meinung nach sehr gelungenen Überblick über die grundlegenden Disziplinen der Biotechnologie, d.h. es werden in erster Linie biochemische, genetische und mikrobiologische Grundlagen vermittelt. Es stimmt in der Tat, dass einige der hier verwendeten Abbildungen unprofessionell wirken, doch sie bringen die relevanten Inhalte stets auf den Punkt - mir ist das deutlich lieber, als bildüberfrachtete Bücher ohne jeglichen inhaltlichen Zweck durchzuarbeiten (vgl. Lehrwerke aus dem amerikanischen Raum).
Anschließend wird die Brücke zur praktischen Anwendung geschlagen. Mit den erarbeiteten Grundlagen können die nun vorgestellten bioanalytischen Methoden besser nachvollzogen werden. Hier wird der Schwerpunkt auf die biotechnologisch relevanten Felder der Protein- und Peptidanalytik und der DNA/RNA-Sequenzierung gelegt. Die vorgestellten Methoden (u.a. isoelektrische Fokussierung und 2D-Gelelektrophorese, Sanger-Sequenzierung, Polymerase-Kettenreaktion (PCR), Arrays und diverse chromatographische Methoden) stellen immer noch die relevantesten Labortechniken dar, auch wenn in einigen Bereichen schon wieder neue Technologien entwickelt wurden (Pyrosequencing u.ä. werden nicht angesprochen), was aber in diesem Bereich aufgrund der enormen technologischen Fortschritte der letzten Jahre kein Wunder ist. Wer hier vertiefen möchte, dem sei der "Lottspeich - Bioanalytik" ans Herz gelegt.
Die dargestellten gentechnischen Methoden (v.a. Klonierung und Genexpression) decken ebenfalls in einem weiten Spektrum die relevanten Bereiche dar.
Die Genomforschung wird insbesondere im Blick auf die Bioinformatik ausgeführt, was ich für sehr gelungen halte.
Nun kommt der "Wink" zu den Bereichen, die im deutschen Sprachraum bisher sehr spärlich abgedeckt wurden: Wirkstoffforschung, Genexpression in verschiedenen Zelltypen, Gentherapie, Biokatalyse (hierzu gibt es ausführlichere Lehrbücher), Selektionsmethoden und Fermentationstechniken. Es werden jeweils exemplarisch wichtige Verfahren erläutert, was insgesamt einen schönen Überblick ergibt.
Die anschließenden Bereiche zu den wirtschaftlichen Aspekten der Biotechnologie runden das Werk schön ab.
Eben aus dem Grund heraus, dass das Buch alle relevanten Fachbereiche behandelt, war es für mich im Studium der molekularen Biotechnologie bisher sehr wertvoll. Alle "Farben" der Biotechnologie kommen zum Zug, dabei wird auf die hierzulande relevanteren (insbesondere die rote Biotechnologie und die Enzymologie) detaillierter eingegangen. Die Tatsache, dass es die Bioverfahrenstechnik außen vor lässt, halte ich aufgrund der naturwissenschaflichen Ausrichtung des Werkes für verschmerzbar.
Der einzig negative Aspekt ist meiner Meinung nach das Inhaltsverzeichnis, welches sich doch recht unübersichtlich gestaltet. Aber für diesen Zweck wurde auch ein Glossar und Index angelegt, weshalb dieser Makel schnell vergessen ist.
Insgesamt ein sehr gelungenes Lehrbuch, das den "Renneberg" vom wissenschaftlichen Blickpunkt her locker in die Tasche steckt ;-)
Viel Spaß beim Lesen und im Studium!