Schiele, Egon

Egon Schiele

Egon Schiele
  • Verlag: Prestel Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2004-03-15
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 120
  • ISBN: 3791330985
  • EAN: 9783791330983
  • Amazon.de Verkaufsrang: 221.118
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Beschreibung von buecher.de

Die Mal- und Zeichenkunst Egon Schieles, vor allem seine kompromisslosen, übersteigerten Aktdarstellungen und schonungslosen Porträts, bewegten und erregten die Wiener Kunstwelt um 1900. Eros, Sexualität und Tod waren Schieles Hauptthemen.
Der Autor beschreibt umfassend und differenziert jenen Werkbereich sowie das Leben dieses alle Tabus brechenden, ungewöhnlichen Künstlers.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Evelyn Schulz fanden 17 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen schwergewichtiger katalog zur wiener ausstellung

Es handelt sich um den Katalog zur Ausstellung in der Albertina Wien, die in diesen Tagen endet. Gezeigt wurden – und fast vollständig im Katalog enthalten sind – 220 Zeichnungen, Aquarelle und Gouachen des eigenwilligen Künstlers. 130 Arbeiten stammen aus dem Bestand der Albertina selbst, ergänzt werden sie durch 90 Leihgaben privater und öffentlicher Sammlungen. Wobei man sich unter einem „Katalog“ etwas anderes vorstellt, als dieses schwere, dicke, fest eingebundene Buch. Es ist wirklich ein Klotz, aber ein sehr, sehr schöner:Die Ausstellung erhebt selbst den „Anspruch, erstmals eine kohärente Vorstellung von der stilistischen Entwicklung Schieles als Zeichner und Aquarellist geben zu können“ und außerdem „für einige Werkgruppen die in alle Welt zerstreuten Blätter wieder zusammenzuführen, die während einer einzigen Sitzung entstanden sind: Diese Motivreihen verdeutlichen nicht zuletzt Schieles Konzept, gleichsam in fortschreitenden Film-Kadern zu denken.“ (Zitate aus dem reichlich 2-seitigen Vorwort von Klaus Albrecht Schröder, dem Direktor der Albertina).Dem Vorwort folgt eine 21-seitige, reich bebilderte Biographie des Künstlers. Die meisten Bilder sind Fotos, welche den Künstler, ihm nahestehende Personen oder Ansichten von seinen diversen Wohnorten zeigen. U.a.: „Egon Schiele und Wally Neuzil“ (mit Valerie „Wally“ Neuzil lebte Schiele in wilder Ehe und sie war neben seiner geliebten Schwester Gertrude („Gerti“) ein bevorzugtes Modell), zwei fotografische Porträts Schieles von Johannes Fischer und eins aus der Serie von Josef Anton Trcka (weitere Fischer- und Trcka-Fotos im Katalogteil). Und nicht zu vergessen „Egon Schiele auf dem Totenbett“ von Martha Fein, 1918.Der Bildteil ist phantastisch – die Wiedergabe der im Original durch die Aquarellierungen und Verwendung von Bleistift, Buntstift, Kreide und Kohle teilweise sehr zart wirkenden Werke so brillant, wie es eben geht. Schon in der Ausstellung folgte die Anordnung dem Lebensweg Schieles, und diese Anordnung behält der Katalog bei. Und ergänzt diese an gegebener Stelle durch weitere Fotos, u.a. von Edith Schiele, der Frau des Künstlers, aber auch von Hysterikerinnen, deren verkrampfte Gebärdensprache Schiele studierte, um sie in seinen Bildern als Zeichen der Isolation und der Einsamkeit zu verarbeiten. Dazwischen immer wieder Texte, die einzelne Bilder untermalen - ihre Entstehungsgeschichte und die Lebensumstände, in denen sich Schiele zur Zeit ihrer Entstehung gerade befand. Der Text ist nie aufdringlich, und dasVerhältnis von Text und Bild angenehm.Von den abgebildeten Werken sind aus meiner persönlichen Sicht hervorzuheben: ein Selbstporträt von 1906 (also Schiele mit 16) und drei Porträts von 1907, zwei aquarellierte Kreidezeichnungen des Sängers van Osen von 1910, eine Serie von Kinderstudien 1910, eine Selbstbildnisserie von 1910/1911 (u.a. mit braunem Hut, Grimassierendes Aktselbstbildnis, Selbstbildnis mit weißem Gewand), zehn der dreizehn „Gefängniszeichnungen“ von 1912 (Schiele wurde wegen der angeblichen Entführung und Schändung eines dreizehnjährigen Mädchens inhaftiert, die Vorwürfe später weitestgehend fallengelassen), eine Serie von Halbakten 1913 und eine Gruppe von Bleistiftzeichnungen von 1914, die – so der Katalogtext – „den Höhepunkt der geometrischen Abstraktion der menschlichen Gestalt“ im Werk Schieles bilden. Ich könnte ewig weiterschwärmen, möchte aber nur noch erwähnen, daß dem Katalogteil ein 13-seitiger Text Heinrich Beneschs „Mein Weg mit Egon Schiele“ von 1943 folgt. Benesch war ein Freund Schieles und sammelte zugleich dessen Werke. Ein Verzeichnis der ausgestellten Werke eine Bibliographie und eine Auswahl der bisherigen Schiele-Ausstellungen beschließen als Anhang diesen außergewöhnlichen Band.

Diese Rezension von Helga König fanden 23 von 27 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen " Kunst kann nicht modern sein; Kunst ist urewig. " ( Egon Schiele)

Bewusst wahrgenommen habe ich die ersten Originale des Malers Egon Schiele in der grandiosen Ausstellung " Die nackte Wahrheit ", die 2005 in der " Kunsthalle Schirn" in Frankfurt gezeigt wurde. Diese Bilder haben mich damals wirklich sehr fasziniert.

Jetzt endlich verfüge ich über ein sehr schönes Kunstbuch (ein Ausstellungskatalog, zu einer Ausstellung, die vor noch nicht all zu langer Zeit in der Albertina/Wien gezeigt wurde) mit vielen Aquarellen und Zeichnungen des Malers.

Der österreichische Maler und Zeichner Egon Schiele (1890- 1918) begann seine künstlerische Entwicklung mit dem Jugendstil und gelangte zu einer expressionistischen Verwandlung der Sezessionskunst. Er ging ab 1906 auf die Wiener Akademie der bildenden Künste, die er aber 1909 wieder verließ. Ihm erschien sie zu traditionsbeladen. Mit einigen Kollegen, die aus gleichem Anlass der Akademie den Rücken kehrten, bildete er die Neukunstgruppe. Schieles künstlerische Anfänge erstrecken sich auf ein breites Spektrum nachimpressionistischer Stiltendenzen.

1907 lernt er Gustav Klimt kennen, der für ihn in seiner frühen Schaffensphase das allumfassende Vorbild wurde. Dennoch setzte er sich mit Klimt auf sehr eigenständige Weise auseinander, wobei der künftige expressionistische Weg bereits deutlich vorgezeichnet war.

1910 vollzog sich der eigentlich Durchbruch zum Expressionismus, die Auseinandersetzung mit den über den Jugendstil hinausgehenden Bahnbrechern der modernen Malerei.

Zunächst zeigt sich bei ihm eine enge Bindung zum Symbolismus.

Obschon nach 1910 der Einfluss Klimts deutlich abnahm, bzw. er diesen vollständig überwand, begeisterten sich Schiele weiterhin für bestimmte Exponenten des Jugendstils, so etwa für den Bildhauer George Mine.

Anfang 1912 malte Schiele u.a. figürliche Kompositionen mit symbolistischen Tendenzen.

Im April 1912 musste der Maler wegen angeblich versuchter Entführung einer Minderjährigen und wegen Verbreitung unsittlicher Zeichnungen für insgesamt 24 Tage ins Gefängnis, wo er mehrere aquarellierte Zeichnungen anfertigte , die zu den erschütternsten Dokumenten seines Lebens gehören.

Ende 1912 begann eine neue Schaffensperiode, in welchen bildnerisch formalen Überlegungen und Gestaltungsprobleme immer mehr in den Vordergrund traten.

1915 wurde Schiele, vier Tage nach seiner Hochzeit mit Edith Harms, zum Militärdienst eingezogen. Seine bedrückenden Kriegerlebnisse schlugen sich in seinen Werken nieder.

1916 begann eine neue Schaffensphase: Die innere Aufgewühltheit wich einer gewissen Entspanntheit, die sich in einem betont stärkeren Realismus ausdrückt.

Für Schiele bis dahin ungewöhnlich sind die naturalistischen Details und die optischen Effekte.

In den letzten beiden Lebensjahren war Schiele ein anerkannter Porträtist. Seine letzte Schaffenszeit ist gekennzeichnet durch freie malerische Bewältigung der Fläche.

Die Verfasserin des vorliegenden Buches - Jane Kallir - versucht textlich der rasanten künstlerischen Entwicklung Schieles im Laufe seiner nur zwölf Jahre andauernden Karriere nachzuspüren. Eine Fülle von beeindruckenden Ablichtungen der Aquarelle und Zeichnungen des Meisters dokumentieren sein großes Können.

Empfehlenswert.

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