Henn, Wolfram

Warum Frauen nicht schwach, Schwarze nicht dumm, und Behinderte nicht arm dran sind

Warum Frauen nicht schwach, Schwarze nicht dumm, und Behinderte nicht arm dran sind
  • Verlag: Herder, Freiburg
  • Erscheinungsdatum: 2005-02
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 190
  • ISBN: 3451054795
  • EAN: 9783451054792
  • Amazon.de Verkaufsrang: 227.729
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Beschreibung von buecher.de

Schöner - klüger - blauäugiger? Warum wir mehr sind, als unsere Gene. Eine spannende Sicht auf die Gentechnik.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Volkmar Weiss fanden 21 von 25 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Auch Humangenetik endlich politisch korrekt.

Obwohl die Leistungen der Frauen in allen athletischen Disziplinen etwa 10% unter denen der Männer liegen, man sich über Intelligenztestleistungen von Schwarzen in dem Buch von Rushton „Rasse, Evolution und Verhalten" informieren kann und die Behinderten in jeder Einkommensstatistik weit unter dem Durchschnitt liegen, schafft es der Verfasser bereits mit der Wahl seines Buchtitels, deutlich zu machen, worauf es ihm ankommt. Er ist Humangenetiker, und eigentlich versteht sich diese Wissenschaft als die Wissenschaft von der erblichen Ungleichheit des Menschen. In kommunistischen Ländern war diese Fachrichtung deshalb jahrzehntelang unerwünscht, ehe sie sich als „Medizinische Genetik" in bescheidenem Rahmen wieder etablieren durfte. Da aber auch in der freien Welt nach den Regeln der inzwischen geltenden politischen Korrektheit alle Menschen in den wesentlichen Leistungsmerkmalen erblich gleich zu sein haben, unterzieht sich der Verfasser der Aufgabe, die fachwissenschaftlichen Ergebnisse der Humangenetik in den Grenzen des allein seligmachenden Dogma zu deuten. Nachdem er die Quadratur des Kreises gefunden hat (schon das allein verdient fünf Sterne), kann er sich nicht enthalten, noch einige weiterführende Informationen zu streuen. Der erstaunte Leser erfährt, daß derzeit z. B. rund 16 Millionen Männer durch eine Variante des Y-Chromosoms ihre Abstammung auf Dshingis-Khan zurückführen können. Haben sich seine Frauen und die seiner Söhne in den Harems zu wenig gewehrt? Die Hazara, die Nachkommen einer kleinen mongolischen Reitertruppe, stellen heute ein Fünftel der Bevölkerung Afghanistans. Und über der Grenze in Pakistan leben in einem abgeschiedenen Gebirgstal noch 3000 blonde, blauäugige, nicht-moslemische Kalash-Kafir, die ihre Abstammung der Sage nach auf versprengte Soldaten Alexander des Großen zurückführen. Sehr richtig - und es gilt und galt auch für Juden und andere - stellt der Verfasser (auf S. 66) fest, daß deren kulturelle „Anpassung ihre langfristige Auslöschung bedeuten würde". Gilt das aber nicht auch für Noch-Mehrheitsbevölkerungen, die einem wachsenden Einwanderungsdruck ausgesetzt sind? Oder sollte man die Zäune in Ceuta und Melilla nicht besser einreißen? Wenn die Wirkung der Gene ein Mythos ist, wie der Verfasser meint, dann macht doch auch jede Art von Abgrenzung und Einwanderungsbeschränkung keinen Sinn.

Diese Rezension von petrakarst fanden 6 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Genetik und Moral - spannend aufgearbeitet

Mit der Fachkompetenz des Genetikers und der kritischen Sichtweise des Ethikers nähert sich der Autor der Frage, welchen Spielraum die Vererbung dem Einzelnen in seiner Lebensgestaltung lässt. Sind wir Sklaven unserer Gene? Was bedeutet Normalität im Zeitalter des gläsernen Menschen, und ist Normalität überhaupt wünschenswert? Werden Rassismus, Sexismus, Diskriminierung von Behinderten womöglich durch die moderne Genforschung wiedererweckt und gestärkt? Welches Menschenbild brauchen wir für einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Erkenntnissen der Genetik?

Ein für den interessierten Laien geschriebenenes, anspruchsvolles, aber auch mit kritischem Humor gewürztes Sachbuch, dem man viele Leser wünscht.

Diese Rezension von schindeldeutscher fanden 5 von 19 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Wissenschaftlich fundiert, allgemeinverständlich und amüsant

Ein außerordentlich lesenswertes Buch des Humangenetikers und Ethikers Prof. Dr. med. Wolfram Henn! Auf wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig unterhaltsame Weise setzt sich der Autor u.a. mit dem Mythos des Menschen als Krone der Schöpfung auseinander, führt das weltweit leider immer noch anzutreffende Rassendenken ad absurdum und hält ein leidenschaftliches Plädoyer für die Vielfalt und Individualität menschlichen Denken, Handelns und Empfindens. Nach der kurzweiligen Lektüre des Buches kann man sich dem Fazit des Autors nur anschließen: Es ist gut, dass wir so sind, wie wir sind.

Diese Rezension von anthropa fanden 0 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen mit Herz

Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Menschlicher und mit mehr Herz gehts wohl kaum und am schönsten ist es, wenn man den Respekt, den man allen Lebewesen, egal welcher Art, entgegenbringen sollte, biologisch untermauern kann wie der Autor es gemacht hat. Wenn man eine naturwissenschaftliche Basis hat, trägt das aber zum leichteren Verständnis bei.

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