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Heloise ist die Tochter einer exzentrischen Französin und eines Afrikaners. Heloise Mutter weigert sich, die Fragen des Mädchens nach dem Vater zu beantworten bis eines Tages eine Einladung aus Afrika kommt und Heloise sich auf den Weg macht, um den Vater zu treffen. Als die junge Frau ankommt, glänzt der Vater durch Abwesenheit; statt seiner begegnet Heloise ihren zahlreichen Verwandten und lernt vor allem ihre Stiefschwester Parisette kennen und lieben. Parisette, die sich illegal eine Rente für Kriegerwitwen verschaffen will, wird bei der Auszahlungen von einem hohen Militär vergewaltigt und schlägt ihn zusammen. Um sich zu rächen, setzt dieser das väterliche Anwesen in Brand, unmittelbar, bevor die beiden Halbschwestern dort endlich mit ihrem Vater zusammentreffen sollen. Die Villa fliegt mit dem Brandstifter in die Luft - der Vater, ein Oppositioneller, hatte dort ein großes Waffenarsenal gelagert. Er erscheint gerade noch rechtzeitig um die Schwestern zu retten und nun endlich erzählt er Heloise seine Geschichte. Rasant erzählt und spannend bis zum Schluss ist Cola Cola Jazz ein Buch über Gewalt, Sexualität und die Möglichkeit und Unmöglichkeit von Liebe.
Nervtötende Wortspiele„Endlich hatte ich das Gefühl, dass ich existiere", so die Worte von Heloise, die sich auf die Reise nach Afrika macht, um das erste Mal mit ihrem Vater, der sich kurz vor ihrer Geburt von ihrer französischen Mutter getrennt hatte, zusammenzutreffen, Der Autor selbst bestätigt, dass es sich bei der Reise um eine Suche nach Identität, nach Sinn handeln soll. Dies kommt allerdings kaum glaubhaft rüber. Stattdessen ist der Text voll mit nervtötenden Vergleichen und Anspielungen, wie: „Er träumte von einer Nachkommenschaft so zahlreich wie Christi Nägel am Kreuz." nur um ein Beispiel zu nennen. Diese Wortspiele schränken den Lesespass und -fluss häufig doch recht stark ein.
Die Geschichte selbst plätschert ohne erkennbares Ziel vor sich hin. Heloise trifft ihre Schwester Parisette, die zweite Hauptprotagonisten. Aus der Ich-perspektive der beiden entwickelt sich die Gegenwart, mit vielen Rückblicken auf die Vergangenheit - manches mal ergänzt durch den „Erzähler ohne Eigenschaften". Dabei hat diese Erzählperspektive durchaus ihren Reiz, es wurde aber meines Erachtens leider nicht viel daraus gemacht. Völlig überraschend kommt es kurz vor dem Ende des Buches dann doch noch zu einem Höhepunkt und es kommt auch etwas Spannung auf.
Reise nach WestafrikaHeloise reist in ein imaginäres Land in Westafrika, die Heimat ihres Vaters. Vielleicht ist es Togo, im Roman nennt es sich TiBamba. Aus Heloises Sicht und der ihrer Schwester Parisiette lernt der Leser die Gefühlswelt dieser Gegend kennen. Alem bringt eine ganze Menge unter: zwielichtige Kneipen, Aberglauben, Geisterglauben, das Leben im Familienclan, Drogenschmuggel, das jahrelange Vagabundieren des Vaters in der reichen Welt, Minderwertigkeitskomplexe der afrikanischen Kultur,Korruption und Willkür im System und Rangeleien um die Nachfolge des autoritäre Machthabers... Da bleiben einige interessante Eindrücke.
Mit seiner Ausdrucksweise wollte der Autor den Leser wohl auch etwas schocken: da ist eine Vorliebe für Ekliges, was nicht unbedingt die Handlung voranbringt.
Die Handlung ist dann auch nicht so tiefgehend, wie erhofft. Mag sein, dass die Geschichte einen wahren Kern hat. Sie wirkt aber etwas trivial und konstruiert.