Hrsg. v. Michael Pfreundschuh

Therapiefortschritte bei aggressiven Lymphomen

Therapiefortschritte bei aggressiven Lymphomen
  • Verlag: Uni-Med, Bremen
  • Erscheinungsdatum: 2004-09
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 117
  • ISBN: 3895997625
  • EAN: 9783895997624
  • Amazon.de Verkaufsrang: 641.977
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Beschreibung von buecher.de

Lange Zeit stand unser Wissenszuwachs über die molekulare Biologie und Pathogenese bei den Non-Hodgkin-Lymphomen in krassem Gegensatz zu den therapeutischen Fortschritten. Nach einer Phase des Stillstands seit der Einführung der CHOP-Chemotherapie 1976 ist mit dem neuen Jahrtausend jedoch Bewegung in die Therapie der aggressiven Lymphome gekommen. In dem vorliegenden Band geben die Autoren eine Übersicht über die rasante Entwicklung der letzten Jahre bei der Therapie der aggressiven Lymphome. Es wird zunächst aufgezeigt, dass die Grundlage für eben diese rasante Entwicklung der letzten Jahre die Erarbeitung einer Lymphomklassifikation durch die Pathologen war, die die Experten weltweit mit einer gemeinsamen Sprache ausgestattet hat. Dies hat nicht nur eine bessere Vergleichbarkeit der Studien bewirkt, sondern auch große internationale Studien erst ermöglicht. Pathophysiologie und Biologie der Lymphome, die Rezidivproblematik, neue zukünftige 'targeted'-Therapiestrategien und exper
imentelle Ansätze werden ebenso abgehandelt wie komplementäre und alternative Therapien sowie Ernährung und Lifestyle. Die hohe Aktualität bei Drucklegung gewährleistet, dass diese Monographie auf absehbare Zeit den gültigen Stand der Wissenschaft bei den aggressiven Lymphomen darstellt.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Volkmar Weiss fanden 10 von 10 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Warum kein sequentielles Testen?

Die Deutsche Studiengruppe für hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome wurde 1993 gegründet und führt seitdem nationale und internationale Studien in der Primär- und Rezidivtherapie durch. Im Rahmen der ersten Studiengeneration wurde in einer randomisierten Phase III - Studie (NHL-B1/B2) mit 1697 Patienten geprüft, ob mittels einer Dosisintensivierung durch Verkürzung des Zeitintervalls oder durch Hinzunahme von Etoposid und Verkürzung des Zeitintervalls eine Verbesserung der Therapieergebnisse erreicht werden kann. Naturgemäß läßt sich bei dieser Art von Studienplanung erst nach einigen Jahren mit Sicherheit sagen, welche Behandlungsvariante die bessere ist. Der Rezensent selbst war in dieser Studie 1999 Patient im Arm CHOEP 21. Etwa ein Vierteljahr lang wurden durch diese Chemotherapie die Hämoglobinwerte auf 50 bis 60% des Ausgangswertes gedrückt und eine langanhaltende allgemeine Schädigung gesetzt. Im Buch kann man lesen, daß sich durch die Hinzunahme von Etoposid und die Verkürzung der Zyklen zwar die Prozentzahl der langfristig Geheilten, aber auch die Zahl der an den Nebenwirkungen der Therapie Gestorbenen, deutlich erhöhte.

2007 erkrankte ich erneut und konnte die inzwischen erreichten Fortschritte der Therapie schätzen lernen. Seit 2000 ist der monoklonale Antikörper Rituximab (Mabthera) für die Behandlung zugelassen und macht einen großen Unterschied. Ohne Etoposid sanken die Hämoglobinwerte bei mir zu keiner Zeit unter 70%, die Schädigungen sind offensichtlich nicht so tiefgreifend und rascher reversibel.

Das vorliegende Buch informiert die Ärzte in umfassender Weise über den erreichten Fortschritt und Stand der derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten. Es handelt sich um einen ausgesprochenen Fachtext, der sich aber nicht nur an den einschlägig vorgebildeten Facharzt wendet, sondern durch seine verständliche Darstellung auf einen größeren Leserkreis zielt, aber dennoch spezielle Vorkenntnisse voraussetzt, die nicht Bestandteil der geisteswissenschaftlichen Allgemeinbildung sind.

In den langen und schweren Wochen bis zur zweiten Vollremission hatte ich genügend Zeit, mir Gedanken zu machen, ob es nicht in der Planung dieser klinischen Studien grundlegende Verbesserungen möglich wären. Es ist eine Tatsache, daß Hunderte von Patienten - alles potentielle Todeskandidaten ja sowieso - in Klinischen Studien Giftdosierungen ausgesetzt werden, von deren verheerenden Nebenwirkungen manchmal nur die Patienten selbst eine rechte Vorstellung zu haben scheinen. Jeder Patient, der mit niedrigeren Dosen geheilt werden kann, sollte deshalb als ein Erfolg angesehen werden. Die gegenwärtige langjährige Durchführung und Auswertung einer Studie verlangt aber von hunderten Patienten ihre Bereitschaft zu leiden. Vielleicht auch übermäßig zu leiden, wenn doch zum gegebenem Zeitpunkt auch weniger belastende Varianten möglich wären.

Warum plant man die Durchführung und Auswertung derartiger Studien nicht sequentiell? Man könnte mit viel geringeren Probandenzahl auskommen, dafür die Zahl der untersuchten Behandlungsvarianten erhöhen und mit jedem einzelnen Fall zu jeder Zeit eine fortlaufende Testung auf Signifikanz vornehmen. Man käme auf diese Weise viel früher zur Empfehlung von neuen günstigen Varianten. Für sequentielle Versuchs- und Testplanung gibt es doch seit Jahrzehnten theoretischen Vorlauf, und es müßte doch in Deutschland möglich sein, entsprechende Statistiker zu finden, die gemeinsam mit den Fachärzten derartige Studien auf die Beine stellen.

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