Soyener, Johannes K.

Der Schatten des Kaisers

Der Schatten des Kaisers
  • Verlag: Lübbe
  • Erscheinungsdatum: 2004-09
  • Bindung: Gebundene Ausgabe
  • Seitenzahl: 830
  • ISBN: 3785721757
  • EAN: 9783785721759
  • Amazon.de Verkaufsrang: 405.508
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Beschreibung von buecher.de

Ein frostiger Tag im Dezember 1840. Fast ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod wird Napoleon Bonaparte nach Paris überführt. Unter den Menschen, die dem Sarg folgen, ist ein Mann in der Uniform eines Marschalls der alten kaiserlichen Garde. Sein Name: Jean-Dominique Larrey. Er hat die blutigen Wirren der Revolution gesehen. Er kennt die Intrigen in den Salons von Paris. Er war auf den Feldzügen Napoleons dabei von den hitzeflirrenden Wüsten Ägyptens bis zu den eisigen Öden Russlands. Er stand auf dem Schlachtfeld von Waterloo, wo alles endete. Doch Jean-Dominique Larrey war kein Soldat, sondern Arzt. Tausenden, ob Feind oder Freund, hat er das Leben gerettet, getrieben von einer alten Schuld, die niemals Vergebung findet. Nun geht Larrey seinen letzten Gang, um dem Feind ins Auge zu blicken, der ihn sein ganzes Leben verfolgt hat. Wird sich am Ende des Zuges im Invalidendom sein Schicksal entscheiden?

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Joachim Schwendinger fanden 8 von 8 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein Antikriegsroman der Sonderklasse

Wie könnten die Schrecken und das Leid der Menschen in Kriegen trefflicher geschildert werden, als aus der Sicht eines Kriegschirurgen: - ein Horror, der wirklich stattgefunden hat, so plastisch geschildert, daß man mitleidet -

eine frei erfundene Rahmenhandlung und Motivationsdeutung (dichterische Freiheit)- alle wichtigen Details sorgfältig recherchiert (wie man es vom Autor gewohnt ist) -

alles in allem ein packender Roman.

Die Botschaft dieses Romans ist für mich - egal ob es sich um Napoleon, Hitler oder sonst einen Usurpator handelt - ,daß all diese machtbesessenen Monster der Menschheit unsägliches Leid zugefügt haben und daß so etwas nie wieder geschehen sollte!

Diese Rezension von Joachim Schwendinger fanden 7 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Der erste Unfallarzt der Geschichte

"Der Schatten des Kaisers" ein spannender historischer Roman aus der napoleonischen Zeit in die der gottbegnadete französische Chirurg, Jean-Dominique Larrey die Leser zuerst nach Paris entführt. Dort erlebt er als junger Arzt die Wirren der französischen Revolution und blickt hinter die Kulissen der feinen Salons von Paris. Er begleitet Napoleon von der hitzeflirrenden Wüste Ägyptens bis in die mörderische Kälte Russlands. Ein Denkmal gebührt ihm vor allem weil er bei der Versorgung der Verletzten auf den Schlachtfeldern keinen Unterschied machte. Weder nach Dienstgraden - noch nach Freund und Feind. Er amputierte in Sekundenschnelle - allein in der blutigen Winterschlacht bei Preußisch Eylau eigenhändig über 200 Verletzte in 24 Stunden. So rettete er Tausenden das Leben.

Ein faszinierender Arzt der dem Leser auch Einblick gewährt in seine Hoffnungen, Sehnsüchte, Schwächen, Ängste und seine große Liebe.

Ein ausgezeichnet recherchierter Roman - spannend bis zur letzten

Seite.

Diese Rezension von biba89 fanden 5 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Der Schatten des Kaisers

Ein frostiger Tag im Dezember 1840. Fast ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod wird Napoleon Bonaparte nach Paris überführt. Unter den Menschen, die dem Sarg folgen, ist ein Mann in der Uniform eines Marschalls der alten kaiserlichen Garde. Sein Name: Jean-Dominique Larrey. Er hat die blutigen Wirren der Revolution gesehen. Er kennt die Intrigen in den Salons von Paris. Er war auf den Feldzügen Napoleons dabei von den hitzeflirrenden Wüsten Ägyptens bis zu den eisigen Öden Russlands. Er stand auf dem Schlachtfeld von Waterloo, wo alles endete. Doch Jean-Dominique Larrey war kein Soldat, sondern Arzt. Tausenden, ob Feind oder Freund, hat er das Leben gerettet, getrieben von einer alten Schuld, die niemals Vergebung findet. Nun geht Larrey seinen letzten Gang, um dem Feind ins Auge zu blicken, der ihn sein ganzes Leben verfolgt hat. Wird sich am Ende des Zuges im Invalidendom sein Schicksal entscheiden?...

Diese Rezension von Gottfried Papp fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein leiser Held in einer Zeit voller Schlachten und Kriege

Soyener verbindet mit diesem biographischen Roman über den bedeutenden französischen Militärchirurgen Larrey dreierlei: zum Einen die Lebensgeschichte einer imponierenden Persönlichkeit, die Besichtigung des Napoleonischen Zeitalters aus militärischer Sicht, aber vor allem: die Geschichte der Feldzüge aus der Sicht der Soldaten, die sich für Kaiser und Vaterland verstümmeln lassen und zu Krüppeln werden.Bislang habe ich kein Buch gelesen, das so nachhaltig die Folgen der geschlagenen Schlachten, das blutige Gemetzel, zigfache Operationen der Feldchirurgen, aufgetürmte Gliedmaßen, das Waten in Blutpfützen derart eindringlich geschildert hat. Die ganze Tragik des ägyptischen Feldzuges und der Untergang der großen Armee auf dem Wege nach Moskau mögen hier vor allem beispielhaft angeführt sein. Hier hat Soyener wirklich eine sehr glaubwürdige und beeindruckende Schilderung abgeliefert. Mag er sich auch manchmal im Detail verlieren (wobei er dies im "Teeclipper" weitaus mehr getan hat!), so ist das Buch wunderbar geschrieben, immer wieder mit Rückblenden aus dem Jahre 1840, als Napoleons sterbliche Überreste nach Paris überführt werden, teilweise aus der Sicht eines Erzählers, dann wieder aus den Memoiren von Larrey. Larrey selbst erscheint dem Leser als liebenswürdiger Mensch, mit äußerster Tatkraft, wenn es um das Retten von Menschenleben auf den Schlachtfeldern Europas geht, menschlich integer, zugleich verstrickt in eine Liebesgeschichte ohne Happy End. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

Diese Rezension von silvia111 fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Geschichte aus einer interessanten Perspektive.

Die Lebensgeschichte von Jean-Dominique Larray vor dem Hintergrund der Regierungszeit Napoleons und den damit verbundenen kriegerischen Auseinandersetzungen ist Gegenstand dieses Romans. Dem Leser werden die Unsinnigkeit der Feldzüge und das unsägliche Leid unzähliger Soldaten, die den Preis für die Befriedigung der Machtgier und Eitelkeit des Herrschers zu bezahlen hatten, vor Augen geführt. Besonders interessant ist die Darstellung aus Sicht des Chefchirurgen, der sich mit aller Kraft um Schadensbegrenzung bemüht, indem er auch unter schwersten Bedingungen die Leiden der (zum großen Teil schwer) verwundeten Soldaten zu lindern versucht. Durch diese Perspektive erfährt der Leser, welche Motive Napoleon und die Machthaber um ihn herum zu folgeschweren Entscheidungen veranlaßt haben, und daß dabei das Handeln im Sinne des Volkes als Deckmantel für das Verfolgen persönlicher Ziele diente, wobei selbst Larreys Motiv aus dem Streben nach Wiedergutmachung einer früheren Schuld resultiert. Einziger Kritikpunkt wäre meiner Ansicht nach die zum Teil sehr ausführliche Beschreibung der Feldzüge, die zu viele Details liefert und auf mich manchmal ein wenig ermüdend gewirkt hat. Ähnlich verhält es sich bei der detaillierten Beschreibung von Amputationen und anderen medizinischen Maßnahmen. Abgesehen davon ist das Buch empfehlenswert und Leser, die sich für historische Feldzüge und Einzelheiten interessieren, kommen voll auf ihre Kosten.

Der Schatten des Kaisers



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