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Auf dem Weg zu einer Tagung erblickt ein junger Märchenforscher die Statue einer antiken Liebesgöttin, deren Antlitz ihn gefangennimmt. Als er wenig später einer Frau begegnet, die der Göttin verblüffend ähnlich sieht, gerät er in den Sog einer geheimnisvollen Welt zwischen Wirklichkeit und Phantasie. Verzaubert von ihrem Blick, begibt er sich auf die Suche nach dem Schlüssel zum Herzen der Frau. Doch sein Weg ist voller bedrohlicher Abenteuer und Prüfungen.
Ein Buch, das verzaubert!
Überladene Genre - völlig verpatztNiemand sollte sich von Titel und Inhaltsangabe täuschen lassen, denn
mit einem Abenteuer phantastischer Literatur hat dieses Buch nur wenig zu tun.
Schreibstil:
Herr Bemmann ist 1922 geboren und studierte u.a. Germanistik und irgendwie merkt man das seinem Schreibfluss an. Er verbindet alte Schreibschule mit Bemühen moderner Ansätze, was - ganz klar - nur völlig scheitern kann.
Verschachtelte Sätze sind ein gutes Rezept für flüssiges, spannendes Lesen, aber Bemmanns Satzkonstruktion ist viel zu umständlich. Ich will nicht so weit gehen, zu behaupten, man verstünde die Worte nicht beim ersten Mal, allerdings wird der Lesefluss deutlich gehemmt.
Der Held ist ein Märchenforscher, Philologe und Archäologe, weshalb es mich enttäuscht, derart kärgliche Dialoge präsentiert zu bekommen, selten genug sind sie jedenfalls.
Inhalt:
Bemmann versucht, eine kitschige Liebesromanze und Fabeldichtung in ein phantastisches Abenteuer zu packen. Das ist sehr gewagt, fällt jedoch reichlich kläglich aus.
Wer hier Abenteuer erwartet, wird nicht belohnt, die Bilderwelt der griechischen Mythen wird schlicht nacherzählt wie aus einem Lexikon der Griechischen Sagen und die Ansätze von märchenhaften Begegnungen fallen eher kindisch unterhaltsam aus, weshalb ich nicht ganz sicher bin, ob es eher ein Kinderbuch sein sollte.
Ansonsten versucht er noch Fabeln unterzubringen und einen Liebesroman aufzubauen, um scheinbar die erwachsenen Leser anzusprechen, aber auch hier kommt man nicht auf seine Kosten.
Fazit: Es gibt reichlich Genres, doch keines kann punkten, die Story hat keinen Tiefgang und keinen wirklich Faden, der für Spannung sorgt, um ständig weiterlesen zu können.
Das Buch ist mäßig unterhaltsam, bei Bemmanns Weltveröffentlichungen kann ich nur hoffen, dass seine anderen Werke besser gelungen sind. "Die beschädigte Göttin" jedenfalls erscheint mir wie ein Roman, den Herr Bemmann mal eben so geschrieben hat.
Nun ja, Germanistik fördert eher das journalistische Schreiben, Unterhaltungsromane benötigen kreative Talente.
Eine wunderbare Geschichte - mit wunderbarer Sprache erzähltDie "beschädigte Göttin" war das erste Buch, daß ich nach "Stein und Flöte" von Hans Bemmann gelesen hatte - allerdings lagen ein paar Jahre dazwischen. Bisher kannte ich unter "Fantasy" nur Geschichten mit Rittern, Drachen, geheimnisvollen Figuren und Sagen im Stile von J.R.R.Tolkien.Die "beschädigte Göttin" hat mich fasziniert, weil hier in einer gänzlich anderen Art und Weise mit phantastischen Geschehnissen umgegangen wird. Es existiert eine Welt ähnlich der Unseren, in der Menschen plötzliche ungewöhnliche Dinge begegnen. Zuerst ungläubig akzeptieren sie sie schließlich und beginnen, sich selbst zu reflektieren und wieder mehr zu "glauben", als immer nur "wissen" zu müssen.Bemmanns Geschichten haben immer eine Moral. In diesem Buch geht es um einen Mann, der lernt, was wichtig ist, um eine beständige Beziehung zu einem Menschen aufzubauen. Eine Beziehung, die frei ist von "Altlasten", eingeprägten Verhaltensmustern und Mißtrauen. Er lernt, verläßlich zu sein und den Anderen zu respektieren. Dies alles ist in eine liebevolle konstruierte Handlung gepackt, die Hans Bemmann mit seiner wunderbaren Sprache beschreibt. Mittlerweile habe ich viele seiner Bücher gelesen und bin absolut begeistert.Als Tip: "Die Gärten der Löwin" dreht sich am Rande auch um diese Geschichte, einigen ihrer Figuren begegnet man darin wieder.
Sprachlich deformiert und überladenNach Stein und Flöte war ich neugierig auf eine weitere fantastische Geschichte von H. Bemmann. Ich fand es anfänglich leicht, mich in "Die beschädigte Göttin" einzulesen. Leider wurde mir dann schnell klar, dass die unmöglich langen Sätze und teilweise übergewichtigen Redewendungen einer potentiell guten Geschichte die Tiefe nehmen. Bemmanns Einsatz von Sprache ist unreif, weil wiederholend und in der Satzstellung einfach zu lang. Sprache wird eingesetzt wie Zuckerkuchen, der anstelle von ausgewogenen Mahlzeiten, drei mal täglich (und damit zu oft..) serviert wird. Der weitere Verlauf der Handlung, die Suche des Romanhelden und seine Prüfungen sind zwar interessant aber mangeln Originalität. Es läßt sich leicht erkennen, welche Vorlagen Bemmann benutzt, z.B. an einer Stelle u.a. Frau Holle. Bemmann scheint seinen Lesern nicht allzuviel zu zutrauen. In allem ein Buch das nur mit äußerster Beschränkung zu empfehlen ist.
Langweilig ohne EndeNach der Lektüre von Bemmann's Roman "Stein und Flöte" wollte ich unbedingt ein weiteres Buch dieses Autors lesen. Es war keine gute Idee. Ich war mehr als enttäuscht - ja, eher wütend, meine wertvolle Lesezeit für diesen Stoff geopfert zu haben.
Tolles Buch!Hans Bemmann erzählt in solch wundervolle Weise diese märchenähnlichen und doch realistischen Geschichten und übt eine große Faszination auf den Leser aus.