Nesser, Hakan

Kim Novak badete nie im See von Genezareth

Kim Novak badete nie im See von Genezareth
  • Verlag: btb Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2007-09-19
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 286
  • ISBN: 3442724813
  • EAN: 9783442724819
  • Amazon.de Verkaufsrang: 12.543
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Beschreibung von buecher.de

Ein ungesühntes Verbrechen und ein Täter ohne Gewissensbisse
Schweden in den 60er Jahren. Ein kleines Sommerhaus an einem der unzähligen Seen. Hier verbringen der 14jährige Erik und sein Freund Edmund die Ferien. Sie schwärmen von der jungen Aushilfslehrerin Ewa, die aussieht wie Kim Novak und sich schon bald beim Dorffest in voller Blüte zeigt. Zwei Tage später findet man die Leiche von Ewas Verlobtem, und Eriks älterer Bruder, der eine Affäre mit Ewa hatte, steht unter Mordverdacht. Der Täter wird jedoch nie gefunden. 25 Jahre später liest der erwachsene Erik zufällig einen Bericht über ungeklärte Verbrechen, und der Sommer von damals bricht mit aller Gewalt über ihn herein. Was ist damals wirklich geschehen?

Aus der Amazon.de-Redaktion

Erik und Edmund, beide 14 Jahre alt, verbringen ihre Sommerferien an einem See in Schweden. Henry, Erics älterer Bruder, beginnt eine Affäre mit Ewa, jener umwerfend schönen jungen Frau, die Kim Novak so sehr ähnelt und eigentlich leider schon vergeben ist. Eines Tages findet man die Leiche von Ewas Verlobtem. Ein Buch, das man leicht und flott durchliest; da passiert über lange Strecken gar nichts sonderlich Aufregendes, auf einen Krimi Deutendes. Dafür stimmungsvolle Sommertage am idyllischen See, ein altes Haus mit Namen Genezareth. Ferienidylle eben. Probleme, pubertäre Wünsche und Fantasien von 14-Jährigen. Kindheitsgeschichten eben. Alles so normal, so vorstellbar, so alltäglich. Und dann kommt sie: Ewa, Kim Novak wie aus dem Gesicht geschnitten. Alle macht sie verrückt, das hormonelle Leben in der kleinen Gemeinschaft gerät in den Schleudergang. Eifersucht und Imponiergehabe, Rivalitätsgefühle und Hengstmanieren bringen die ruhige Sommeridylle gehörig auf Trab. Auch das normal, vorstellbar, alltäglich. Und dann, schon geahnt und angedeutet, aber doch erst weit in der zweiten Buchhälfte: ein Mord, brutal, ohne jede Spur. Wie ein Paukenschlag. Es wäre kein Håkan-Nesser-Buch, wenn da nicht doch noch der Hammer käme -- spät, aber genial, eingebettet in eine tiefe psychologische Kenntnis der Situation, die man sich bis dahin äußerst lesewillig und -süchtig erworben hat. "Mich interessiert der ... Hintergrund der Verbrechen. Die Motive", sagt Nesser, der erklären möchte, "warum die Dinge passieren". Mord, Ermittlung, Täter, Strafe? Nein, dieser Schablone folgt Nesser, der so poetisch, eigenwillig und individuell schreibt, natürlich nicht. Erst nach langen 25 Jahren wird der Icherzähler Erik noch einmal mit dem Mord konfrontiert. --Barbara Wegmann

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Bendix fanden 29 von 30 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Gute Literatur als Krimi verpackt!

Die Handlung des Kriminalromans wurde schon überall beschrieben, daher beschränke ich mich auf die allgemeine Bewertung. Ein spannender Roman, den ich als Hörbuch vorgetragen von Dietmar Bär gehört habe. Er ist wieder mal die beste Besetzung als Vorleser und man hängt an seinem Lippen bis zum letzten Satz, wo die Lösung des Falles ersichtlich wird. Wunderbar geschrieben, einfühlsam werden die Gefühle der Jugendlichen und späteren Erwachsenen dargestellt und trotzdem wird die Spannung des Kriminalfalls hoch gehalten. Die Genialität und Ausdrucksstärke eines großen Schriftstellers hat sich bewiesen und ich freue mich schon auf weitere Werke von Hakan Nesser. Bewertung: Fünf Sterne und sehr empfehlenswert.

Diese Rezension von Reinhold Stansich fanden 20 von 21 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein wahrer Geniestreich

Hatte Nesser bereits mit seinen van-Veeteren-Romanen wirklich beachtliche Kriminalromane abgeliefert, so hat er sich mit diesem Werk bestimmt einen Platz im Olymp der Schriftsteller verdient. Dabei ist hierin die Kriminalgeschichte nur von untergeordneter Bedeutung.Der größte Teil der Geschichte ist durch die Augen des 14-jährigen Erik geschildert; dieser erzählt was sich alles in den Sommerferien in dem das SCHRECKLICHE passierte abspielte. Die Lebensbedingungen für den Jungen sind nicht so einfach wie er sich das selbst wünschen würde (seine Mutter liegt schwer krebskrank im Spital). Das SCHRECKLICHE so nennt er den Mord an einem gewalttätigen Handballspieler, der dem Verhältnis zwischen seiner Verlobten und Eriks Bruder auf die Schliche gekommen ist. Die Art und Weise wie Nesser die Geschichte erzählt ist sensationell. Unvorstellbar gut gelingt es ihm den Standpunkt eines pubertierenden Jugendlichen einzunehmen und die Geschichte wirklich lebhaft zu gestalten. Die Bilder die Nesser zeichnet sind so exakt, dass man den Eindruck hat, man stünde direkt in der Szenerie. Sprachlich passt er sich zwar der Figur an, dennoch bleibt sein sprachlicher Genius immer spürbar. Stilistisch bleibt Nesser auf recht simplen Pfaden, dies ist aber der Geschichte absolut angemessen und wirkt niemals öde. Trotz des kurzen Erzählzeitraumes ist eine ausgezeichnete Entwicklung der Figuren vorhanden. Das Buch erfüllt alle Kriterien hervorragender Literatur. Die Auflösung des Rätsels ist sowohl stilistisch als auch inhaltlich ausgezeichnet gelöst.Das Buch kann ich also nur in höchsten Tönen loben und daher gibt es von mir auch eine eindeutige Empfehlung dieses Buch zu lesen. Das Buch ist wie gesagt weniger ein Kriminalroman als viel mehr eine perfekte Studie eines 14-jährigen in den schwersten Jahren seines Lebens. Selten bin ich der Meinung, dass ein Buch sich mehr als 5 Sterne verdient, aber dieses Mal vergebe ich die absolute Höchstnote 6 von 5 Sternen.

Diese Rezension von marielan fanden 18 von 19 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein Buch zum Eintauchen

Ob es ein Krimi ist, eine Jugenderinnerung, eine Zeitgeschichte - interessiert mich nicht: Egal, was es ist, es ist genial.

Zunächst erzählt ein erwachsener Mann eine Urlaubsgeschichte aus seiner Jugend: Zwei pubertäre Jungs, die für ihre Lehrerin schwärmen, erleben in ihrem gemeinsamen Urlaub am See Genezareth (in Schweden), dass diese Lehrerin die Geliebte des älteren Bruders des Erzählers ist. Der brutale Ex-Freund der Lehrerin wird ermordet, und auch die beiden Jungs werden von der Polizei ins Verhör genommen. Jahre später: Die beiden Jungen sind erwachsen geworden, verlieren sich zunächst aus den Augen, aber immer noch steht das ungeklärte Verbrechen im Raum.

Von der ersten Seite zog das Buch mich in Bann, nicht weil ein Verbrechen in Aussicht stand, sondern weil es authentisch war, weil man als Leser dicht dabei ist, ob es um die Krankheit der Mutter des Erzählers geht, um die Jungenfreundschaft, die Beziehung zum Bruder oder auch um die Landschaft um den See, das Wetter, die Trägheit des Sommers. Als Leserin litt ich mit den Jungen, als sie sich der Polizei gegenüber in Widersprüche verwickelten, hoffte mit ihnen, dass die Polizei möglichst schnell und ohne Ergebnis wieder von ihnen abliess.

Ohne Probleme folgte ich dem Erzähler ins Erwachsenenalter, und am Schluss (den ich zweimal las, um mich zu vergewissern, dass ich ihn richtig verstanden hatte), griff ich mir an den Kopf: Klar, nur SO konnte es gewesen sein, warum bin ich nicht selbst darauf gekommen?

Bei diesem Buch stimmt einfach alles: Die Akteure, die Umgebung, die Geschichte. Mein persönlicher Hit des Jahres.

Und obendrein ist der Titel des Buches auch noch super.

Diese Rezension von batcat6 fanden 17 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Einmalig gut

Sobald man dieses Buch begonnen hat, weiß man warum Hakan Nesser mit diesem Buch Aufsehen erregt hat und warum sich sein Ruf darauf begründet. Das Buch ist spannend bis zur sprichwörtlichen letzten Seite auf der er uns wieder einmal mehr überrascht. Hakan Nesser verlässt sein gewohntes Terrain rund um Kommissar Van Veeteren und blickt zurück zum Sommer Anfang der 60ger Jahre wo der 14jährige Erik und sein Freund Edmund die Schulferien verbringen und in jugendliche Schwärmereien zur Geliebten des älteren Bruders verfallen. Hormongeschwängerte Sommerluft, die Gefühle zweier Teenager auf der Schwelle zum Erwachsenwerden und der Mordfall selbst machen aus der Geschichte wirklich weitaus mehr als einen herkömmlichen Krimi. Nach dem Rückblick in eine längst vergangene Zeit haben wir jedoch Gelegenheit den Fortgang der Geschichte in der Jetzt-Zeit zu erleben und dürfen uns auf einiges gefasst machen. Das Ende selbst gibt Anlass zu jeglicher Art von Spekulation, zumal nicht ganz eindeutig hervorgeht wie sich die Tat 25 Jahre zuvor tatsächlich zugetragen hat und so jeder Leser selbst zum Kommissar wird. Einmalig im Stil und in der Beschreibung einer längst vergangene Ära, der Umgang der Jugendlichen mit den Themen Mord, Krankheit und Sex ist bemerkenswert gut wiedergegeben und sorgt für ein Wochenende mit Muße.

Diese Rezension von Susanne Hogl fanden 14 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Die Jugend, die Juhugend, sie kommt nicht mehr ....

leider oder vielleicht auch Gott sei Dank!?!

Ein wunderschönes Buch, in einer sehr einfühlsamen Sprache wird die Geschichte erzählt:

Die Geschichte eines Sommers, in dem sich so viel Schönes und aber auch das SCHRECKLICHE ereignet.

Ein 14-jähriger Junge verbringt mit seinem älteren Bruder und seinem gleichaltrigen Freund die Sommerferien im familieneigenen Ferienhaus. Der Vater muß arbeiten und die Mutter liegt unheilbar an Krebs erkrankt im Krankenhaus.

Wunderbar erzählt Nesser die Gedanken, die sich Jugendliche eben so machen und die Dinge, mit denen Jugendliche sich eben so die Zeit vertreiben. Das Erwachen der eigenen Sexualität, das Schwärmen für das andere Geschlecht, die erste Zigarette, das Knacken eines Kaugummiautomaten, und, und, und.

Dann von einem Tag auf den anderen passiert das SCHRECKLICHE. Ein junger Mann wird ermordet und der Bruder des 14-jährigen Jungen gerät in Mordverdacht, wird sogar verhaftet.

Soweit zur Geschichte. So oder so ähnlich, ist es sicher vielen von uns ergangen. Sommerferien, die unvergesslich bleiben, Ereignisse, die das spätere Denken und Tun beeinflussen, Dinge, die uns schneller Reifen haben lassen.

Einen einzigen Nachteil hat das Buch, es ist zu kurz!! Ich hätte noch ewig so weiter lesen können!

Kim Novak badete nie im See von Genezareth



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