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Ein Besuchermagnet: die Mainau.
Immer in Bewegung, ihrer Zeit weit voraus und trotzdem die Tradition achtend: Gräfin Sonja Bernadotte lebt und arbeitet seit über vierzig Jahren für die Mainau. Am Bodensee aufgewachsen, jobbte sie zunächst aushilfsweise auf der Mainau, wurde bald Graf Lennart Bernadottes Assistentin und später seine Frau und Mutter von fünf Kindern. Ihr 35 Jahre älterer Mann prophezeite ihr, dass die Insel sie nicht mehr loslassen würde, und so wurde sie zur Entdeckerin und Gestalterin des Projekts Mainau.
Heute leitet sie souverän das Unternehmen mit 400 Mitarbeitern auf der Blumeninsel, die jährlich von eineinhalb Millionen Touristen besucht wird
tolles Porträt einer beeindruckenden FrauJa, das kann die Autorin Gunna Wendt wie kaum eine andere ihrer Zunft: mit warmen, lebendigen Strichen das Porträt einer interessanten Frau zeichnen - ohne falsche Pathos, aber mit Respekt und Hochachtung. Ich habe ihre Zeilen über die Gräfin von der wunderschönen Blumeninsel mit Interesse und Spannung verschlungen - und freue mich schon heute auf den nächsten Wurf.
Lesenswert, aber negativer Beigeschmack bleibtDas Buch als solches ist nicht zu beanstanden. Auf keinen Fall enthält es nur Klatsch und Tratsch über die Gräfin auf dem Niveau der Regenbogenpresse. Die Episoden aus ihrem Leben sind offenbar sorgfältig recherchiert, ebenso die Informationen über die Insel Mainau und ihre Entwicklung zu einem Touristenmagneten.
Ein negativer Beigeschmack bleibt, was das Zustandekommen der Verbindung der bürgerlichen Sonja Haunz zu dem 35 Jahre älteren Grafen Lennart in den 1960er Jahren betrifft. Gräfin Sonja will sich von der Autorin als das Unschuldslamm darstellen lassen, das gar nichts dafür konnte, dass der alternde Graf Interesse an ihr, dem damals blutjungen Mädchen zeigte, das zunächst nur aushilfsweise auf der Mainau arbeitete. Das nehme ich ihr nicht ab. Sie war ein ausgesprochen hübsches junges Mädchen, und wie ausgekocht junge Frauen sein können, wissen wir alle. Es wird ihr Spaß gemacht haben, offensiv mit Graf Lennart zu kokettieren, zu flirten und ihn seiner etwa gleichaltrigen Frau, Gräfin Karin (damals Ende 50), auszuspannen. In dem Buch lässt sie sich zu sehr als Heilige darstellen, die nur "helfen" wollte, als ihr der Graf immer wieder ausführlichst von seinen Ehe- und Familienproblemen erzählte (ich frage mich überhaupt, wie ein 60-jähriger Mann in exponierter Position dazu kommt, seiner blutjungen "Assistentin" solche Details zu erzählen, um sich zu entlasten. Gab es damals noch keine professionelle Eheberatung in Deutschland?). Nicht nur Gräfin Karin, die in dem Buch als menschenscheue, ausschließlich auf ihre Kinder fixierte Matrone und gut kochende Hausfrau dargestellt wird, auch seine vier Kinder aus erster Ehe kommen dabei nicht gut weg. Ja, selbst vor dem ältesten Bruder von Gräfin Sonja macht die Kritik nicht Halt. Er war zeitweise ebenfalls in einer gehobenen Positon auf der Mainau beschäftigt und muss wohl nicht so gewollt haben wie seine geschäftstüchtige Schwester. Außerdem hat sie ihm bis heute nicht verziehen, dass er sie auf einer Fastnachtsfeier vor der Belegschaft in angeblich boshafter Weise parodiert hat. Das verträgt eine Frau natürlich nicht gut, die immer als Superwoman im Mittelpunkt stehen will und schon als Teenie in den prüden 60er Jahren nicht davor zurückschreckte, einer Gräfin den Mann zu nehmen und sie zu verdrängen.
Nun - das ehemalige Fräulein Haunz aus kleinen Verhältnissen hat mit dieser Methode sein eigentliches Ziel, den atemberaubenden gesellschaftlichen Aufstieg, erreicht. Mir sind solche Frauen grundsätzlich unsympathisch, da ich es aus Prinzip ablehne, wenn man in eine bestehende Ehe einbricht. Ich hätte es ehrlicher gefunden, wenn sie zugegeben hätte, dass sie durchaus zu dem auffallenden Interesse des Grafen an ihr beigetragen hat. Wie anfällig alternde Männer für so etwas sind (Stichwort: Johannistrieb), wissen wir alle. Dem Leser weismachen zu wollen, ein 20-jähriges Mädchen mit Realschulabschluss, das nie eine überragende Schülerin war, sondern erst noch (natürlich auf Lennarts Kosten) zum Englisch- und Französischlernen ins Ausland geschickt werden musste und bis dato fast nie aus seiner Heimat herausgekommen war, könne einem weltläufigen, ehemals hochadeligen Mittfünfziger bei seinen Eheproblemen "helfen", ist geradezu lächerlich und zeugt von einer peinlichen Selbstüberschätzung. Die "Hilfe" bestand dann ja letztlich auch nur darin, selbst an die Stelle von Gräfin Karin zu treten, die 1991 als 80-Jährige verbittert in Schweden starb.
Zugute halten muss man Gräfin Sonja fairerweise, dass die Ehe mit Lennart 32 Jahre bis zu seinem Lebensende gehalten hat, er offenbar glücklich mit ihr war und sie sich ebenfalls bis heute sehr für die Mainau engagiert hat. Aber das ändert nichts an meinen grundsätzlichen Vorbehalten gegen das Zustandekommen dieser Verbindung.
Brockhaus-1809: Gräfin du Barri · Maria Aurora, Gräfin von Königsmark · Die Gräfin de la Motte · Die Gräfin von Genlis
DamenConvLex-1834: Lafayette, Gräfin von · Lamothe Valois, Gräfin · Lavalette, Gräfin von · Hochberg, Gräfin von · Hohenheim, Gräfin von · Königsmark, Marie Aurora, Gräfin von · Mansfeld, Agnes, Gräfin von · Plater, Emilie, Gräfin von · Potocka, Gräfin Claudine · Lichtenau, Gräfin von · Mailly, Luise Julie, Gräfin von · Maleguzzi-Valeri, Gräfin von · Aldruda, Gräfin zu Bertinoro · Barri, Gräfin du · Carpegna, Gräfin · Adelheid, Gräfin von Salisbury · Albany, Gräfin von · Albrizzi, Gräfin von · Genlis, Stephanie Felicité Ducrest de St. Aubin, Gräfin von · Guiche, Gräfin von · Hautpoul, Gräfin von · Chateaubriant, Gräfin von · Cosel, Gräfin von · Frangipani, Anna Katharina, Gräfin von
Heiligenlexikon-1858: Catharina Bernardina Gräfin (23)
Herder-1854: Bernadotte · Wendt
Meyers-1905: Bernadotte · Wendt
Pagel-1901: Wendt, Hermann Friedrich · Wendt, Hermann
Pataky-1898: Sponner-Wendt, Frau Irene Clara · Wendt, Luise · Coudenhove, Anna Maria Gräfin · Dezasse, Gräfin Blanca · Butler-Haimhausen, Gräfin Victorine · Cappy, Maria Crescentia Gräfin v. · Drohojowska, Gräfin · Erbach-Schönberg, Marie Gräfin zu · Franziska Gräfin Schwerin · Egloffstein, Gräfin Auguste von und zu · Egloffstein, Lilla, Gräfin von und zu · Baudissin, Gräfin Sophie v. · Baudissin, Gräfin Thekla v. · Baudissin, Frau Gräfin Eva v. · Almasy, Gräfin, Wilhelmine · Amadei, Gräfin Anna · Bernstorf, Gräfin Elise v. · Brockdorff-Ahlefeldt, Gräfin Louise · Bülow, v. Dennewitz, Gräfin Gertrud v. · Brockdorff, Gräfin Sophie v. · Bethusy-Huc, Frau Gräfin Valesca · Bredow-Görne, A. Gräfin v.