Pressler, Mirjam

Shylocks Tochter

Shylocks Tochter
  • Verlag: cbt
  • Erscheinungsdatum: 2005-02-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 256
  • ISBN: 3570301729
  • EAN: 9783570301722
  • Amazon.de Verkaufsrang: 305.127
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Beschreibung von buecher.de

Venedig, 1568: Jessica fühlt sich in der engen Welt des jüdischen Ghettos gefangen. Sie sehnt sich nach prächtigen Kleidern und dem ausschweifenden Lebensstil der Christen. Als sie sich in einen Adeligen verliebt, plündert sie die Schatzkammer ihres Vaters und flieht. Shylock zerbricht am Verlust seiner Tochter, aber auch Jessica leidet: Zu groß ist die Kluft zwischen beiden Kulturen ...

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das zweite Buch von Mirjam Pressler ist ein waschechter historischer Roman. Shylocks Tochter spielt im Venedig des 16. Jahrhunderts, mitten in den beiden jüdischen Ghettos, und ist eng an Shakespeares Kaufmann von Venedig angelehnt. Doch mit ihrer liebevollen Gestaltung der Details, ihren sorgfältigen Beschreibungen der historischen Gegebenheiten und vor allem der jüdischen Lebensweise, hat Mirjam Pressler einen eigenen, sehr lesenswerten Roman -- nicht nur für Jugendliche -- geschaffen. Jessica ist sechzehn Jahre alt und lebt mit ihrem Vater im neuen jüdischen Ghetto von Venedig. Für sie ist das Ghetto jedoch weniger Schutz denn Gefängnis. Sie nutzt jede Gelegenheit, um ihre Freundinnen außerhalb zu besuchen, denn die bescheidene, oftmals in ihren Augen geizige Lebensweise ihres Vaters Shylock, einem Pfandleiher, stößt sie ab. "Hätte Gott gewollt, daß wir grau herumlaufen, hätte er uns ein Fell wachsen lassen, wie den Mäusen." Jessica verliebt sich bis über beide Ohren in den Christen Lorenzo, läßt sich taufen und heiratet ihn. Sie weiß, daß sie damit alle Brücken zu ihrem jüdischen Elternhaus abbricht, doch das Glück findet sie an Lorenzos Seite nicht. Tief in ihrem Herzen bleibt sie das jüdische Mädchen aus dem Ghetto, auch wenn die Paläste, in denen sie verkehrt, noch so prunkvoll sind. Shylocks Tochter erweckt das Venedig längst vergangener Jahre noch einmal zum Leben und hält den Leser in der alten Lagunenstadt gefangen. Und mancher wird nach der Lektüre gern den Klassiker von Shakespeare aus dem Regal ziehen. --Manuela Haselberger

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Winfried Stanzick fanden 10 von 13 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Mirjam Pressler ist als begnadete Autorin und Übersetzerin wichtig für die Übermittlung jüdischer Themen in unserem Land

Hunderte von wunderbaren Büchern, Bilderbücher, Bücher für Kinder und Jugendliche, aber auch eine unübersehbare Zahl von Romanen wären dem deutschen Publikum unbekannt geblieben, hätte nicht die Autorin Mirjam Pressler sie aus dem Niederländischen und Flämischen, vor allen Dingen aber aus dem Hebräischen für uns übersetzt. Geben Sie in Ihre Suchmaschine nur einmal ihren Namen ein, und sie werden erschlagen von der Fülle der Buchtitel, die dann erscheinen.

Doch Mirjam Pressler ist nicht nur eine geniale Übersetzerin, die sich mit dem übersetzten Stoff und seinen geschichtlichen und aktuellen Hintergründen ausführlich befasst, sondern sie ist auch eine begnadete Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, die immer wieder wichtige und schöne Bücher schreibt und veröffentlicht.

Ein besonderes Augenmerk hat sie seit Jahrzehnten für die Geschichte des Judentums. Sie übersetzt nicht nur aktuelle israelische Literatur, sondern sie befasst sich selbst mit wichtigen aktuellen und historischen Themen und bringt sie so einem jungen Lesepublikum nahe, das sonst wenig darüber erfahren würde. Mirjam Pressler ist meiner Meinung nach eine ganz wichtige Person bei der Vermittlung jüdischer Themen in Deutschland. Nachdem sie im vergangenen Jahr in einem wunderbaren Buch mit dem Titel "Golem stiller Bruder" jener sagenumwobenen Geschichte aus Prag um 1600 nachging, hat sie auch in dem hier vorliegenden, von Beltz & Gelberg in einer ansprechenden Hardcoverausgabe neu verlegten Jugendbuch "Shylocks Tochter" den Weg gewählt, über eine jugendliche Hauptperson, hier in diesem Fall Shylocks Tochter, mit der sich der jugendliche Leser sofort identifizieren kann, einen wichtigen Abschnitt bzw. Ausschnitt jüdischer Geschichte zur erzählen.

Sie erzählt die berühmte Geschichte des Juden Shylock aus dem Shakespeare'schen Schauspiel "Der Kaufmann von Venedig" auf ganz aktuelle und den Leser begeisternden Weise. Sie führt ihn mit einer dichten, schöne, bedrohliche, dramatische und anrührende Bilder benutzenden Sprache in das jüdische Leben im Ghetto Venedigs in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Shylocks Tochter Jessica fühlt sich von den religiösen Vorschriften eingeengt, die die Lebenswelt ihres Vaters, eines betuchten Geldverleihers bestimmen. Sie träumt von einem Leben mit kostbaren Kleidern und rauschenden Festen, so wie das alle Mädchen in diesem jugendlichen Alter zu allen Zeiten getan haben und tun. Sie verliebt sich in den christlichen Adligen Lorenzo, wohl wissend, dass ihr streng gläubiger Vater niemals in eine Beziehung, geschweige denn eine Heirat einwilligen würde.

Eines Tages stiehlt sie Geld aus der Schatzkammer des Vaters und flieht um Lorenzo zu heiraten. Mehr soll hier nicht verraten werden, außer dem Hinweis, dass Mirjam Pressler diese Rahmengeschichte der Tochter benutzt, um den Shylockstoff, jene skurille Geschichte um einen außergewöhnlichen Rechtstreit um ein Stück Menschenfleisch zu erzählen.

Es ist ihr wieder einmal hervorragend gelungen.

Diese Rezension von annagoli@hotmail.com fanden 8 von 11 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen ein geniales Buch

Ich habe keine Ahnung, wieso hier jemand dieses Buch so kritisieren kann!Es hat mich gefesselt und ich konnte es nicht weglegen bevor ich es durchhatte!Die Geschichte von Jessica, die vor einem Konflikt steht,zwischen zwei Welten, der ihres Vaters, der jüdischen und der Welt in der sie eigentlich gerne leben will, die Welt der Christen.Sie verkauft letztendlich ihre Wurzeln und wird das, was sie werden wollte; Christin.Allerdings hören ihre Probleme damit nicht auf.Das Buch geht durch Mark und Bein und beeindruckt.

Diese Rezension von Richard Fliegerbauer fanden 5 von 8 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein Blick zurück ...

... fast scheint es so, als geschähe er im Zorn. Aber das ist es nicht. Und wenn man genau hinliest, dann ist zwar das Leben im Venedig des späten Mittelalters wunderbar lebendig beschrieben. Aber sowohl die Menschen als auch Umstände sind zeitlos. Vielleicht ein wenig zu zeitlos, mag es einem scheinen, denn was akribisch als "einfacher" Vater-Tocher-Konflikt vor 500 Jahren dargestellt ist, (allerdings manchmal mit schwer nachzuvollziehendem Wechsel der Erzählperson) zeigt in Wirklichkeit zu oft sehr moderne Züge und wird zu deutlich zur Parabel. Trotzdem: Lohnend für alle, die sich für ein paar Seiten in das Ghetto-Leben des Mittelalters zurückziehen wollen. Und die nichts haben gegen Gefühle ohne Gefühlsdusselei.

Diese Rezension von Laura Leonhardt fanden 2 von 3 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Zum einschlafen!

Mirjam Pressler kenne ich als eine wirklich gute Autorin, die wirklich gute Bücher schreibt, welche nicht nur Unterhaltung bieten sollen, sondern auch Wissen über gewisse Themen. In "Shylocks Tochter" geht es um die Juden in Venedig, die in einem eigenen Ghetto leben müssen und jeden Tag Angst haben, ihnen könnte etwas passieren, nur weil sie jüdischen Glaubens sind. Ich habe nur eines zu sagen: Dieses Buch hat mich sehr enttäuscht, es ist wirklich todlangweilig und ich musste mich bis zum Schluss quälen. Zwar ist die Judenverfolgung bzw. -ausgrenzung zu der damaligen Zeit sehr treffend beschrieben und gut recherchiert, aber die Geschichte ist so fade und "holprig" zu lesen, dass es einfach keinen Spaß macht. Wohl das schlechteste Buch, dass ich je von M.P. gelesen habe.

Diese Rezension von Katharina-Becker@web.de fanden 1 von 1 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein gelungenes Buch, das zum Nachdenken anregt.

In Mirjam Presslers Buch "Shylocks Tochter" werden nicht nur die Verhältnisse der damaligen Zeit geschildert;dieses Buch regt den Leser zum Nachdenken an, z.B. über Gerechtigkeit und über das Leben schlechthin.Ein gelungenes Buch, in einem für mich fremden Schriftstil, das sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.

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