Capus, Alex

Glaubst du, daß es Liebe war?

Glaubst du, daß es Liebe war?
  • Verlag: Dtv
  • Erscheinungsdatum: 2005-02
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 141
  • ISBN: 3423132957
  • EAN: 9783423132954
  • Amazon.de Verkaufsrang: 104.520
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Beschreibung von buecher.de

Lakonisch und mit liebevoller Ironie erzählt Alex Capus die Geschichte des Lügners, Betrügers und Kleinstadt-Casanovas Harry Widmer junior, der vor seinen Gläubigern und seiner schwangeren Geliebten nach Mexiko flieht. Zwar richtet Harry es sich mit den Jahren gemütlich ein am Pazifischen Ozean, aber das süße Nichtstun wird mit der Zeit fad, die Erinnerung immer quälender. Eine Serie dramatischer Ereignisse bewegt Harry schließlich zur Umkehr ... Ein heiteres, weises Buch über die Tatsache, dass alles Streben nach Liebe und Glück letztlich zwar vergeblich, aber doch unbedingt notwendig ist.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von christophweiermair fanden 8 von 8 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ausgzeichnet: Der neue Capus

Harry Widmer junior - Fahrradmechaniker und nicht unbedingt das, wovon angehende Schwiegermütter träumen - schlägt sich auf Kosten seiner Mitmenschen durchs Leben. Der alter Herr und die Frauen werden schamlos ausgenutzt, betrogen wird an allen Ecken und Enden - frei nach dem Motto: Man muss ein Schwein sein in dieser Welt... Doch dann taucht die exotisch-schöne Nancy mit ihren Mandelaugen in der verschlafenen Schweizer Kleinstadt auf und verdreht Harry den Kopf. Als sie sich allerdings mit verdächtiger Regelmäßigkeit des Morgens übergeben muss und die Gläubiger endgültig die Schnauze voll haben steigt Harry ohne mit der Wimper zu zucken in den nächsten Flieger nach Mexico City. Horaldo el Suizo liegt in der Hängematte in einem kleinen Dorf am Pazifik, lauscht der Brandung und genießt ein Corona nach dem anderen, bis ihm das Geld ausgeht. Er eröffnet einen Surfbrettverleih, kann bald davon leben und mit der Zeit mag ihn kaum einer mehr von einem glutäugigen Mexikaner unterscheiden. Als ihn plötzlich das Gewissen packt, nimmt er Thai-Unterricht bei der Frau seines Freundes Angelito und bricht von Heimweh geplagt auf in die Schweiz. Zurück daheim, sein Vater gestorben, sein Sohn im Heranwachsen begriffen, spricht er sich mit Nancy aus und ihre Mandelaugen funkeln und über ihre Lippen huscht zart: "Glaubst du, dass es Liebe war?"

Capus' Protagonisten muss man einfach gern haben, auch wenn ich ungeniert zugebe, ihnen in Wahrheit nicht begegnen zu wollen. Überhaupt malt der Schweizer Schriftsteller ein ungemein positives Bild dieser Welt, eine Pseudo-Realität, in der man gerne untertauchen möchte. Zudem ist er ein ungemein begabter Erzähler, alles fließt, rasend schnell dekodieren die Augen die Zeilen und Seiten und Kapitel und strahlen ab und an...

Diese Rezension von zueribueb fanden 4 von 7 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Alex Capus' schwächstes Buch

Alex Capus ist ein begnadeter Erzähler, aber mit "Glaubst du, dass es Liebe war?" liefert er leider einen äusserst schwachen Roman ab. Die Geschichte ist uninteressant, die Figuren völlig farb- und seelenlos. Alles ist sehr oberflächlich und es fehlt überhaupt der Esprit. Das kann mich als Leser emotional nicht berühren. Auch sprachlich vermag das Buch nicht zu überzeugen; die charmante Leichtigkeit von früheren Büchern fehlt völlig.

Es geht um den Fahrradmechaniker Harry Widmer junior, einem Tagträumer und Loser, der das väterliche Geschäft in die Pleite führt und vor seiner grossen Liebe nach Mexiko flüchtet. Es geht um verpasste Chancen, die nachträglich nicht mehr nachgeholt werden können. Die Geschichte ist sprunghaft, schnell hingeschrieben, unausgereift und etwas unglaubhaft. Vieles wird nicht genauer erläutert, wie z.B. warum die Mutter Suizid machte, so dass vieles offen und unklar bleibt. Statt die Geschichte und Hauptfiguren wirklich deutlicher zu entwickeln, hält sich Capus zu stark mit Nebengeschichten (Jack/Joe) auf. Bezeichnend ist auch, dass die Frage nach der Liebe schliesslich offen bleibt. Dieser Roman zeigt schliesslich, dass Alex Capus die stärksten Bücher schreibt, wenn er sich auf einen konkreten historischen Stoff beziehen kann.

Diese Rezension von W. fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Man muss es mögen...

Dieses Buch ist wirklich seltsam.

Einer meiner Vorredner hat recht, es wirkt fast ein bisschen wie einfach mal so hingeschrieben und man kann aus diesem Buch nichts für sich selbst ziehen... Was wirklich das Thema ist, ob Persönlichkeitsentwicklung, überraschende Selbstfindung in einer anderen Kultur oder tatsächlich Liebe, ist auch weitgehend unklar.

Und trotzdem hat mir dieses Buch einfach gut gefallen!

Ich habe zuvor nie von Alex Capus gehört oder gelesen und habe dieses Buch auch nur aus dem Regal genommen, weil ein Aufkleber 'Lesetipp' draufklebte und, ich gestehe, wegen des Titels: Durch 'Glaubst Du, dass es Liebe war' rechnete ich mit einer schönen, melancholischen Liebesgeschichte, eine, die ich an diesem tristen Tag gesucht hatte... Aber es war tatsächlich ein Buch mit einem unglaublich intelligenten, durchdachten und realen Stil, anders kann man es nicht bezeichnen. Mir gefällt Capus' Stil unheimlich gut, er trifft die Wortwahl super und die dadurch ausgelöste Stimmung macht diese, eigentlich nichtssagende, Thematik dann doch interessant, sehr interessant sogar. Also: Einfach ein seltsames Buch. Aber ich las es gerne und nehme es seither immer mal wieder zur Hand und schlage es einfach irgendwo auf und genieße die Erzählweise von Capus.... Der Kauf lohnt sich also, wenn man diesen Stil mag. Einzig den Titel finde ich SEHR irreführend und unpassend, wenn man das Gesamtwerk betrachtet. Von Liebe ist da gar nix zu merken, das Kennenlernen der Protagonisten wird nur in ein ein paar Sätzen erwähnt... einzig die Gefühle des Protagonisten lassen dann auf Liebe schließen, die aber in Frage gestellt wird - daher eben der Titel.

Diese Rezension von Ossiwan fanden 2 von 2 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Eine Geschichte, wie sie passieren (könnte)...

Mit ganz leichter Hand hingeworfene Geschichte, als würde es keine Mühe machen so etwas zu schreiben. Die Figuren agieren wie selbstverständlich, als bräuchten sie keinen Erzähler, der erst am Ende droht etwas abzudriften, sich aber immer gerade noch fängt. Wie der kleine Bruder von „100 Jahre Einsamkeit", schaffen die Figuren alles, was man ihnen auch sofort zutraut, machen die Sachen die sie machen müssen und man weiß, dass sie zwar in ökonomischer Hinsicht sinnlos sind, aber ohne sie würde diese Geschichte nicht leben. Wenn man in einem Jahr Thai lernt, von den Wellen des Pazifiks zerschlagen wird oder auch nur als Aushilfe in einem Nachtlokal arbeitet, bei Capus ist man auf jeden Fall in der richtigen Geschichte.

Diese Rezension von Ossiwan fanden 1 von 4 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen nicht so meisterhaft wie sonst...

Alex Capus ist einer meiner Lieblingsautoren. Seine besondere Qualität besteht darin, dass er seine Figuren und skurrilen Ideen in eine sehr leichte, menschelnde Sprache verpackt. Ich kenne keinen anderen Autor, der so witzig und gleichzeitig unaufdringlich erzählt. Mit seinem neuen Roman ist ihm das leider nicht so gut gelungen wie z.B. bei "Mein Studium ferner Welten". Die ganzen Einfälle kommen diesmal nicht so selbstverständlich daher, wie ich es sonst an Capus' Romanen schätze und damit wirkt die Geschichte teilweise arg konstruiert und unstimmig. Ein unrühmliches Beispiel ist die "Jack oder Joe"-Episode, die nett beginnt und total bescheuert endet. Mein Fazit: Der Roman liest sich wieder einmal fantastisch, die gewohnte Faszination stellt sich diesmal bei mir nicht ein.




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