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Die Novelle Die Judenbuche erschien1842 zunächst in 16 Fortsetzungen im Morgenblatt für gebildete Leser. Größere Bekanntheit gewann sie ab 1876 mit der Aufnahme in Paul Heyses und Hermann Kurz Deutschen Novellenschatz. Der Stoff zu ihrer wohl bekanntesten Geschichte Die Judenbuche hat Annette von Droste-Hülshoff sehr lange beschäftigt. Schon fünf Jahre vor der Erstveröffentlichung erwähnt sie die »Kriminalgeschichte Friedrich Mergel« in ihren Briefen. Tatsächlich geht die Geschichte auf einen realen Mordfall zurück, der sich fünfzig Jahre zuvor im Gutsbezirk ihres Großvater Werner Adolf von Haxthausen zutrug. Neben psychologischen und moralischen Aspekten interessierte Annette Droste-Hülshoff besonders das fatalistische Verhalten des Mörder. Nach 25 Jahren in der Sklaverei kehrt er an den Ort seiner Tat zurück, eben der Judenbuche, um dort Selbstmord zu begehen. Die HörGut!-CD folgt der ersten Buchausgabe wortgetreu und ungekürzt. Ergänzt wird die Lesung durch eine ausdruckbare PDF mit Worterklärungen.
HörenswertFriedrich ist die Hauptperson der Erzählung. Er hat eine schwierige Kindheit, verliert bereits als 9-Jähriger seinen Vater und leidet darunter, dass die Dorfbewohner den toten Vater als Gespenst des Brederholzes bezeichnen. Unter dem Einfluss seines Onkels und Adoptivvaters Simon Semmler entwickelt er sich von einem scheuen, verträumten und zurückhaltenden Jungen zu einem Führer (Dorfelegant) der Dorfjugend. Er ist offenbar mitschuldig am Tod des Oberförsters Brandes, was ihm ein schlechten Gewissens verschafft. Weiter spricht alles dafür, dass er den Juden Aaron getötet hat, weil er von diesem in der Öffentlichkeit bloßgestellt wurde.
Die Novelle wird gut vorgetragen und damit erlebbar.