Pleschinski, Hans

Leichtes Licht

Leichtes Licht
  • Verlag: Beck
  • Erscheinungsdatum: 2005-06-10
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 158
  • ISBN: 3406529283
  • EAN: 9783406529283
  • Amazon.de Verkaufsrang: 433.826
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Beschreibung von buecher.de

Auf die Kanaren! Christine Perlacher, 42, Sozialarbeiterin in Hamburg, fühlt sich nicht nur von ihrem Single-Dasein überfordert, wobei in ihrem Liebesleben eher zuviel als zuwenig passiert. Aber irgendwo zwischen Zuviel und Zuwenig ist das richtige Leben verlorengegangen. Christine Perlacher ist zugleich überreizt und erschöpft und sehnt sich so unrettbar nach einer ganz bestimmten Bucht auf Teneriffa, daß sie eine Woche Urlaub auf dieser schönen Insel gebucht hat. Den Schal zweifach um den Hals geschlungen, begibt sie sich an einem frühen Februarmorgen auf den Hamburger Flughafen ...
In seinem neuen Roman 'Leichtes Licht', der Christine Perlachers Abreise aus Hamburg und ihre Ankunft auf Teneriffa erzählt, begibt sich Hans Pleschinski auf Augenhöhe mit einer an ihrer Ratlosigkeit und ihrem Informationsmüll erstickenden Gegenwart, wie sie sich im Erleben seiner sympathisch fluchtbedürftigen Heldin darstellt, die sich nach dem Nichts sehnt und nach der Liebe. Bissig und amüsant, sehr gegenwärtig und modern, mit melancholischem Unterton und nicht ohne Bosheit erkundet Hans Pleschinski unsere Lebenslandschaft, die mustergültig zerlegt wird. Aber aus dem Paradies der Jetztzeit, dem Nichts, entspringt neue Schönheit.
'Leichtes Licht' ist ein unterhaltsamer, intelligenter Roman über das, was wir aus der Welt gemacht haben, und das, was sie ohne unser Zutun an Glück immer noch bereithält.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von C.Borries fanden 17 von 18 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Ferien eine Singlefrau!

Hans Pleschinski Leichtes Licht dtv

ISBN 3423136669

Der Titel verspricht Leichtigkeit! Doch leicht ist das Leben für die 42 jährige Christine Perlacher aus Hamburg nicht. Sie freut sich auf ihren Urlaub! In ihrem Beruf als Sozialarbeiterin ist sie stark gefordert. Mit kühler Selbsteinsicht verzeichnet sie ihren Zustand der Erschöpfung, als sie sich auf den Weg nach Teneriffa macht.

Hans Pleschinski hat mit feinem Strich seine Protagonistin begleitet: zum Flughafen, auf dem Flug und bei Gesprächen und Beobachtungen mit anderen Fluggästen und Ferienbegegnungen. Da findet sich eine seltsame Welt von Reisenden zusammen: Spießbürger, feine Damen, Rentner und was da sonst so auf dem Sprung zum Ausstieg aus dem Alltagsleben ist. Jeder kennt ähnliche Beobachtungen aus eigener Anschauung: man versucht, sich das Leben der anderen vorzustellen und sie in Gedanken wohlwollend, neugierig oder abfällig zu betrachten.

Christine Perlachers Urlaub wird dann aber zur Selbstschau und Tiefenreflexion über ihr Leben. Dabei kommt sie zu Einsichten, die nicht immer fröhlich stimmen. Beziehungen, die flüchtig waren und gescheitert sind, gehören ebenso zu ihrem Repertoire der Erinnerung wie ihre Arbeit und ihre einsamen Freuden. Der Autor zeigt psychologische einfühlsam, wie man aus der Hetze des Alltags allmählich in die Beschaulichkeit und Ruhe des Ferienlebens hinüber gleitet. Erst der Abstand vom Alltag lässt Muße aufkommen, in der die Protagonistin, die im mittleren Alter steht, mit kritischer Distanz und mit Selbstironie über ihr Leben nachdenkt. Es gibt niemanden, mit dem sie ihre Gedanken teilen kann und so verharrt sie im Selbstgespräch ergänzt durch imaginierte Briefe an ehemalige Liebhaber. Im Singledasein zwischen Arbeit und Feizeit rinnt die Zeit dahin. Eine gewisse Leere bleibt.

Gut gelungen ist dem Autor die Studie über das Schicksal einer allein stehenden Frau. Sie ist von leiser Melancholie überschattet, die aber nicht dominiert.

Diese Rezension von giselabickel fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen gut, aber doch ermüdend

Eine sehr positive Besprechung in der Süddt. Zeitung (von I. Mangold) verlockte mich zum Kauf.

In dem Roman geht es um die Reise einer 42jährigen selbstbewußten, fast arroganten Frau von Hamburg nach Teneriffa, um eine Februarwoche in Sonne und leichtem Licht zu verleben.

Das Warten auf dem Flughafen, Flug und Ankunft auf der Ferieninsel sind der knappe äußere Handlungsrahmen.. Der eigentliche Inhalt sind die fließenden Gedanken, die Assoziationen und Gedankenspiele, die der alles genau beobachtenden Christine Perlacher beim Reisen durch den Kopf gehen.

Das ist Zeitkritik pur, amüsant und geistreich, oft auch forsch und flapsig („. .sie hätte jemanden killen mögen .. ").Im ersten Drittel des Buches freut man sich über die geistvollen und treffenden Formulierungen, die ein Bild unserer „heimischen Existenzbeschwerden" geben, aber allmählich wird man der „Geistreichelei" müde. Der Leser wird in das andauernde Kreisen der Christine Perlacherr um sich selbst reingezogen. Von der Öde angesteckt, verliert er die Leselust. Da helfen die als Gedankenspiel erdachten erotischen Briefe an diverse Liebhaber auch nicht mehr.

Der dünne Erzählfaden ist nur die Schnur, an der Hans Pleschinski seine blitzgescheiten zeit- und kulturkritischen Gedanken aneinanderreiht, und diese 150-Seiten-Kette wird zu lang,, so treffend viele Formulierungen auch sind.

Diese Rezension von Hayfever fanden 7 von 9 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen viel Leben zwischen den Zeilen

Das Buch zu lesen war für mich ein Genuß. Ich glaube nicht, daß es ein Klassiker wird, denn dazu ist es zu sehr in unserer Zeit verhaftet. Pleschinski beschreibt eine Reise einer alleinlebenden Hamburger Sozialarbeiterin auf eine kanarische Insel im Februar. Zwischen den Zeilen macht er noch viel mehr: Er schafft es nämlich, ein Lebensgefühl zu beschreiben. Vieles findet Erwähnung, in dem man sich und eigene Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen weidererkennt: Absurde Beobachtungen, die man beim Reisen machen kann und skurrile Begegnungen im Flugzeug zum Beispiel. Daneben die Gedanken der "Heldin", die eingestreut in den Text auftauchen, assoziativ oder auch scheinbar spontan. Wie es einem eben so geht, wenn man alleine unterwegs ist: Man schaut, spricht, nimmt ein bißchen Kontakt auf, grenzt sich ein bißchen ab - und das Gehirn samt Wünschen und Erinnerungen und Sehnsüchten steht auch nicht still. Changierend zwischen Gefühl und Vernunft und voller Eindrücke, die halb-automatisch mit Vorerfahrungen abgeglichen werden, so ist das Leben. Man hofft auf das Unerwartete, trauert über manches Unerfüllte und freut sich über Genüsse, auf deren Wohltun man sich verlassen kann - dank der Lebenserfahrung (wie viele fehlgeschlagene Versuche stecken dahinter!)

Dieses Buch ist meines Erachtens ein bestens gelungenes kurzes Porträt des Lebensgefühls eines Singles unserer Gesellschaft!

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