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Bobby wechselt aus einem kleinen englischen Nest an die höhere Schule. Dort herrscht das strenge Regiment eines sadistischen Lehrers, gegen den sich nur einer wehrt - Daniel, der Neue aus der Großstadt. Bobby schließt sich ihm an, obwohl er weiß, dass die Sache genauso heikel ist wie die Geschichte mit dem Feuerschlucker. Daheim spürt Bobby die Besorgnis der Eltern: Die Menschen haben Angst vor einem neuen großen Krieg. Es ist, als hätte die Gewalt ein unsichtbares Netz über Bobbys Welt gelegt. Erst viel später wird er begreifen, dass dieser Sommer der wichtigste seines Lebens war.
Erwachsenwerden und Cuba-KriseBobby lebt in Nordengland, direkt an der Küste in dem kleinen Ort Keely Bay. Wir schreiben 1961 und die Cuba-Krise ist auf dem Höhepunkt. Es sind große Ferien und danach wird Bobby auf die höhere Schule gehen und viele seine alten Freunden verlieren. Bildung gilt nicht viel in diesem kleinen Arbeiterort. Seine Freundin Ailsa hat die Aufnahmeprüfung zwar bestanden, aber die Mutter ist tot und sie muss für den Vater und die Brüder den Haushalt versorgen.Dann zieht noch Daniel in einem Haus direkt am Strand ein, Daniel, dessen Eltern Intellektuelle sind, so ganz anders als alle die anderen Leute in dem Ort. Im Gymnasium herrscht ein sadistischer Lehrer, der mit seinem Ochsenziemer Angst und Schrecken unter den Schülern verbreitet. Nur Daniel widersetzt sich ihm. Auch die Erwachsenen haben Angst. Chrustschow und Kennedy liegen im Clinch und jeder fürchtet, dass jemand die Nerven verliert, auf den roten Knopf drückt und die Welt im Atomkrieg verbrennt.Eine poetische Geschichte hat David Almond da geschrieben, über das Erwachsenwerden, über Zivilcourage und darüber, wie unterschiedliche Menschen doch zusammenkommen. Stilsicher, mit lebendigen Figuren, die zahlreichen Preise hat es zu Recht verdient. Eltern werden es begeistert lesen.Ob auch Jugendliche? Da habe ich meine Zweifel. Natürlich gibt es genug Jugendliche, die auch Erwachsenenbücher lesen. Eine Nichte von mir hat mit zwölf Brave New World gelesen. Aber typisch ist das nicht.Und ich vermute, dass wir es hier eigentlich mit einem Erwachsenenbuch zu tun haben. Die zahlreichen Ebenen, die der Autor geschickt verknüpft, die poetischen Anspielungen, da wird sich mancher Jugendliche noch mit schwer tun. Aber macht nichts, im Zweifelsfall können es die Eltern es lesen (das sollten sie sowieso tun) und einfach testen, ob der Nachwuchs sich auch dafür interessiert.(C) Hans Peter Roentgen