Andree, Martin

Archäologie der Medienwirkung

Archäologie der Medienwirkung
  • Verlag: Fink (Wilhelm)
  • Erscheinungsdatum: 2005-09-01
  • Bindung: Broschiert
  • Seitenzahl: 610
  • ISBN: 377054160X
  • EAN: 9783770541607
  • Amazon.de Verkaufsrang: 528.336
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Beschreibung von buecher.de

Woher rührt die universale Faszination an Medien, die sich gegen die Evidenz durchsetzt, daß Bilder, Texte und Filme nie mehr sein können als bloße Zeichen? Exakt aus dieser Irritation heraus muss der Frage wie Medien wirken zunächst ein warum vorangestellt werden: Warum also gelingt es den Zeichen, sich zur Suggestionskraft des Wirklichen aufzuschwingen? Und wie erzeugen Medien das Phantasma eines Mehrwerts, welches uns veranlasst, nicht Zeichen zu decodieren, sondern Stimmen zu hören oder an Gefühlen zu partizipieren?Anhand einer historisch breiten Materialanalyse unterschiedlicher medialer Faszinationstypen wird das Feld der Medienwirkungsforschung neu erschlossen.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von susannewiedemann2 fanden 5 von 5 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Kommunikation mit Tiefgang- total spannend

Spannend wie ein Krimi von der ersten bis zur letzten Seite! Das Buch beschreibt die Entstehung der heutigen Medienlandschaft in einem umfassenden Rundgang durch 3000 Jahre Mediengeschichte. Es gibt fast kein Thema, das ausgelassen wird: Die Entstehung der griechischen Simulationskultur in der Antike, die Faszination an den Rätseln der Schrift in der jüdischen Tradition, die christliche Lesekultur des Mittelalters. Ein absolutes Highlight ist das Kapitel zur Entstehung der Fiktionalität: Gerissene Autoren wie der Journalist Defoe präsentieren dem Publikum erfundene Geschichten als ‚authentische Berichte': mit ‚Robinson Crusoe' erblickt der erste ‚Bestseller' das Licht der Welt. Dann ein schönes Kapitel zu ‚Spannung' und ‚Lesesucht' im 18. Jahrhundert. Untersuchungen zur Entstehung der Identifikation, der mitfühlenden Lektüre und der Empathie. Am Ende dann eine Kulturgeschichte der ‚Authentizität', worin nicht nur weltberühmte Fälschungen von der Antike bis heute analysiert, sondern auch die Entstehung der Originalität und die Autorfunktion in der modernen Literatur unter die Lupe genommen werden.

Das Buch ist auf Hochglanzpapier gedruckt und mit 50 schönen Abbildungen aus drei Jahrtausenden Mediengeschichte durchillustriert. Am besten gefiel mir, daß der Autor die historischen Fälle immer in Verbindung zur Gegenwart hält: Beispiele über Cyberspace, die Hitler-Tagebücher, den Lewinsky-Skandal oder zum Michael-Jackson-Kult verankern alle Untersuchungen im Hier und Jetzt.

Ein riesiger Rundumschlag (allein 500 Seiten Text), und als Geschichte der Medienwirkung ein echtes Standardwerk. Wer sich für Medien interessiert und mehr über die jahrtausendelange Faszination an Medien wissen will, liegt hier goldrichtig.

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