Kelek, Necla

Die fremde Braut

Die fremde Braut
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Erscheinungsdatum: 2005-01-10
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 269
  • ISBN: 3462034693
  • EAN: 9783462034691
  • Amazon.de Verkaufsrang: 211.274
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Beschreibung von buecher.de

Necla Kelek, Türkin mit deutschem Pass, deckt die Ursachen dieses Skandals auf. Sie ist in die Moscheen gegangen und hat mit den 'Importbräuten' gesprochen, sie forscht den Traditionen nach und zeigt, wie sich die Parallelgesellschaft verfestigt, an der die Integration immer wieder scheitert. Sie erzählt von ihrem Urgroßvater, einem Tscherkessen, der mit dem Verkauf von Sklavinnen an den Harem des Sultans zu Reichtum kam. Ihr Großvater raubte als Partisan seine junge Frau; der Vater kaufte seine Frau für zwei Ochsen und wurde als einer der ersten Türken 'Gastarbeiter' in Deutschland. Und sie erzählt von ihrem eigenen Weg in die Freiheit.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ist die Türkei reif für die EU? Bei der Diskussion dieser Frage steht meist das türkische Regierungs-, Rechts- und Wirtschaftssystem im Vordergrund: Sind die demokratischen Strukturen in der Türkei gefestigt? Könnte der türkische Staat in die Hände von Islamisten fallen? Wie sieht es mit der Einhaltung der Menschenrechte in türkischen Gefängnissen aus? und so fort. Für die gesellschaftlich-kulturelle Europatauglichkeit der Türkei wird hierzulande häufig auf die positiven Erfahrungen mit den vielen türkischen Einwanderern in Deutschland verwiesen. Doch wie weit sind die bei uns lebenden Türken gesellschaftlich tatsächlich integriert? Das Buch Die fremde Braut der in Hamburg lebenden türkisch-deutschen Soziologin Necla Kelel zeichnet diesbezüglich ein ausgesprochen düsteres Bild. Jede zweite türkische Ehe in Deutschland, so haben ihre Recherchen ergeben, ist das Ergebnis einer Zwangsverheiratung. Ehefrauen oder -männer für die in Hamburg-Wilhelmsburg oder Berlin-Kreuzberg lebenden jungen Türkinnen und Türken werden demnach von den Eltern aus der Türkei „importiert“. Oder man „exportiert“ die Tochter zum künftigen Ehemann in die Türkei. Jede zweite Ehe in Deutschland aufgewachsener Türken soll so zustande kommen -- mit steigender Tendenz! Wie soll jemand, so hat es Necla Kelek in einem Radio-Interview auf den Punkt gebracht, der nicht mal seinen Lebensgefährten selbst aussuchen darf, diese Gesellschaft demokratisch mitgestalten? Die Zwangsverheiratung ist dabei nur das Ende eines Martyriums, wie Kelek, die als Zehnjährige 1967 nach Deutschland kam, anschaulich darlegt. Wir sollten, so lautet die Lehre, die aus diesem Buch zu ziehen ist, nicht aus falsch verstandener Toleranz vor den Relikten Menschen verachtender Konventionen mitten in unserer Gesellschaft die Augen verschließen. Die fremde Braut verdient größte Aufmerksamkeit! --Andreas Vierecke

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 42 von 45 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eindringliche Erzählungen

Dieses Buch möchte ich all denen empfehlen, die sich mit dem Thema Islam auseinander setzen möchten, ohne das es rein wissenschaftlich ist. Man erfährt über das Leben der türkischen Einwandererfamilien, wie ich es als Deutsche nicht mitbekommen habe, da ich auch nicht in einem Stadtteil wohne, in denen es viele Ausländer gibt, wohl aber waren in meiner Klasse damals zwei türkischen Schülerinnen, die sich allerdings frei bewegen durften und Sport trieben sowie auf Klassenfahrten mitfuhren. Die eine Mitschülerin ist kurz vorm Schulabschluss mit ihren Eltern wieder in die Türkei zurück gekehrt und ich hab nie wieder von ihr gehört, die andere machte den mittleren Reife Abschluss und eine Ausbildung und wurde dann in eine andere Stadt verheiratet, natürlich brach auch da der Kontakt ab, das Kopftuch spielte da keine Rolle, sie trugen es nicht, aber innerlich war die Rolle dieser Mädchen wohl ähnlich wie in dem Buch beschrieben. Was auch interessant war, wie Frau Kelek in ihrem Buch viel von alten Traditionen berichtete, die eben bis zu ihren Großeltern zurück ging und auch über den Propheten Mohammad, die einen insgesamt über die Struktur der Religion aufklärt. Dieses Buch sollte helfen, die Mauer des Schweigens zu überwinden, aber ich glaube, dazu müsste auch z. B. in der Türkei selbst eine Veränderung erfolgen, aber schon der Unterschied zwischen den Dörfern und Istanbul ist ja schon gewaltig, da leben die Türken ja m. E. schon nach westlichem Modell und nur dann kann sich das auch auf deutschem Boden wieder finden und auch andere muslimische Staatsangehörige als die Türken zu eigen werden (ein frommer Wunsch fürwahr). Ein eindringlicher Bericht, der auch unsere Rolle aufzeigt, die es für die Türken einfach macht, auch hier in Deutschland ihre Lebensweise unverändert fortzuführen. Sehr empfehlenswert!

Diese Rezension von Die fanden 31 von 33 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Nicht zuviel versprochen

Durch eine Präsentation von FrauTV bin ich auf dieses Buch bzw. die Autorin aufmerksam geworden. Mit relaviv hohen Erwartungen hab ich mich durchgeschmökert und das Buch in einem Tag "verschlungen". Hier sind Informationen einer Insiderin mit einem angenehm leicht zu lesenden Schreibstil zu Papier gebracht. Mein Fazit, ich war überrascht über die persönlichen Einblicke, durch die sich das Bild das wir vielfach von Türkinnen in Deutschland haben gewaltig umgekrempelt kann. Die Autorin schneidet hier eine Thematik an, die uns Deutschen so oft gar nicht bewußt ist. Mein Bild von der Türkin verschleiert mit Kopftuch, im Kontrast zu meinen hier geborenen, sehr selbstbewußten türkischen Freundinnen und deren Familien hat sich grundlegend verändert. Die für mich oft unverständlichen Regeln und Zwänge wurden ein bischen nachvollziehbarer.Ich kann dieses Buch zu lesen jedem nur empfehlen. Es liest sich leicht und regt trotzdem zum Nachdenken an.

Diese Rezension von Maria Conlan fanden 29 von 31 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen schwere Kost

Pflichtlektüre - für alle Leute, die sich für unsere Gesellschaft interessieren und sich um multikulturelle Verständigung bemühen. Eine mutige Autorin, ein brisantes Thema und wichtig, dass darüber gesprochen wird und die Problematik der Zwangsheirat und arrangierten Ehen eine breite Öffentlichkeit findet. Ich bewundere die Autorin und finde das dies Wege ebnet zur Emanzipation der türkischen Frau und einem Ende falsch verstandener Toleranz der Deutschen gegenüber türkischen Mitbewohner(inne)n. Sie bleibt nicht bei der Kritik hängen, sondern macht ganz konkrete politische Vorschläge, wie der Problematik begegnet werden kann.

Diese Rezension von dirkburmester fanden 29 von 31 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Hervorragendes, nichtwissenschaftliches Buch

Das Buch besteht aus drei Teilen:

Kelek erzählt zunächst in einem gelungenen Stil die Geschichte ihrer Familie in der Türkei und in Deutschland - vom Urgroßvater, der Sklavenhändler des Sultans war, bis zu ihrem Vater, der als einer der ersten nach Deutschland kam. Das Thema Zwangsheirat eint alle Geschichten, die rührend, witzig und oft auch sehr traurig sind. Nach diesem Hauptteil folgt ein knappe, sehr kritische Darstellung des Islam und der von Mohammed erlassenen Regeln für den Umgang mit Frauen. Ihre Kritik ist vollkommen berechtigt, allerdings wären einige Verweise auf anerkannte Islamwissenschaftler angebracht, die ihre Thesen stützen. So bleibt ihre unbegründete Meinung leider ohne größere Argumentationskraft. Der letzte Abschnitt ist eine Wiedergabe und Kommentierung ihrer Gespräche mit türkischen Frauen in Deutschland, wie der erste Abschnitt unglaublich berührend.

Das Buch sollte dringend in Schulen (insbesondere mit hohem Ausländeranteil) sowie von Sozialarbeitern und Polizisten gelesen werden. Ich habe ein hohes subjektives Mitleid mit diesen Frauen entwickelt, und meine Überzeugung, mich einzumischen und dem Handeln muslimischer Männer entgegenzutreten, hat sich nur verstärkt!

Diese Rezension von Gernleser fanden 72 von 79 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Zögern Sie nicht, dieses Buch sollten Sie lesen!

Ohne Frage eines der besten Bücher, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Ich empfehle es ohne Einschränkung an alle weiter, die sich über Muslime in Deutschland näher informieren wollen. Allenfalls könnte man anfügen, dass es ein an mancher Stelle nicht immer voll und ganz strukturiertes Buch ist; liest man es ganz, bereitet dies aber kein Problem.Warum geht es konkret : zunächst gibt Necla Kelek einen Überblick über den Islam als Religion und deren Implikationen auf die muslimischen türkischen Familien. Weiter geht es über die landestypische türkische Brautwerbung und die damit verbundenen Traditionen. Der nächste Teil widmet sich dann dem „Transfer" junger Türkinnen nach Deutschland und deren Leben mit allen Einschränkungen und auch Freuden in der Familien. Kritisch wird es dort, wo Lebensgeschichten von Türkinnen erzählt werden und sich die Frage aufwirft wie dies alles mit den Vorstellungen der deutschen Gesellschaft zur Freiheit des Einzelnen vereinbar sein kann. Schließlich wird auch ein äußerst beunruhigendes Bild aufgezeigt, wie viele in Deutschland ansässige Türken Deutschland und die Deutschen sehen - zumindest aus dem Blickwinkel der Autorin.Fazit : Kaufen, lesen, mit anderen diskutieren - auch mit Türken - und weiterempfehlen!




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