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Die Geschichte von Ahasver, der zu ruheloser Wanderschaft verurteilt wird, weil er Christus auf dem Kreuzweg nach Golgatha Rast und Erquickung verweigert hatte, wird bei Heym zu einem phantastischen Spiel mit Dogmen und Legenden, Ideologien und Philosophien - und zu einem Nachdenken über menschliche Integrität vor dem Hintergrund von Antike, Lutherzeit und dem brillant karikierten Politleben in der DDR.
'Es ist ein großartiges Buch geworden.'
Der Spiegel
'Heym war die bekannteste Unperson der DDR.'
BZ
'Stefan Heym ist neben Franz Fühmann so etwas wie ein Maßstab für unsere vater- und vaterlandslose Generation geworden.'Klaus Schlesinger
Ahasver - ein großes, schwieriges Thema!Stefan Heym hat sich ein gewaltiges Thema vorgenommen, "Ahasver" der ewige, (wandernde) Jude. Gott und Satan im Disput miteinander, Schuld und Vergebung des Menschen, der von Gott so geschaffen wurde . . . .Theologen werden damit keine Freude haben, aber auch die damalige (DDR-)Bürokratie wird ebenfalls mit spitzer Feder karikiert. Die theologischen Abhandlungen sind aber z.T. schwer verständlich, so dass für viele einiges offen bleiben wird. Sprachlich sehr gut: Heym passt die Sprache dem jeweiligen Zeitabschnitt an. (ca 1500 - Gegenwart)Ein Buch, dass man mindestens zweimal lesen kann und dies auch tun sollte!
Es bleibt aber ein Rest offen, so dass mir 4 Sterne gerechtfertigt erscheinen.
*****intelligente und satirische GeschichteWer sich für Geschichte, Religion, Philosophie in gute Literatur verpackt interessiert, dem sei dieses Buch hiermit Nahe gelegt.
In 19 Kapiteln, die nach dem Vorbild einer mittelalterlichen Ballade mit einer Kurzzusammenfassung beginnen, entwickelt Stefan Heym seine intelligente und satirische Geschichte. Stefan Heym findet folgenden Einstieg:
"Wir stürzen.
Durch die Endlosigkeit des oberen Himmels,
des feurigen, der aus Licht ist, aus dem gleichen Licht,
von dem unsere Kleider gemacht waren,
deren Glorie von uns genommen wurde,
und ich sehe Luzifer in all seiner Nacktheit,
und in seiner Hässlichkeit, und mich schauert.
Bereust du?, sagte er.
Nein, ich bereue nicht.
Die eigentliche Geschichte beginnt natürlich mit Luzifer und Ahasver.
Diese werden am sechsten Schöpfungstag von Gott verstoßen, weil sie sich weigern, Adam zu huldigen.
Das nächste Kapitel knüpft an beim letzten Abendmahl. Wo Ahasver versucht seinen geliebten Reb Joshua (Jesus) zu überreden, etwas zu unternehmen und seinen Jünger Judas Iskariot als Verräter zu entlarven,
aber der Rabbi tut nichts dergleichen. ... Die uns mehr oder weniger Bekannte Geschichte nimmt seinen Lauf ...
Heym gelingt es Geschichte ironisierend, spannend, ehrlich, geheimnisvoll und tiefgehend zu erzählen. Natürlich beginnt die eigentliche Geschichte erst nach der Kreuzung Reb Joshua's, denn seid diesem Tag an ist Ahasver dazu verdammt auf Erden zu wandeln, bis Reb Joshua wieder kommt...
Lesen!
Das Böse ist erklärlichDieses Buch gehört zu den wichtigsten Büchern des 20. Jahrhunderts, weil es von einem jüdischen Autor Fragen nach den Ursprüngen, den Auswüchsen, aber auch den gewaltigen Einflüssen des Christentums beleuchtet. Stefan Heim, in die DDR ausgewanderter amerikanischer Offizier mit deutschen Wurzeln, der später auch Alterspräsident des Deutschen Bundestags wurde, ist eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen, ich meine, ein Genie. Dieses Buch ist sprachlich - wie immer bei Heim - eine Wucht, ein Genuss, eine in ihrer ironischen, die biblischen und die frühen Aufklärungsschriften der Reformation Bezug aufgreifenden Fülle allein schon das Lesen wert. Der Inhalt jedoch ist geradezu wunderbar: er schafft es, das Böse in Form des Teufels verständlich werden zu lassen, er löst das kindliche und bei vielen Politikern leider auch kindische schwarz-weiß-Denken komplett auf, er schafft kritische Distanz zur eigenen Person und zu dem Guten und Bösen in jedem von uns. Wer dieses Buch noch nicht kennt, hat es gut, denn er kann es noch erfahren. Der Autor dieser Rezension hat es bereits mehrfach gelesen, nein, genossen.
Sehr gutes BuchEs ist ein sehr empfehlenswertes Buch. Wesentlich spannender als DER KÖNIG DAVID BERICHT, was man am Lesetempo merkt.
Sehr gute Beleuchtung der Religiosität, bzw. ihrer Transparenz.
Sehr gute DDR-Kritik. Sehr gute Teufel-Kritik.
Voll empfehlenswert.