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Getarnt als ethnologischer Bericht wird hier in virtuoser Form der Zusammenbruch des westlichen Engagements in der Dritten Welt beschrieben und inszeniert: Ein Scheitern nicht nur der Politik, sondern auch der ethnologischen Forschung und damit des Lebensprojekts des Schriftstellers Jäcki. Die Beschreibung dieses Scheiterns zählt zu den poetischen Höhepunkten im Werk von Hubert Fichte.
Getarnt als ethnologischer Bericht wird hier in virtuoser Form der Zusammenbruch des westlichen Engagements in der Dritten Welt beschrieben und inszeniert: Ein Scheitern nicht nur der Politik, sondern auch der ethnologischen Forschung und damit des Lebensprojekts des Schriftstellers Jäcki. Die Beschreibung dieses Scheiterns zählt zu den poetischen Höhepunkten im Werk von Hubert Fichte.
Und hier in Dangringa? Der Forschungsbericht ist das erste und bisher einzige Buch aus dem unvollendeten Romanzyklus "Geschichte der Empfindlichkeit" welches ich gelesen habe. In diesem Buch geht es um Jäki, einen (ich würde vielleicht sagen) Ethnologen, der sich mit seiner Begleiterin Irma auf einer Expedition in Belize (Mittelamerika) befindet um dort gewisse Riten, die sich hier gehalten haben sollen und aus denen, in der hier viel zitierten Fachliteratur, ein großes Mysterium gemacht wird, zu erforschen. Naja - das klingt spannend, für den Leser ist es das auch, aber der Forscher tappt hier von einer Enttäuschung in die nächste - es ist alles nicht das, was beschrieben wurde und überhaupt, die sogenannte Zivilisation, wie auch die Ethnologie, hat schon ihre Spuren überall hinterlassen. Außerdem wird Jäki bei seinen Beobachtungen eigentlich immer von den eigenen Befindlichkeiten eingeholt und bekommt ohnehin nicht den Kopf frei davon. Der Text spricht in der Art stichwortartiger Aufzeichnungen, wie sie z.B. in einem Feldforschungstagebuch vorkommen. Man kann sich gut in die Situation hineinversetzen und bekommt bildlich vor Augen geführt wie manchmal (oder oft) die Ansprüche von Forschung und die Anforderungen der Realität auseinanderklaffen. Fichte war selbst lange in Südamerika unterwegs und man kann schon erkennen, dass hier die Verarbeitung eigener Erfahrungen sicher eine wichtige Rolle spielt. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen und werde mir bei Gelegenheit auch noch die restlichen Bände aus dem Zyklus anschauen.