Regie: Jean Negulesco. Mit Clifton Webb, Dorothy McGuire u. a.

Drei Münzen im Brunnen

Drei Münzen im Brunnen
  • Studio: Twentieth Century Fox Home Entert.
  • Erscheinungsdatum: 2005-07-04
  • Produktionsjahr: 1954
  • Format: DVD
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • EAN: 4010232027689
  • Amazon.de Verkaufsrang: 22.657
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Beschreibung von buecher.de

Oscar-gekrönte Romantik-Komödie, in der drei amerikanische Sekretärinnen in Rom mit Hilfe des Trevi-Brunnens ihr Liebesglück finden.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von christine fanden 12 von 19 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Drei Amerikanerinnen auf der Suche nach Bella Italia: altbacken, aber durchaus charmant

Jean Negulesco war einer der produktivsten Regisseur der 50er Jahre. Vorwiegend gepflegte Melodramen und anrührende Romanzen mit einer gewissen Neigung zum Gefühlskitsch wurden von ihm routiniert in Szene gesetzt ("Der Untergang der Titanic", "Der große Regen", aber auch der Monroe-Klassiker "Wie angelt man sich einen Millionär?"). 1954 stand die Verfilmung eines Romans von John Secondari auf seiner Agenda.

Zur Handlung: Drei amerikanische Sekretärinnen erleben in Rom einige Liebeswirren, können aber nach 98 Minuten das jeweilige Objekt ihrer Begierde in die Arme schließen. Anita (Jean Peters) bekommt den italienische Übersetzer Giorgio (Rossano Brazzi als Italiener vom Dienst), die naive, aber bauernschlaue Maria (Maggie McNamara) angelt sich Prinz Dino de Cessi (Louis Jordan in einer Art Vorwegnahme seines bekannteren Auftritts in "Gigi", 1958). In der interessantesten Variation des Themas zeigt sich die erfahrene Frances (Dorothy McGuire), die nach 15 Jahren Verliebtheit (die haben Ausdauer, die Amerikanerinnen!) endlich doch noch ihren Arbeitgeber, den spleenigen Schriftsteller Shadwell (Clifton Webb), von den Vorzügen der Ehe überzeugen kann, wo sie doch schon der jungen Maria hilfreiche Tipps für die Umgarnung Dinos geliefert hat. Die jeweiligen Happy Ends lassen sich sehr schnell erahnen, aber es macht doch einen gewissen Spaß, den drei Damen in den retardierenden Momenten des Films bei ihren Vorhaben zuzusehen.

Genau genommen geht es nur um Sex in dem Film, oder besser gesagt, wie er vor der obligatorischen Eheschließung verhindert wird. Dino gilt als schamloser Verführer, da er gerne Frauen nach Venedig einlädt, sie aber durch vermeintlich notwendige Übernachtungen vor Ort kompromittiert. Die tatkräftige Frances wird schon mal mit einem Kätzchen beschenkt, das sei doch ein gewisser Trost für alte Jungfern. Anita wird von ihrem Arbeitgeber zu einem Arztbesuch aufgefordert, da sie entgegen den Geschäftsbedingungen mit einem italienischen Arbeitskollegen ausgegangen ist (was der Arzt feststellen soll, lässt sich angesichts der empörten Blicke nur erahnen). In einer der aufschlussreichsten Szenen fallen zwei Küssende auf ein Bett, um schnell ihre Haare zu richten und das Gespräch wieder aufzunehmen. So nebenbei ergeben sich einige Einblicke in das amerikanische Geschäftsgebaren in Europa. Einerseits profitieren die amerikanischen Firmen aufgrund des starken Dollar-Kurses, andererseits gibt es ein gnadenloses Hire and Fire. Das wird nicht kritisch hervorgehoben, sondern als gegeben betrachtet.

In erster Linie ist der Film ein Augenschmaus: Rom und Venedig werden sehr vorteilhaft in Technicolor gefilmt. Die Handlung ist vorhersehbar. Hin und wieder brilliert das Drehbuch mit einigen Schmankerln: Über Wagners Kompositionen wird behauptet, sie seien wie Fäuste auf das Trommelfell. Als Shadwell seine verkaterte Sekretärin versorgt (sie hatte ein tragikomisches Synchron-Betrinken haushoch verloren), merkt er nur lakonisch an, dass er in Kenntnis ihrer Lasterhaftigkeit in den vergangenen Jahren viel mehr Spaß mit ihr gehabt hätte.

Eher nervig sind die Italienklischees, die üppig bedient werden. Der Latin Lover, der Maria umschwirrt, die sangesfrohen Feste auf dem Lande, die "kindlichen" Italiener, die Autos ohne Bremse und Hupe fahren, usw. Die von Brazzi und Jordan verkörperten Figuren bleiben sehr eindimensional, aber sie sehen wirklich gut aus. Nur Clifton Webb erhält etwas Unterstützung vom Drehbuch. Es gibt auch einige dramatische Momente, so eine ernsthafte Erkrankung (die wahrscheinlich in Amerika zu heilen ist) und eine Entlassung (die vermutlich wieder zurückgenommen wird). Die üblichen Zutaten, um die Spannung über gut anderthalb Stunden aufrecht zu erhalten.

Der Film wurde mit zwei Oscars bedacht. Der eine für die beste Farb-Kamera geht völlig in Ordnung. Die Auszeichnung für den Titelsong "Three Coins in the Fountain" ist schon seltsam, da der Song wie Kaugummi im Ohr wirkt, klebrig und nicht so schnell aus dem auditiven Gedächtnis zu bekommen. Über die Nominierung als Besten Film können wir mal kurz den Kopf schütteln.

Ehrlich gesagt: Der Film ist angestaubt, aber irgendwie herzig. Die Bildqualität ist gut. Der Ton etwas gealtert (manche Musikpassagen wirken leicht verzerrt). Untertitel in Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen. Keine weiteren Extras.


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