Dübell, Richard

Die schwarzen Wasser von San Marco

Die schwarzen Wasser von San Marco
  • Verlag: Lübbe
  • Erscheinungsdatum: 2005-09-20
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 542
  • ISBN: 3404264606
  • EAN: 9783404264605
  • Amazon.de Verkaufsrang: 175.897
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Beschreibung von buecher.de

Venedig 1478: Aus den trüben Wassern der Lagune wird vor den Augen des deutschen Händlers Peter Bernward die Leiche eines Kindes geborgen. Bald darauf kommen zwei weitere Kinder ums Leben - Gassenjungen, die als Zeugen gesucht wurden. Wussten sie zu viel? Bernward beschließt, den wenigen Hinweisen nachzugehen. Dabei dringt er tief in das Räderwerk der Macht vor, mit der Venedig seit 400 Jahren den Handel in Europa kontrolliert - und gerät in ein Netz aus Verbrechen und Intrigen, das die dunkle Seite der Stadt offenbart...

Aus der Amazon.de-Redaktion

Richard Dübell ist ein wandelndes Rätsel. Tagsüber im Business-Zwirn als Manager bei Siemens tätig, durchstreift der 38-Jährige nach Geschäftsschluss in seinem Münchner Domizil bevorzugt Kölner Domgassen des 13. Jahrhunderts (Der Jahrtausend-Kaiser), rettet als Tuchhändler Peter Bernward eine mediävale Fürstenhochzeit vor Mord und Totschlag, hält schließlich jenseits der Alpen Eine Messe für die Medici -- und kreiert auf diese Weise einen Historien-Hit nach dem anderen. Das milde norditalienische Klima scheint dem Kaufmann und Hobbydetektiven Peter Bernward und seiner hübschen Gefährtin Jana trotz ihres haarsträubenden Medici-Abenteuers bekommen zu sein, haben die beiden Lieblingsprotagonisten Dübells in dessen neuem Historien-Epos doch beschlossen, der Lagunenstadt einen Besuch abzustatten. Doch kaum angekommen, droht neuerliches Ungemach: Venedig, im Jahre 1478 Herrin des Mittelmeeres und bedeutendste Handelsmetropole des christlichen Abendlandes, wird gerade von einer Serie grausamer Kindermorde heimgesucht! Die uralte Dogenstadt mit ihrem morbiden Reiz hat seit jeher schon Schriftsteller zu düsteren Kanalfahrten inspiriert. Möglicherweise lieferte Daphne du Mauriers grandios-schaurige Erzählung Spätestens in Venedig (vielen als kongeniale Filmversion Wenn die Gondeln Trauer tragen bekannt), einen ersten Anstoß zu Dübells Lido-Thriller. Bei ihm werden wir allerdings in eine Zeit versetzt, als auf dem Markusplatz der Scharfrichter noch seines Amtes waltete, die Pest die Menschen dahinraffte und ein gefürchteter Polizeiapparat aus korrupten Inquisitoren Peter Bernwards Ermittlungen zu verhindern sucht. Vergebens. Schon ist der deutsche Amateurschnüffler dem Sklavenhändler Barberro auf der Spur, der die Märkte der Stadt nach jungen Knaben absucht. Doch erst das merkwürdige Heim, in dem mittellose Mädchen eine Unterkunft (inklusive Ausbildung!) finden, führt den Gondel-Marlowe zur Lösung des Rätsels. Was er in den schwarzen Wassern von San Marco versenkt auffindet, wird gedeckt von einem Netz aus Intrigen und Verbrechen, das in höchste Kreise führt. Dunkler und prächtiger Genre-Krimi, Signor Dübell! --Ravi Unger

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Wolfgang Gonsch fanden 60 von 61 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen garantierte Hochspannung

Venedig im Jahre 1478. Wie ein zu Stein gewordenes Schiff hebt sich die Herrin des Mittelmeeres aus der Lagune. Sie ist die mächtigste Stadt und bedeutendste Handelsmetropole der christlichen Welt.

Als aus den trüben Wassern um das Arsenal vor den Augen des deutschen Händlers Peter Bernward die Leiche eines Kindes geborgen wird - offenbar die des Kaufmannsohnes Pegno Dandolo - passt dies zunächst nicht in die Pracht und Glorie dieses scheinbaren Paradieses. Doch es kommen weitere Jungen ums Leben, zwei Gassenjungen, die als Zeugen gesucht wurden.

Was wussten sie? Bernwards Gespür für außergewöhnliche kriminalistische Angelegenheiten erwacht und er beschließt den wenigen Hinweisen nachzugehen: Warum sucht der Sklavenhändler Barberro die Märkte der Stadt nach jungen Knaben ab? Was geschieht alles im Haus der Dame Rara de Jadra, wo mittellose Mädchen eine barmherzige Bleibe finden? In welcher Verbindung steht der mächtige Zehnerrat Giovanni Falier, der Doge werden möchte zu Pegno's Vater? Welche Rolle spielt der undurchsichtige Polizist Paolo Calendar bei alledem?

Immer weiter dringt Peter Bernward in das Räderwerk der Macht vor, mit der Venedig seit vierhundert Jahren den Handel im gesamten europäischen Raum kontrolliert. Unter dem Geflecht aus geschäftlichen Verbindungen, Familienbanden und gegenseitigen Abhängigkeiten existiert ein weiteres, viel dichteres Netz, eines aus Verbrechen und Intrigen, Prostitution und Sklaverei, das die dunkle Seite der Stadt offenbart. Dieser Roman hat alle Zutaten die ein Krimi vor historischem Hintergrund braucht: eine glanzvolle Epoche, schillernde historische Persönlichkeiten, undurchschaubare Intrigen und ein verbrecherisches Netzwerk aus Mord, Prostitution, Sodomie und Sklaverei.Der komplexe wie spannende Plot wird mit viel Fingerspitzengefühl und Raffinesse geschildert. Von Beginn an wird der Leser in die schillernde Atmosphäre des mittelalterlichen Venedigs hineingesogen und ahnt die schwärenden Dramen die allgegenwärtig lauern.Rund um das Fondaco dei Tedeschi, um die historischen Personen Rara de Jadra und Heinrich von den Chaldenbergen sowie den Dogen Giovanni Mocenigo und dessen Nachfolger Marco Barbarigo entwickelt sich ein Kriminalroman aller erster Güte. Trotz der für manchen abschreckenden Länge von fast 550 Seiten gelingt dem Autor auf geniale Weise niemals Langeweile aufkommen zu lassen und beinahe auf jeder Seite eine Überraschung parat zu halten die einen immer weiter treibt. Peter Bernward ist eine klassische Kriminalfigur, die nicht nur in den trüben Wassern von San Marco fischt sondern auch schon den Medici in Florenz eine Messe las.

Die Sprache hat Dübell modern gehalten; so kann man sich ohne Schwierigkeiten in das mittelalterliche Venedig „fallen" lassen und so Seite für Seite genüsslich verschlingen ohne in sprachlichen Auswüchsen stecken zu bleiben ...

Diese Rezension von Carmen Vicari fanden 8 von 8 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen In einem Rutsch gelesen

Auf der Rückreise erkrankt Jana, die Gefährtin Peter Bernwards in diesem dritten Roman. Wen wundert es, daß er die Zeit damit nutzt, einen neuen gefährlichen Fall zu klären. Auch dieses Buch ist spannend geschrieben und vermittelt so einige wissenswerte Details aus dem Venedig des 15. Jahrhunderts. Ich hab das Buch in einem Rutsch durchgelesen, denn ich konnte nicht mehr aufhören.1.Fall - Der Tuchhändler

2.Fall - Eine Messe für die Medici

3.Fall - Die schwarzen Wasser von San Marco

4.Fall - Das Spiel des Alchimisten

Diese Rezension von stefan stollreiter fanden 10 von 11 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Hochspannung in Venedig!

Als ich neulich abends nach Hause fuhr, hörte ich in den Nachrichten vom Tod des kleinen Pascal in Südwestdeutschland,

der im Zusammenhang mit der Entdeckung einer Kinderschänderbande aufgeklärt wurde. Mittelsmann war die Wirtin einer kleinen Kneipe.

Am Abend vorher hatte ich "Die schwarzen Wasser von San Marco"

fertig gelesen und mir wurde schlagartig bewußt, wie hoch brisant

dieses Thema - leider - auch heute noch ist.

Richard Dübell ist es dabei in beeindruckender Weise gelungen, dieses aktuelle Thema in Form eines historischen Romans vor

dem schillernden Hintergrund der Stadt Venedig Ende des 15. Jahrhunderts darzustellen.

Das Buch ist absolut faszinierend und seine Spannung steigert sich von Kapitel zu Kapitel, wozu meiner Meinung nach das wirklich nur dezent eingesetzte Stilmittel, den Handlungsfaden

am Ende eines Kapitels abzubrechen und auf der nächsten Seite

wieder aufzunehmen, durchaus seinen Teil beiträgt.

Richard Dübell gelingt es zudem, eine sehr komplexe und dichte

Atmosphäre herzustellen. Dies liegt sicherlich im wesentlichen auch daran, daß das Geschehen innerhalb von nur knapp fünf

Tagen vonstatten geht, so daß weder die Akteure, noch der Leser so richtig zum Verschnaufen kommen.

Apropos Akteure: Der Landshuter Kaufmann Peter Bernward löst hier

schon seinen dritten Fall und der Erfolg von Dübells Romanen hat

meines Erachtens sehr viel mit seinem "Star-Protagonisten" zu tun. Peter Bernward wird eben nicht als strahlender Held dargestellt, der ohne Fehl und Tadel seine Fälle löst.

Er ist ein Mensch wie Du und ich, der seine Schwächen und Fehler

hat, der noch immer mit den schweren Schicksalsschlägen aus seiner Vergangenheit zu kämpfen hat und dabei fast sein persönliches Glück in der Zukunft aufs Spiel setzt, der auch von

Selbstzweifeln nicht verschont wird und der seine Angst zeigt.

Und genau das macht ihn nicht nur sympathisch, sondern auch

glaubwürdig - darüberhinaus ist er aber natürlich auch ein sehr,sehr intelligenter Mensch, sonst wäre er nicht so erfolgreich.

Insgesamt ist dieses Buch genau das richtige für Leser, die

gut und glaubwürdig recherchierte historische Kriminalromane mögen und eines, das man angesichts der aktuellen Brisanz nicht

so einfach nach dem Lesen weglegt, es wirkt weiter.

Ich freue mich jedenfalls schon auf das - hoffentlich - nächste

Abenteuer mit Peter Bernward und seiner Familie!

Diese Rezension von Meggie fanden 11 von 13 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Düstere Verbrechen hinter glitzender Fassade

Der Autor schickt diesmal seinen Helden und mittelalterlichen Detektiv in das Venedig des ausgehenden Mittelalters. Die "Serenissima" befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Macht und ist Vorreiter einer fortschrittlichen Gesetzgebung. Manche Bürger und Kaufleute aus anderen Ländern interessieren sich aber weiter für ihre eigenen persönlichen Vorteile und ziehen ihren Vorteil aus dem noch immer existierenden Leid der Hungernden, Bettler und Gassenjungen/mädchen.

Der Mord an einem Sohn eines angesehenen Kaufmannes führt Peter Bernward in die dunklen Zusammenhänge aus Piraterie, Machtgier, Menschenhandel und anderen abgründigen menschlichen Eigenschaften.

Diese Rezension von Benjamin Bork fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Bewährt und gut

Peter Bernward, der den Lesern von "Der Tuchhändler" und "Eine Messe für die Medici" schon ans Herz gewachsen ist, muß sich 1478 wegen Bettlägerigkeit seiner Liebsten Jana Dlugosz notgedrungen ein paar Tage in Venedig aufhalten, das eigentlich nur als Durchreisestation vorgesehen war. Die Ermordung eines Patriziersprosses und mehrerer Gassenjungen veranlaßt ihn, weiter nachzuforschen, was zur Aufdeckung einer ungeheuerlichen Intrige und eines verbrecherischen Netzwerkes führt, in das ein Sklavenhändler, eine zwielichtige Heimleiterin, deutsche Kaufleute und höchste Kreise des venezianischen Stadtadels verstrickt sind.

Die exzellente Milieuschilderung und die sorgfältig konstruierte Handlung zeichnet Richard Dübells Roman "Die schwarzen Wasser von San Marco" ebenso aus wie alle Bücher des Autors. Neben der vertrauten Persönlichkeit Peter Bernwards wartet dieser Roman noch mit weiteren faszinierenden Charakteren auf: Allen voran der Untersuchungsbeamte Paolo Calendar, der die Fälle zuerst gegen Bernward, dann mit ihm gemeinsam aufklärt und hinter seiner kühlen unnahbaren Haltung eine einfühlsame zerrüttete Seele verbirgt. Ebenso interessant sind auch der lebenskluge schwarze Sklave "Moro" und die leidgeprüfte schwangere Kurtisane Fiuzetta.

Neben seinem Talent zur glaubwürdigen Gestaltung von Charakteren zeigt sich hier stärker als in den anderen Bernward - Büchern auch der feine ironische Humor des Autors, etwa wenn Peter Bernward sich wiederholt hoffnungslos im verschlungenen Gassengewirr der Lagunenstadt verirrt, deren Hauptverkehrswege nunmal die Kanäle sind und sich schließlich die Standard - Wegbeschreibung "Sempre dritto!" ("Geh wohin du willst!") selbst zu eigen macht. Auch seine Flachsereien mit Moro in der Wirtsstube sind sehr unterhaltsam.

Fazit: Der Roman ist ebenso lesenswert wie die beiden Vorgänger.

Die schwarzen Wasser von San Marco

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