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In Wolfgangs Klasse grassiert seit Wochen das Klon-Fieber. Ein kubanischer Wissenschaftler hat zugegeben, vor 16 Jahren zusammen mit einem deutschen Mediziner einen Menschen geklont zu haben. Nun sucht alle Welt nach dem Klon, der ungefähr in Wolfgangs Alter sein müsste. Und Wolfgangs Vater, Chefarzt der örtlichen Kurklinik, hat den Kubaner zur fraglichen Zeit gekannt. Als schließlich eine große Boulevardzeitung mit Wolfgangs Foto und der Schlagzeile 'Ist das der deutsche Klon?' auf der Titelseite erscheint, ist in dem idyllischen Kurstädtchen die Hölle los ...
Im Kielwasser von Harry Potter haben fantastische Jugendbücher nicht nur an Leserschaft, sondern auch an Prestige gewonnen. Kai Meyer, Autor der Bestseller Die Alchimistin und Die Unsterbliche, feiert mit seiner Trilogie um Die fließende Königin einen der größten Erfolge seiner Karriere. Auch Andreas Eschbach schreibt in erster Linie für ein erwachsenes Publikum -- Das Jesus Video und Eine Billion Dollar weisen ihn als Spannungsautor von internationalem Format aus. Mit Das Marsprojekt begeisterte er erstmals ein jugendliches Publikum, und auch Perfect Copy zeigt ihn in Hochform. Wolfgang Wedeberg ist 15 Jahre alt, als er seine Eltern zu einem Konzert des Cello-Wunderkinds Hiruyoki Matsumoto begleitet. Seit Kindesalter wird er selbst auf diesem Instrument unterrichtet, und sein Vater ist überzeugt, dass auch er bald auf den Bühnen der Welt stehen wird. Wolfgang ist sich da nicht so sicher: In letzter Zeit kommen ihm immer öfter Zweifel an seinem viel beschworenen Talent -- er möchte ein normales Leben ohne die täglichen Übungsstunden führen und mehr Zeit für seine Schulkameradin Svenja haben, die es ihm schwer angetan hat. Doch dann gerät seine Welt von einem Tag auf den nächsten aus den Fugen: Ein kubanischer Mediziner behauptet, vor knapp 16 Jahren einen Menschen geklont zu haben. Da Wolfgangs Vater zu den Wissenschaftlern gehört, die ihn damals gekannt haben, und da Wolfgang offensichtlich genau im richtigen Alter ist, gerät er in das Blitzlichtgewitter der Presse: Ist Wolfgang der Klon, von dem der Kubaner spricht, dessen Aufenthaltsort er jedoch verschweigt? Ist sein Vater deshalb so sehr von seinem Talent überzeugt -- weil er die genetischen Voraussetzungen dazu selbst geschaffen hat? Perfect Copy ist ein Spannungsroman, der sich einer der brisantesten Fragen unserer Zeit stellt: Was kann und was soll die Gentechnologie leisten? Andreas Eschbach gibt keine einfachen Antworten, sondern warnt vor vorgefertigten Urteilen und vorschneller Stimmungsmache. Er kritisiert die übersteigerte Erwartungshaltung vieler Eltern und erzählt ganz nebenbei noch eine romantische Liebesgeschichte. Schließlich soll trotz des ernsten Themas der Spaß nicht zu kurz kommen. --Felix Darwin
zu simpelWolfgang ist ein 16jähriger Schüler, der den größten Teil seiner Freizeit damit verbringt, auf seinem Cello zu üben. Doch in diesem Alter denken Jugendlich nicht so sehr an klassische Musik. Wolfgang hat mehr und mehr andere Dinge im Kopf, z.B. seine hübsche Mitschülerin Svenja, die es ihm angetan hat. Während er nun sein Musikinstrument immer mehr vernachlässigt und dafür bei Svenja zaghafte Fortschritte macht, wird nicht nur er überrascht, als eine große Boulevard-Zeitung einen Artikel veröffentlicht, in dem behauptet wird, daß er - Wolfgang - der erste menschliche Klon ist.
Es ist wohl Eschbachs lockerer, angenehmer Stil, der dieses Buch überhaupt noch lesenswert macht. Denn die Story ist es nicht. Diese ist einfallslos und teilweise naiv. Zwar werden ethische und moralische Bedenken erwähnt, doch sie werden nicht ausdiskutiert und damit werden sie auch kein Teil der Geschichte. Sicherlich muß ja nicht gleich der warnende Zeigefinger erhoben werden, doch ein paar Auseinandersetzungen zum Für und Wider der Manipulation am menschlichen Genom hätten dem Roman bestimmt etwas mehr Tiefe gegeben.
Zum Ende hin wird das Geschehen etwas dramatischer, doch die Glaubhaftigkeit der Charaktere verliert von Seite zu Seite. Es ist zwar so, daß sich Menschen nach den entsprechenden Erlebnissen ändern. Aber nicht so „krumm". Aus anfänglich undurchschaubaren Personen werden nun ganz klar Supergute oder Superschlechte. Irgendwie kommt das alles zu schnell, überhastet und ein wenig zu übertrieben. Es ist, als würden zwischendurch ein-, zweihundert Seiten fehlen, auf denen es genauere Erklärungen oder die genaue Entwicklung gegeben hat.
Nicht vergleichbar mit MarsprojektWer Eschbach's Jugendroman "Das Marsprojekt" kennt, wird hier eine kaum vergleichbare Unterhaltung vorfinden. Das altbekannte Thema der Klone wird vom gut recherchierenden und einfühlsamen Schwaben Eschbach so aufbereitet, daß man der Thematik neue Aspekte abgewinnen kann.
Die Jugend wird treffsicher adressiert, doch auch Erwachsene haben sicherlich ihren Spass.
Auch wenn mir das Marsprojekt besser gefällt - Eschbach's Qualitäten vermögen doch immer wieder zu überzeugen.
Nocopy is perfektDieser Roman Eschbachs gehört zu seinen Jugendbüchern, obwohl es mir als Erwachsenem durchaus Spaß machte, ihn zu lesen. Er ist spannend und unterhaltsam geschrieben. Wäre es kein Jugendbuch, würde ich bemängeln, dass die Figuren nicht ausreichend ausgestaltet wurden und einige auch etwas arg plakativ erscheinen. Doch für Jugendliche wäre es vermutlich langweilig, hätte er sich dafür mehr Zeit genommen. Das Thema ist zweifellos sehr brisant und außerordentlich ergiebig, so dass man sich nur wünschen kann, Andreas Eschbach würde bei Gelegenheit einen Roman für Erwachsene darüber schreiben. So wird das thematische Potential hier nur angedeutet. Aber insgesamt gesehen ist es eine flott erzählte Story mit den eschbachtypischen unerwarteten Wendungen. Man schafft es locker an einem Winternachmittag.
ein hochinteressantes thema„Perfect Copy" könnte ein ganz normales Jugendbuch sein. Der 15-jährige Wolfgang genießt sein Leben mehr oder weniger im beschaulichen Schwarzwald-Städtchen Schirntal. Wie ein ganz normaler Jugendlicher eben. Doch „ganz normal" ist der Roman auf alle Fälle nicht, sondern ein atemberaubender Thriller. Wolfgang ist mittendrin im Tumult, in der Aufregung, in der „Klonomanie", wie sein Freund Cem es bezeichnet. Denn vor zwei Wochen hat der kubanische Wissenschaftler Franscuelo Aznar die Weltöffentlichkeit mit der Erklärung schockiert, vor 16 Jahren einen Menschen geklont zu haben, und zwar auf Initiative und in Zusammenarbeit mit einem deutschen Mediziner, der unbekannt und unauffindbar ist. Denn seitdem Aznar bei einem Laborunfall erblindet ist, hat er keine Chance, seinen Partner wiederzuerkennen, der schließlich die Hauptverantwortung trägt. Und nun stellt sich natürlich die Frage - in Schirntal wie auch sonstwo: Wer ist dieser deutsche Arzt? Wer ist der Klon, der ungefähr in Wolfgangs Alter ist? Hinzu kommt, dass Wolfgangs Vater Arzt an der örtlichen Krebsklinik ist und den Kubaner zur fraglichen Zeit gekannt hat. Als schließlich ein Foto von Wolfgang mit dem Titel „Ist das der deutsche Klon?" in der Presse erscheint, ist die „Klonomanie" auf ihrem Höhepunkt angelangt.
Doch nach einer Genanalyse von Wolfgang und seinem Vater ist klar, dass Wolfgang kein Klon seines Vaters ist. Jemand anderes könnte nicht in Frage kommen und die Idylle kehrt zurück - und mit ihr das Vergessen des Vorfalls. Bis Wolfgang im Schlafzimmer seiner Eltern ein Foto entdeckt, dass ihn als 12-jährigen mit seinem Cello und einem ihm unbekannten Mann zeigt. Doch - erinnern kann er sich an die Situation, an den Moment der Aufnahme nicht, geschweige denn, dass er den älteren Herrn kennt. Ein schwerer Verdacht kommt in ihm auf und noch mehr seltsame Momente machen ihn nachdenklich. Ist an der Sache mit dem Klon doch etwas dran?
Auch wenn die Story nicht jeden interessieren würde, empfehle ich, es trotzdem zu versuchen. Denn enttäuscht wird niemand, von einem der besten Jugendbücher.
Sehr gutes Jugendbuch ...... über ein Science-Fiction-Thema, das nach wie vor aktuell ist, nämlich das Klonen von Menschen und die damit verbundenen ethischen Probleme.
Andreas Eschbach schreibt die schönsten Jugendbücher dieses Genres: Spannende Sci-Fi-Geschichten mit viel Action, glaubwürdiger Psychologie und menschlichen Entwicklungen gewürzt mit einem Schuß Humor. Die Gefühlslage junger Menschen an der Schwelle zum Erwachsensein ist meiner Meinung nach sehr gut getroffen, auch und gerade was die Suche nach der richtigen Berufswahl angeht. Ich hatte auch mit meinen sechsundvierzig Jahren auf dem Buckel noch viel Spaß an dem Roman und empfehle das Buch als nettes Geschenk für Leser ab vierzehn.