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Der griechische Denker Epiktet (ca. 50 bis 138 n. Chr.) gilt als wichtiger Vertreter der stoischen Philosophie. In seinem Handbüchlein weist er einen zeitlos modernen Weg, sich von jenen zweifelhaften Werten und Überzeugungen freizumachen die den Menschen versklaven. Wer sich unter Epikets Anleitung wahre innere Freiheit erwirbt, den wird nichts und niemand mehr hindern können, glücklich und zufrieden zu leben.
Die Kleine Bibliothek der Weltweisheit versammelt zwölf berühmte Werke zur klugen und richtigen Lebensführung. Sie befassen sich mit den zeitlos gültigen Fragen: Was überhaupt ist Glück? Was müssen wir tun, wie sollen wir handeln? Wie können wir mit den Rückschlägen des Lebens am besten umgehen? Was sind wir unseren Mitmenschen schuldig?Was ist ein richtiges, ein gerechtes Leben? Jeder dieser Texte ist als Meisterwerk der Weisheit und Lebenskunst in das Gedächtnis der Menschheit eingegangen.
"Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." (Kierkegaard)Es ist nicht erstaunlich, dass Epiktets praxisorientierte Philosophie in einer unsicheren Zeit entstand. Philosophie wird zum Mittel der Krisenbewältigung, zur Lebenshilfe, zu einem irdisches Glück verheißenden Religionsersatz.
Epiktet ist der Vertreter der Stoa. Als Sklave gelebt hat er früh erkannt, dass man selbst seinen höchsten Wert darstellt. Aus diesem Grunde empfiehlt er folgerichtig, auf die Wünsche und Begierden zu achten, damit nicht Unzufriedenheit über einen kommt. Unabänderliches versuche nicht durch Wünsche zu verbessern, Unerreichbares nicht durch falsche Begierde. So bleibe dem Sichtbaren, Realen treu und verliere dich nicht in Vorstellungen und Phantasien, die zu Vorwürfen gegenüber anderen führen. Wolle das, was geschieht klingt schon wie eine neurologische Erkenntnis der Jetztzeit. Achte darauf, was Gut und Böse ist, ist eine Maxime des Epiktetes, aber suche es nur in dem, was in deiner Macht steht. Handeln und Bewusstsein machen den Menschen aus, das reine Überleben und Vermehren ist ebenso die Bestimmung vernunftloser Wesen. Demjenigen, dem Vernunft und Bewusstsein gegeben, hat sich in der rechten Art und seinem Wesen gemäß zu verhalten.
Epiktet wurde im Jahr 50 n. Chr. geboren. Wie mit Platon und Aristoteles metaphysische Spekulation und wissenschaftlich-systematische Erkenntnis ihren Höhepunkt hatten, dient die Stoa und vor allem bei Epiktet der Sittlichkeit und Religiosität. Die Trias Logik, Physik und Ethik ist Bestandteil dieser durch Zenon im Jahre 300 v. Chr. begründeten Denkrichtung. Zenon suchte Anschluss an Heraklit, Sokrates und den Kynikern, ebenso bei Aristoteles. Neben Epiktet sind Seneca und der Cäsar Marc Aurel (siehe Rezension) die bekannten Vertreter des stoischen Denkens. Auswirkungen hatte die Philosophie der Stoa vor allem im Neuen Testament, bei den Schriften der Kirchenväter wie Augustinus, bei Spinoza und Goethe (vgl Dichtung und Wahrheit, II/6). Auch finden wir in den Werken Shakespeares Gedankengut der Stoa wieder.
Stoiker sind von Grund auf monisthisch, sie sehen im leitenden Prinzip alles, sie gelten als die konsequentesten Pantheisten des Altertums. Dieses leitenden Prinzip, der Gott Zeus, die Weltenseele ist alles, durch ihn, mit ihm und in ihm sind alle Dinge. Und so ist das stoische Weltbild eines des Neuen Testamentes. Seneca führt bereits seine Form des Pantheismus auf einen Gott zurück, so dass man schon von Theismus reden kann. Die ewige Wiederkehr, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einem, das All und die Vorsehung sind Elemente einer absoluten Logik. Wirklich frei in diesem Felde ist derjenige, der sich den Gesetzen der Natur unterordnet, sagt Spinoza und diesem Sinne meinte Seneca Gott und Nietzsche den ewigen Mittag in der Wiederkehr desselben. Freiheit und Notwendigkeit demnach sind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt.
Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist. So die einfache wie verständliche Botschaft. "Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." Mit dieser Erkenntnis Kierkegaards findet man vielleicht die Stellung und Bedeutung der Philosophie insgesamt für das eigene Leben.
Freiheit und Notwendigkeitsind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt. Epitket hat in der Zeit nach 50 n. Chr. gelebt und in der hellenistische Zeit, wo Individuen nach Verfall einer Gemeinschaft auf Sinnsuche waren, seine Philosophie gelehrt. Parallel zu Epikur sieht er die Einsicht in die Vernunft als herrschendes Merkmal eines zufriedenen und glücklichen Lebens. Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist.
Dieses Buch ist erschienen – und wie könnte es dann anders sein – in der Reihe der Weltweisheiten. Es ist klein, überschaubar und von schöner, nahezu asketischer Klarheit.
Ein wenig sauertöpfisch, der Herr Epiktet!Der griechische Philosoph Epiktet lebte von etwa 50 -138 und gilt als wichtigster Vertreter der späten Stoa.
Wie man dem Nachwort entnehmen kann, ist der Mensch nach stoischer Philosophie ein von der Vernunft( logos ) geleitetes Lebewesen.
Alle Dinge im Kosmos sind nach stoischer Auffassung durch rationale Kausalität miteinander verbunden. Wenn ein Mensch wirklich glücklich sein möchte, muss er im Einklang mit der vernünftigen Natur leben.
Erreichbar ist dieser Glückszustand nach Epiktet dadurch, dass der Mensch sich von allen Affekten frei macht. ( Dieser Gedanke hat mich an die Lehren des Dalai Lama erinnert, der auch davon spricht, dass man sich von Anhaftungen jedweder Art frei machen soll, um glücklich zu werden.)
Epiktet reflektiert den Wert der äußeren Dinge und macht klar, dass man sein Herz nicht an dererlei Geschichten hängen soll, weil diese mithin nicht wirklich glücklich machen. Sie können nie wirkliches Eigentum, sondern stets nur vorübergehender Besitz sein, der einem natürlich genommen werden kann.
Auch gilt es Begehrlichkeiten zu überwinden, weil sie letztlich die Gemütsruhe - sie ist die Grundvoraussetzung für ein geglücktes Leben, nach Epiktet - empfindlich zu tangieren scheinen.
Der Philosoph weist darauf hin, dass man bei allem, was man tut, bedenken möge, welche Dinge erforderlich sind, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen und welche Folgen sich daraus ergeben.
Bevor man handelt, sollte man stets überlegen, ob man eines angestrebten Handlungszieles wegen seine Gelassenheit, Freiheit und Gemütsruhe aufs Spiel setzen möchte.
Epiktet ermahnt zur Sittlichkeit ,- auch im Reden -. Er rät in der Folge schlechte Gesellschaft zu meiden, weil diese, selbst wenn ein Mensch rein ist, am Ende Persönlichkeitsveränderungen nach sich zieht.
Dass Epiktet das Lachen mit Skepsis sieht, lässt ihn etwas dröge erscheinen.
Zwischen intellektueller Ernsthaftigkeit und heiterem, ausgelassenem Lachen sehe ich keinen Widerspruch. Schade, dass man den Denker nicht mehr fragen kann, was ihm bei diesem sauertöpfischen Gedanken durch den Sinn gegangen ist.
Epiktet rät zur Mäßigung in allen Bereichen des Lebens und sagt etwas Hochinteressantes zum Thema Frau, das ich an dieser Stelle zitieren möchte:" Die Frauen werden sogleich vom vierzehnten Jahre an von den Männern Herrinnen genannt. Wenn sie nun sehen, dass sie kein anderes Verdienst haben, als dass sie mit den Männern schlafen, fangen sie an, sich schön zu machen und hierauf all ihre Hoffnungen zu setzen. Es wäre nun wohl der Mühe wert, sie merken zu lassen, dass man sie nur dann ehrt, wenn sie sich bescheiden und sittsam aufführen."
Die Sätze wollen mir nicht gefallen! Was bezweckt Epiktet mit dieser Aussage? Hier kommt der Philosoph schmallippig, gleichwohl auch berechnend daher. Hier spricht kein Plutarch, der überzeugt ist, dass die Basis einer guten ehelichen Gemeinschaft: Austausch im Gespräch, Übereinstimmung im Charakter und vertrautes Beisammensein ist, sondern ein Mann, der nicht den Dialog mit seinem weiblichen Gegenüber sucht, sondern es stattdessen bevormunden will.
Wollen wir ihm diesen Satz großzügig nachsehen, nicht jeder ist ein Plutarch!
Generell haben mich die Reflexionen des ungern lachenden Philosophen beeindruckt, deshalb 5 Sterne, obgleich man mancherlei mit ihm noch ausdiskutieren müsste.
Um offen zu sein, für Plauderstündchen bei einem Glas Wein wäre mir Plutarch als Gegenüber allerdings lieber!
Empfehlenswert!
Epiktet ist wie Seneca ein Stoiker Das höchste Gut und die größte Glückseligkeit liegen für die Stoiker im naturgemäßem Leben. Freiheit von Affekten und innere Unerregbarkeit ist das Ziel der Stoikern, aber Sie erwarten auch von sich selber nicht, daß sie Fehlerfrei seien. Wie ein Leben eine Stoikers aussehen kann wird dann in dem Buch erklärt.
Die einzelnen Überschriften über den Kapiteln fand ich teilweise etwas verwirrend, da sie nicht zu dem Text richtig passten. Die Texte enthalten teilweise sehr gute Gedanken. Für den günstigen Preis des Buches bleibt es aber dennoch eine gute Investition für den Geist.
Zitate aus dem Buch:
"Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen über die Dinge beunruhigen die Menschen."
"Bedenke, daß nicht derjenige dich kränkt, der dich schmäht oder schlägt, sondern deine Meinung, daß darin etwas Kränkendes liegt."
"Wenn dich jemand schlimm behandelt oder Schlimmes von dir redet, so bedenke, daß er tut oder redet in der Meinung, er sei im Recht."
"Es ist Sache des Unwissenden, andere wegen seines Mißgeschicks anzuklagen; Sache des Anfängers in der Weisheit, sich selber anzuklagen; Sache des Weisen, weder einen anderen noch sich selbst anzuklagen."
"Sokrates ist dadurch vollkommen geworden, daß er in allem, was ihm begegnet, auf nichts anderes als auf die Vernunft achtete."
Adelung-1793: Leben, das · Leben
Brockhaus-1837: Epiktet · Leben
Brockhaus-1911: Epiktet · Leben · Meister vom Stuhl · Alter vom Berge · Priester vom Heiligen Geist · Nassauischer Hausorden vom goldenen Löwen · Jakob vom Schwert · Frauen vom guten Hirten · Damen vom heiligen Herzen Jesu · Ingenieuroffizier vom Platz · Gustav vom See
DamenConvLex-1834: Tanhäuser, die Sage vom · Lancelot vom See
Eisler-1904: Leben · Wille zum Leben · Satz vom Grunde · Ausgeschlossenen Dritten, Satz vom · Grunde, Satz vom (zureichenden)
Eisler-1912: Epiktet aus Hierapolis
Goetzinger-1885: Brüder vom gemeinsamen Leben · Gregor vom Steine
Heiligenlexikon-1858: Maria Dorothea vom heil. Joseph (206)
Herder-1854: Epiktet · Leben · Beschauliches Leben · Alter vom Berge · Lancelot vom See · Damen vom Herzen Jesu
Kirchner-Michaelis-1907: Leben
Meyers-1905: Ewiges Leben · Losung ums Leben · Freie Bühne für modernes Leben · Leben · Tod und Leben · Meister vom Stuhl · Missionspriester vom heiligen Vinzent von Paul · Lehrschwestern vom heiligen Kreuz · Lanzelot vom See · Lancelot vom See · Nassauischer Hausorden vom Goldenen Löwen · Rath, Gerhard vom · Rose vom Libanon · Rücktritt vom Versuch · Priester vom Heiligen Geist · Paul vom Kreuz · Pfaffe vom Kahlenberg · Philo vom Walde · Frauen vom (zum) guten Hirten · Deutscher Verein vom Heiligen Lande · Gesellschaft vom Glauben Jesu · Frauen vom heiligen Maurus und von der Vorsehung · Artillerieoffizier vom Platz · Alter vom Berge · Damen vom heiligen Herzen Jesu · Chorherren vom heiligen Kreuz · Johannes vom Laterān · Jakob vom Schwert · Kalenberg, Pfaffe vom · Kahlenberg, Pfaffe vom · Gretchen vom Deich · Gregorius vom Steine · Ingenieuroffizier vom Platz · Gustav vom See
Pataky-1898: Frauen, unserer, Leben
Pierer-1857: Thierisches Leben · Vegetatives Leben · Leben [2] · Ewiges Leben · Leben [1]