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1423 hört Johanna zum ersten Mal die Stimmen der Heiligen. Was sie ihr sagen, erschreckt das Bauernmädchen zutiefst: Sie soll Frankreich vom Elend der englischen Besatzung befreien und den Dauphin Karl zum französischen König machen. Zweifelnd und doch gehorsam macht sich Johanna auf den Weg. Sie ahnt nicht, was vor ihr liegt: In blutigen Schlachten wird sie das französische Heer zu strahlenden Siegen führen, aber am Ende wird der Verrat der Herrschenden stehen - und ein grausamer Tod. Die Erlebnisse von Johanna, der Jungfrau von Orléans, gehören zu den bestdokumentierten Geschichten des Mittelalters. Pamela Marcantels historischer Roman beruht auf Selbstzeugnissen, Augenzeugenberichten und den Akten des Hexenprozesses gegen die junge Frau, die mit 18 Jahren auf dem Scheiterhaufen endete.
Ein wirklich ergreifendes Buch über Jeanne d'ArcDieses Buch erzählt die Geschichte von Jeanne d'Arc, der Jungfrau von Orléans, in ergreifender Romanform. Der dabei verwendete Stiehl läßt sich durch aus mit einschlägiger Fantasyliteratur vergleichen, geht aber aufgrund der Tatsache, daß dieser Roman auf wahren Gegebenheiten und überlieferten Schriftstücken beruht ganz anders unter die Haut. Ich halte es für sehr empfehlenswert. Übrigens es hat "nur" 800 Seiten und nicht 970 wie zur Zeit angegeben. Ansonsten läßt sich, wenn man von ein paar kleineren Übersetzungsfehlern absieht nichts negatives sagen.
Das beste Buch, das ich je gelesen habeDas Buch war überwältigens. Ich habe vorher schon Bücher über Jeanne Romée gelesen, aber dieses ist mit Abstand das Beste und übertrifft jedes Buch, das ich je gelesen habe.
Obwohl ich die Geschichte der Jungfrau Jeanne schon vorher wirklich auswendig kannte, hat mich dieses Buch absolut gefesselt und war so spannenden, wie keines, an das ich mich erinnern könnte.
Allesdings sollte man noch ein Contra einwerfen:
Ich finde es eine bodenlose Unverschämtheit von Pamela Marcantel zu erzählen, dass Jeanne im Dojon von Rouen von gleich mehreren englischen Soldaten vergewaltigt worden sei. Es gibt keinen historischen Beweis, der dies belegen könnte, im Gegenteil, was sie im Nachwort auch noch erwähnt.
Obgleich dieses Einwandes war das Buch trotzdem einfach nur toll.
Vor allem die letzten Kapitel über das Ketzereiverfahren in Rouen, von denen ich gedacht hätte, dass sie sehr langweilig sein würden, wenn man es so ausführlich schildert, fande ich sehr spannend.
Ebenfalls sehr gut finde ich, dass im Epilog noch ausführlich geschildert wird, was mit den anderen Personen nach Jeannes Tod geschieht.
Während des Lesen kam mir die Geschichte oftmals wie ein Fantasyroman vor und ich brauchte etwas Zeit, um zu verstehen, das dies alles sich wirklich so zugetragen hat, das war fantastisch.Alles in Allem will ich noch einmal sagen, dass dieses Buch einfach ein Meisterwerk ist, das von jedem gelesen werden sollte, der sich für das Leben der Jungfrau Jeanne interessiert.
Absolut lesenswert und empfehlenswert !!!!Statt die beiden neueren Verfilmungen zu sehen, sollte man lieber dieses Buch lesen. Es ist absolut fesselnd geschrieben, spannend, und dabei noch historisch sehr gut recherchiert. Alle auftretenden Personen sind historisch verbürgt, und daß ein Mitstreiter Jeannes sich später zur französischen Märchengestalt des "Königs Blaubart" entwickelt, ist selbst für jemanden, der sich für die Geschichte des Mittelalters interessiert, neu. Der Prozess und die Qualen Jeannes in der Gefangenschaft sind so ergreifend und detailliert geschrieben, daß selbst ich mir als Horrorfilmerfahrender gewünscht habe, daß nun endlich der unvermeidliche Gang zum Scheiterhaufen folgt und den Qualen endlich ein Ende bereitet wird. Man muß allerdings akzeptieren, daß die Autorin Jeannes Stimmen für wahrhaftig von Gott gesandt interpretiert und nicht eine rationale Erklärung vorzieht. So ist Jeannes Tod dann auch endlich die Erlösung, denn ihre Seele gleitet nun endloser Glückseligkeit entgegen. Weiterhin toll ist, daß man im Nachwort erfährt, was aus den weiteren Personen geworden ist, wie z.B. dem Ankläger Cauchon, dessen Leiche nach der Rehabilitierung aus dem Grab geholt und in die öffentliche Kloake geworfen wurde. Unbedingt lesen!!!
Jehanne, Homo sapiensIn Johanna von Orléans, so die phantasielose Übersetzung des englischen Titels "An Army of Angels", schildert Pamela Marcantel die Lebensgeschichte der - nein, eigentlich nicht der gleichnamigen Heldin des hundertjährigen Krieges. Denn die Protagonistin, deren Weg wir von der ersten Vision bis zur Hinrichtung mitverfolgen, präsentiert die Autorin uns nicht als die heilige Johanna von Orléans, sondern als Jehanne Romée, einen Menschen mit besonderem Schicksal, aber keinen Übermenschen ohne Schwächen. Jehanne bedauert gefallene Franzosen und Engländer gleichermaßen, Jehanne beweist rhetorisches Talent und Selbstvertrauen, Jehanne ist treue Freundin ihrer Freunde. Jehanne neigt zu Wutausbrüchen, Jehanne kann nicht schreiben, Jehanne übergibt sich.
Dementsprechend muss man auch nicht befürchten, einen historischen Roman à la "Die Päpstin" aufgetischt zu bekommen, in dem die Geschichte zu einem Kampf der guten Frau gegen die böse Männerwelt verunstaltet wird, wozu der Stoff ja wie kaum ein anderer Gelegenheit geboten hätte. In "Johanna von Orléans" wird informiert, nicht dogmatisiert.Welt wie Charaktere wirken lebendig, interessant und glaubwürdig, denn weder verklärt die Autorin das Mittelalter zur romantischen Zeit der kühnen Rittersleut´, noch übersieht sie wie einige andere die Lichtstrahlen, die durchs scheinbar so finstere Mittelalter geisterten. Intoleranz findet ihren Platz genauso wie Freundschaft, Gewalt genauso wie Hilfsbereitschaft, Machtgier genauso wie Selbstlosigkeit, und so formt sich das harmonische Gesamtbild einer Welt, in die man gerne für ein paar Stunden eintaucht, um dann wieder wohlbehalten und um einige neue Erkenntnisse reicher in unsere schöne, neue Welt zurückzukehren.
Auf zwei Punkte möchte ich, was Welt und Charaktere angeht, gesondert hinweisen, da sie bei manchen sicherlich die Kaufentscheidung beeinflussen können:
Entgegen den Erwartungen, die man vielleicht an ein Buch aus dem agnostisch-atheistischen 21. Jahrhundert hat, folgt Marcantel in ihrer Interpretation der Ereignisse den dokumentierten Aussagen der Protagonistin und lässt die Visionen tatsächlich von Gott (bzw. Engeln und Heiligen) kommen. Die Visionen selbst sind übrigens sehr gut ins Geschehen eingegliedert und stehen in ständiger Wechselwirkung mit der Psyche Jehannes, welche des öfteren zweifelt, ob ihre Ratgeber, wie sie die Erscheinungen nennt, sie verlassen haben, und stets ihr Urteil von deren Urteil abhängig macht.
Nach dem Schuss vor den atheistischen Bug folgt gegen Ende des Buches der Sturm auf die Festung der Erzfrommen. Jehanne wird in englischer Gefangenschaft vergewaltigt und so ist es nicht Jehanne la Pucelle, Jungfrau von Orleáns, sondern Jehanne, die ehemalige Jungfrau, die letztendlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird.Die Geschichte ist, auch wenn fast jedem in Grundzügen und inklusive Ende schon vorher bekannt, spannend erzählt, zieht sich aber in manchen Passagen dennoch etwas stark in die Länge. Nebenher erfährt man einige interessante Details, beispielsweise die wahren Hintergründe des Blaubart-Märchens, das auf der Geschichte des Barons und Massenmörders Gilles de Ray basiert. Auch der Schreibstil ist gut, wenn auch einige französische Waffenbezeichnungen nicht übersetzt worden sind und man auch als Französisch-Leistungskurs-Schüler sich demzufolge manchmal fragt, womit bitte jetzt das Heer bewaffnet ist.Wenn man bereit ist, die beiden genannten Extremstellen zu tolerieren, und sich für Geschichte interessiert, sollte man diesem Buch eine Chance geben. Verdient hat es sie allemal.
Sachbuch oder Roman?Zweifellos ist Pamela Marcantel, was Jeanne d'Arc angeht, eine Expertin; nahezu jedes Faktum, das über deren Leben bekannt ist, hat sie geschickt in ihren Roman eingebaut - die Handlung läuft fließend und ohne größere Unterbrechungen. Wer also etwas über Jeanne d'Arc erfahren möchte, sich aber nicht gern mit reinen Sachbüchern abgibt, ist mit diesem Buch gut bedient.
Weit weniger gelungen ist es ihr, wie ich finde, die Person der "Jehanne" glaubhaft zu gestalten. Ich bin ganz und gar nicht der Ansicht, daß man die französische Nationalfigur zur Heldin in jeder Beziehung stilisieren muß, aber der ständige Wechsel zwischen knallharter Durchsetzungsfähigkeit und nagenden Selbstzweifeln, der anscheinend dazu dienen soll, einen Menschen aus der Sagengestalt zu machen, ist mindestens ebenso unbrauchbar. Auf Dauer ist es dem Lesevergnügen auch nicht gerade förderlich, ständig mit "Jehannes" Hysterie konfrontiert zu werden, wenn diese sich zum wiederholten Male fragt, ob sie tatsächlich würdig sei, Gottes Werk zu vollbringen, ob ihre Ratgeber sie verlassen hätten, ob sie sich alles nur eingebildet hätte... Wie man dann schon längst weiß, erscheinen die Ratgeber spätestens am nächsten Tag und beruhigen das aufgewühlte Kind wieder. Ebenso verhält es sich mit Zweifeln der anderen gegenüber Jeannes "Mission", die über kurz oder lang ebenfalls wieder kurzfristig zerstreut werden. Diese Wiederholungen ziehen sich fast durch die gesamte Handlung und stören deren Verlauf.
Von diesem Mißton einmal abgesehen, kann ich auch Pamela Marcantels Schreibstil nicht wirklich gut nennen. Jede bedeutsame Handlung oder Empfindung "Jehannes" wird mit überladenen Metaphern ausgeschmückt, aber es gelingt der Autorin einfach nicht, mich von den Motivationen Jeannes, von ihrem Christentum als tiefster Antriebskraft zu überzeugen. Obgleich die kursiv gesetzen Mitteilungen der Ratgeber (die ja zumindest in Jeannes Bewußtsein durchaus real waren) sich durchaus dazu eignen, die Handlung voranzutreiben und ihr eine glaubhafte Basis zu vermitteln, ist "Jehannes" christliche Überzeugung, im Sinne Gottes zu handeln, nicht wirklich spürbar, obgleich sie wieder und wieder darauf zu sprechen kommt. Einen letzten Absturz erleidet der Roman in Jeannes Prozeß, wo sie klischeehaft zum unschuldigen Opfer und ihre Richter zu von abgrundtiefer Bosheit zerfressenen Monstern stilisiert werden. Marcantels Beharrlichkeit, an den historischen Fakten festzuhalten, verleiht dem Ganzen hier sogar noch einen Hauch Komik. Daß "Jehanne" im Verlauf des Prozesses immer kraft- und mutloser, geschwächter wird, ist nachvollziehbar; ihre mehrfache Vergewaltigung, wohl nur der übertriebene Versuch, ihre Gegner endgültig zu den wahrhaft Schuldigen abzustempeln, wirkt zwar reichlich übertrieben, doch immer noch glaubhaft. Aber daß "Jehanne die Jungfrau" zum Zeitpunkt ihrer Verbrennung wieder zur triumphierenden moralischen Siegerin aufsteigt und von keinem Zweifel gequält in den Tod geht, scheint, besonders nach Marcantels Bemühen, den ständigen seelischen Konflikt darzustellen, der sich in der Brust ihrer Heldin abspielt, doch nur der höchst melodramatische Versuch der Autorin zu sein, ihre verzweifelt vermenschlichte, in den tiefsten Schmutz gezogene Heldin wieder zur strahlenden Viktoria zu machen, als die sie heute verehrt wird.
Fazit: Hätte Pamela Marcantel eine Biographie oder ein Sachbuch über einen speziellen Aspekt der Person Jeanne d'Arc (oder Rommée) geschrieben, wäre dieses wohl ebenso lesenswert gewesen wie beispielsweise die Biographie von Mary Gordon; dadurch, daß sie einen Roman schrieb, gelang es ihr nur, dem Leser die wissenschaftlichen Fakten in ein Melodrama verpackt zu liefern.
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Meyers-1905: Orléans, Jungfrau von · Jungfrau von Orléans · Orléans [3] · Orléans [4] · New Orleans · Orléans [1] · Orléans [2]
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