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Innerhalb der Editionsgeschichte kommt der 1819 erschienenen zweibändigen, sehr seltenen Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen eine besondere Bedeutung zu. Sie erscheint im Vergleich zur ersten Veröffentlichung 1812/15 inhaltlich wesentlich durchdachter und im Hinblick auf sprachliche Vervollkommnung abgerundeter: So viele neue und ergänzte Texte hat es nie wieder gegeben. Nicht wenige Stücke waren umgestellt oder Überschriften geändert, fragmentarische Fassungen ausgeschieden worden. Die Ausgabe bildet die Basis für alle späteren Editionen ebenso wie für die sogenannte Kleine Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen (1825 ff.) Wilhelm Grimm nahm mit sicherem Gespür für gut erzählte Texte mittlerweile veröffentlichte oder neu entdeckte Märchen in die Sammlung auf, die bis heute zu den Lieblingsstücken gehören, wie z. B. Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack (Nr. 36), Die Bremer Stadtmusikanten (Nr. 27) oder Hans im Glück (Nr. 83). Zahlreiche verdichtete Fassungen oder komplette Stücke erschienen innerhalb des Anmerkungsbandes von 1822. Dieser Band ist von hohem wissenschaftsgeschichtlichem Interesse - weltweit das erste eigenständige Werk zum Vorkommen und zur Überlieferung von Märchen, das einen nicht zu unterschätzenden Einblick in den Wissens- und Erkenntnisstand der damaligen Zeit bietet. Märchen werden hier in einem nicht zu engen Sinne als Sammelbegriff für Gattungen wie Mythen, Fabeln, Lügengeschichten usw. aufgefaßt. Auf knapp der Hälfte des Bandes skizziert Wilhelm das Märchengut anderer europäischer Länder.
Mit Vorwort, Wörterverzeichnis, Typen- und Motivkonkordanz, Literaturverzeichnis und Register neu herausgegeben von Hans-Jörg Uther.
Herausgegeben von Helmut Birkhan, Klaus Düwel, Otfrid Ehrismann, Elisabeth Feldbusch, W. Heizmann, W. Kürschner, L. Petzoldt, H.-J. Uther, R. Schmidt-Wiegand und D. Werkmüller.
Erfüllt nicht alle Ansprüche des Bücher-LiebhabersDer Olms-Verlag hat sich schon mannigfaltig verdient gemacht um Reprints von alten Werken. Für den rein intellektuell interessierten Leser mögen die Reprints der hier vorliegenden 2. Auflage der Grimm-Märchen (1819, 1822) alle Bedürfnisse befriedigen. Doch die Buchliebhaber kommen leider etwas zu kurz. Die wunderschönen Radierungen, von denen in der Originalausgabe je zwei in den ersten beiden Bänden enthalten sind, werden in den Reprints teilweise schlecht wiedergegeben (grob aufgelöste Scans). Im ersten Band fehlt gar eine der Radierungen (Engelmotiv zum Märchen Brüderchen und Schwesterchen). Wünschenswert wäre es gewesen, wenn die Illustrationen in Farbe erfolgt wären. Der Reprint wurde gegenüber dem Original etwas vergrössert, was der Lesbarkeit der (Fraktur-)Type entgegenkommt, da das Original sehr kleinformatig und die Schriftgrösse entsprechend klein ist.
Adelung-1793: Märchen, das · Grimm, der · Grimm
Brockhaus-1911: Märchen · Grimm [2] · Grimm · Zahnen der Kinder · Uneheliche Kinder · Natürliche Kinder
Eisler-1912: Grimm, E. · Grimm, Eduard
Herder-1854: Märchen · Grimm [3] · Grimm [4] · Grimm [1] · Grimm [2] · Uneheliche Kinder · Aussetzung der Kinder · Kinder
Meyers-1905: Märchen · Grimm · Stillen der Kinder · Natürliche Kinder · Zahnen der Kinder · Verwahrloste Kinder · Uneheliche Kinder · Beratene Kinder · Auffütterung der Kinder · Kinder · Kinder Israel · Kinder Gersons
Pataky-1898: Grimm, Frau Marie · Grimm, Gisela · Grimm, Charlotte · Grimm, Emilie u. Emma Laddey
Pierer-1857: Märchen · Grimm · Stimmritzenkrampf der Kinder · Natürliche Kinder · Uneheliche Kinder · Kinder des Lichts · Wegsetzen der Kinder · Unrechtmäßige Kinder · Berathene Kinder · Auszug der Kinder Israel · Abgelegte Kinder · Krampfasthma der Kinder · Kinder ohne Sorgen · Kinder der Wittwe