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Dümmer geht immer!Das kann doch nicht wahr sein! - möchte man angesichts der von Bob Fenster gesammelten Geschichten über menschliche Dummheit ausrufen. Aber: Es ist wahr. Die Menschheit lässt nichts unversucht, ihre Dummheit zu beweisen - z.B. damit, die eigene Katze zum Trocknen in die Mikrowelle zu stecken. Ein urkomisches, rabenschwarzes Lesevergnügen!
Tatsächlich ein Panoptikum der DummheitTscha, da bin ich wohl selbst über meine eigene Dummheit gestolpert. Und zwar dergestalt, dass ich annahm, ein Buch, das im renommierten Rowohlt-Verlag erscheint, mag zwar nicht unbedingt streng wissenschaftlich sein, aber wenigstens vergnüglich geschrieben und mit einem populär-wissenschaftlichen Anstrich versehen sein. Denkste! Oder vielmehr eben: Nicht. Da hätte ich wohl besser kurz reingelesen, anstatt dieses Kompendium blind zu kaufen. Nur soviel: Der Autor dieses, offensichtlich innerhalb zweier Tage runtergerissenen Machwerks, steht in Intelligenzdingen den Leuten in nichts nach, denen er in seinem Buch vorwirft, dumm zu sein. "Die Katze in der Mikrowelle" ist eine Anekdotensammlung - und zwar nur das. Kein erläuternder Text, keine Einordnung, keinerlei wissenschaftliche, anthropologische, ja popkulturelle Einordnung des Phänomens Dummheit. Sondern nur: Anekdoten. Anekdoten zumal, die sich so überall im Internet finden lassen, die gern auch in der In-Box des eigenen Email-Fachs landen. Anekdoten, die zu 80 Prozent das sind: Anekdoten, urbane Mythen, kurz: Märchen. Lustig ist auch, dass der Autor sich immer wieder selbst widerspricht, eine Geschichte ins Jahr 1899 datiert und zehn Seiten weiter die selbe dumme, falsche Geschichte 24 Jahre früher spielen lässt. Lustig ist auch, dass Herr Fenster sich über europäische Gebräuche des Mittelalters mokiert. Zitat: "Die Europäer dachten im Mittelalter, Bäume würden Vögel gebären". Tja, und was machten die Amerikaner in dieser Zeit? Haben das Auto erfunden, Herr Fenster, gell? Ist das schon dumm, oder was. Hätte Herr Fenster einfach mal ein bisschen recherchiert, wäre ihm vielleicht aufgegangen, dass die Menschheit zwar geistig beschränkt ist, aber nicht so dumm, für wie uns der Autor verkaufen will. Andererseits, immerhin hat er ja mindestens einen Blöden gefunden, der sein Buch erworben hat. Und: Mit sowenig Arbeit soviel Erfolg zu haben, lässt nur einen Schluss zu: Es gibt immer noch viel mehr Menschen, die noch viel dümmer sind, als man selbst.
Das schechteste Buch seit langenUm es kurz zu machen:
- Geschichten in der Form von Urbanen Legenden ohne Quellenangaben, deren Wahrheitsgehalt eher zweifelhaft bzw. zum Teil nachweislich falsch ist.
- Lieblos übersetzt (die amerikanische Ausgabe ist wenigstens noch witzig)
- Es deutet viel darauf hin, dass hier nur aus fremden Quellen abgeschrieben wurde ohne wirkliche Recherche.
- Sogar die Geschichte mit der Katze in der Mikrowelle selbst ist ehre zweifelhaften Ursprungs. Es gibt sie im Netz allein in mindestens 3 Varianten (Katze, Hund, Hase). Keine Einzige mit einem Hinweis auf ein angebliches Gerichtsurteil wg. Schadensersatz. Urbane Legenden (Gerüchte)
Wenig SpannendesDieses Buch sollte mir als kurzweilige Ferienlektüre dienen und ohne viel Tiefgang Unterhaltung bieten. Zwar waren die chronologisch geordneten Einträge ganz nett zu lesen, doch war man sich oft nicht sicher, ob die geschilderten „Dummheiten“ wirklich aus seriösen Quellen stammen. Man hat ständig das Gefühl, das die Einträge wenn nicht sogar gänzlich erfunden, wenigstens deutlich geschönt waren. Außerdem war die Übersetzung aus dem Englischen an manchen Stellen unpräzise. Ich vergebe nur zwei Sterne, weil das Buch zwar an manchen Stellen durchaus unterhaltend war, meistens jedoch an Authentizität mangelte.
Erwartungen absolut nicht erfülltIch habe das Buch gekauft mit der Erwartung, dass es spezielle Beispiele mit gut recherchierten Hintergrundinformationen enthält. Was ich dann zu lesen bekam war ein Sammelsurium von sehr kurzen Beispielen ohne irgendwelche relevante Informationen. Zwar deuten die Mehrzeiler schon auf eine erstaunliche Dummheit hin, aber die meisten dieser Geschichten hat man schon irgendwann gehört. Zudem überkommt einem ein gewisses Misstrauen ob all diese Geschichten auch tatsächlich stimmen. Hinzu kommt dass es doch sehr holprig geschrieben ist. Ab und ein paar Seiten darin zu lesen ist okay. Mehr nicht.
Phantastisch absurde AnekdotensammlungWenn man mit hochgestochenen Erwartungen an dieses Buch herangeht haben meine Vorkritiker sicherlich Recht. Wenn man aber einfach eine amüsante Sammlung von Versatzstücken menschlichen Versagens genießen will ist das Buch immerhin eine pralle Fundgrube voller derben Humors, geeignet dem geneigten Leser zahlreiche zwerchfellerschütternde Momente zu bescheren.
Wer mehr will dem empfehle ich zB. das Buch von José Antonio Marina: Lob der Intelligenz oder Die Überwindung der Dummheit. Da kommen dann auch die Leser mit intellektuellen Ansprüchen auf ihre Kosten.
Adelung-1793: Fenster, das · Katze (7), die · Katze (6), die · Katze (8), die · Katze, die · Katze (9), die · Katze (5), die · Katze (1), die · Cyper-Katze, die · Katze (2), die · Katze (4), die · Katze (3), die
Lueger-1904: Sprosseneisen, -fenster · Fenster · Katze [3] · Katze [1] · Katze [2]
Meyers-1905: Fenster, ovales · Ovales Fenster · Fenster · Neunschwänzige Katze · Katze [2] · Katze [1] · Bob
Pierer-1857: Griechisches Fenster · Vlämisches Fenster · Fenster [2] · Fenster [1] · Attisches Fenster · Neunschwänzige Katze · Spanische Katze · Syrische Katze · Katze [4] · Katze [1] · Fliegende Katze · Katze [3] · Katze [2]