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Die Berliner Kommerzienrätin Jenny Treibel, seit ihrer Heirat der wohlhabenden Bourgeoisie angehörig, lädt zum Diner. Unter den geladenen Gästen ist Corinna, die mit Charme und Esprit die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nicht zuletzt ihr Vetter Marcell verehrt sie. Ins Auge faßt Corinna an jenem Abend allerdings den jungen Leopold Treibel, den sie der gesellschaftlichen Position wegen heiraten möchte. Als Jenny Treibel, die sich selbst für eine sentimentale Idealistin hält, von diesen Intentionen erfährt, vergißt sie jedoch jeden Idealismus.
Oberflächliches GezickeVon einem Autor, der etwas gesellschaftlich so Geniales wie Effi Briest" geschrieben hat, erwartet man viel. Nun, Fontane lässt sich auch bei Frau Jenny Treibel" sprachlich nicht lumpen. Poetisch und doch flüssig ist hier sein Stil. Doch die Geschichte um die hyperhysterischen Figuren, die steif in ihren Konventionen verharren und lieber sterben würden, als auch nur einen Millimeter abzuweichen und nachzugeben, hat bei weitem nicht so viel zu bieten wie Effi Briest". Im Gegensatz dazu ist die Hochzeitsthematik hier nicht nur banal sondern auch ziemlich oberflächlich und banal. Die Geschichte flattert im Sommerwind ziellos dahin und befriedigt einen beim Lesen überhaupt nicht, sondern geht einem irgendwie auf den Geist. Das mag vielleicht daran liegen, dass es zwischen den Zeilen so laut und hysterisch quietscht. Dabei hat Fontane das doch gar nicht nötig gehabt, denn bei ihm machen ansonsten die leisen Töne die wunderschöne Musik.
Fontanes genialer WurfIn Anbetracht des Verlages, der Aufmachung und des ungemein günstigen Preises der vorliegenden Ausgabe drängt sich mir folgendes auf: Sicherlich geht es mir wie vielen anderen Lesern: Zahlreiche Bücher, die man in der Schule lesen mußte, werden alleine schon durch diese Tasache zu unsäglichen Machwerken, die man mit der nächsten Appollo-Rakete auf den Mond schießen möchte. Bei "Frau Jenny Treibel" von Fontane ging es mir nicht so. Denn die Geschichte ist einfach zu stark, die Sprache zu gewitzt als daß man das Buch nach bestandenem Abitur einfach zur Seite legt - auf Nimmer Wiedersehen. Fontanes Gesellschaftssatire über den sozialen Aufstieg und den damit verbundenen mentalen und psychischen Veränderungen eines Menschen stammt aus dem vergangenen Jahrhundert, es könnte jedoch auch heute spielen. Selbstsucht, Überheblichkeit, Vergessen der Vergangenheit, soziale Härte, aber auch gleichzeitig die Idealisierung der guten alten Zeit - alles Elemente eines ständig aktuellen Themas, hier thematisiert in Jenny Bürstenbinder, der Tochter eines kleinen Gemüsehändlers, die in die höchsten bourgeoisen Kreise einheiratet. Fontanes witzig-ironischer Schreibstil macht die Lektüre darüber hinaus zu einem einzigartigen Erlebnis!. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Witz und Ironie von Anfang bis Ende.Theodor Fontanes Roman spielt Ende des 19 Jh. in Berlin. Einst als Tochter eines Bürstenbinders geboren, schaffte es die Titelfigur Jenny Treibel durch Heirat mit einem Großindustriellen, in die höhere Mittelklasse aufzusteigen. Eigentlich liebte sie damals einen anderen - den späteren Professor Schmidt und Vater von der 25jährigen Corinna. Mit beiden steht sie noch immer in gutem Kontakt. Jenny Treibel gibt sich als Inbegriff einer Bourgoise, stets auf Äußerlichkeiten bedacht, spielt sie die Offenheit in Person. Über ihre Vergangenheit als arme Bürstenbindertochter sieht sie gekonnt hinweg. Bei einem der Treibelschen Diners ergibt es sich nun, daß die intelligente und temperamentvolle Corinna, dem jüngsten Sohn des Hauses, gehörlich den Kopf verdreht. Die Professorentochter liebt den stark von der Mutter beeinflußten Leopold nicht wirklich, aber der Gedanke an gepflegte Gesellschaften, Feierlichkeiten und Ausritte schien ihr aufregend. Als Leopold die Verlobung mit Corinna bekanntgibt, stellt das für Jenny natürlich eine Tragödie dar. Sie versucht alles, um die, in ihren Augen, nicht standesgemäße Hochzeit zu verhindern und wirft Corinna Bechenbarkeit sowie Gefühllosigkeit vor. Der Leser wartet mit Spannung auf den Ausgang der kurzweiligen Geschichte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Werde, der du bist.Frau Kommerzienrat Jenny Treibel lebt im Berlin gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Als Tochter eines Kolonialwarenhändlers bedeutete die Heirat mit dem klugen und gutmütigen Treibel für sie einen sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg. Zwar bedauert sie bei einem Landausflug, nicht ihren Jugendfreund den Professor Schmidt geheiratet zu haben, aber die Ernsthaftigkeit dieses Gedanken ist fraglich.Ihr noch unverheirateter Sohn Leopold Treibel gilt als gute Partie und Cornelia, die Tochter des Professors Schmidt bringt ihn recht geschickt dazu, sich mit ihr zu verloben. Jenny setzt alle Hebel in Bewegung um diese, ihr nicht standesgemäße, Braut wieder loszuwerden. Nach erfolgloser Debatte im eigenen Haus mit Ehemann und Sohn versucht sie ihr Glück beim Professor und dessen Tochter; zunächst erfolglos. Als nächstes lädt sie Hildegard, die Schwester Ihrer Schwiegertochter zu sich ein und hofft auf einen Sinneswandel bei Leopold.Der aber hält an seiner Liebe zu Cornelia fest, ohne jedoch für klare Verhältnisse zu sorgen. Die Sache zieht sich hin und Cornelia kommt zur Einsicht, dass Leopold doch wohl nicht der richtige Partner ist und heiratet Ihren Vetter Marcell. Auf der Hochzeit versöhnen sich die beiden Familien wieder. Nur Leopold bleibt fern.Der Roman enthält viele humorvolle Stellen und nimmt die Ideale und Etiketten jener Zeit geschickt auf den Arm. Zahleiche gelungene zeitgenössische Phrasen und Winkelzüge ziehen den Leser in diese Zeit hinein und lassen ihn die Berliner Gesellschaft erleben, als sei er dabei gewesen. Die Dialoge zwischen den Akteuren sind kraftvoll und voller Spitzfindigkeiten. Ein gelungenes Werk von Fontane.
Fontanes Meisterwerk!Dieses Buch ist eines der wenigen, das mich in der Schule wirklich fasziniert hat! Die Handlung an sich gibt nicht besonders viel her: Jenny Treibel versucht die Heirat ihres Sohnes Leopold mit Corinna, einer Professorentochter, zu vereiteln, da sie diese als unter ihrerm Stand/Würde ansieht.Hierbei kommt der Charakter der Jenny Treibel voll zur Geltung: selbst einmal arm gewesen versucht sie nun alles, um ihre Stellung im Besitzubürgertum zu halten und zu mehren. Fontane hat es wirklich verstanden den Realismus in dieses Buch zu bringen und er zeichnet ein detailliertes Bild der wilhelminischen Gesellschaft.Ich empfehle dazu die Lektürehilfe von Klett, die einem wirklich noch jeden Winkelzug und die versteckten Genialitäten in diesem Werk aufzeigt, um voll in den Genuss dieses Buchs zu kommen.
Adelung-1793: Fontäne, die · Sabbaths-Frau, die · Frau, die · Chor-Frau, die
Brockhaus-1809: Francisca, Frau von Maintenon
Brockhaus-1911: Treibel · Fontäne · Fontane · Weiße Frau · Unsere Liebe Frau · Frau
DamenConvLex-1834: Rebecca, die Frau Isaak's · Lepelletier-Rosando, Frau von · Staal, Frau von · Weisse Frau · Venus, Frau · Lea, Jakob's Frau · Elme, Frau von Saint · Aischah, Frau Muhamed's · Holbein, Frau von · Hulda, Frau Holle · Holtei, Frau von
Herder-1854: Weiße Frau · Frau
Meyers-1905: Treibel · Fontäne · Fontane · Weiße Frau [1] · Weiße Frau [2] · Unsere Liebe Frau · Frau · Damen Unsrer Lieben Frau von der christlichen Liebe
Pataky-1898: Hüpeden, Frau Jenny · Hoernes, Frau Jenny · Dirnböck-Schulz, Frau Jenny · Koppelow, Frau Geheimrat Jenny v. · Schnabl, Frau Jenny · Ris-Neumann, Frau Jenny · Kresse, Frau Jenny · Arnim, Frau Hauptmann M. v. · Arx-Stegmüller, Frau Fanny v. · Arens von Braunrasch, Frau Gerichtsrat Auguste · Arnim, Frau Gisela v. · Bach-Gelpcke, Frau Marie · Bacmeister, Frau Lucie · Assmuss, Frau Elise · Astl-Leonhard, Frau Anna · Arendt-Morgenstern, Frau Olga · Akermann-Hasslacher, Frau Bertha · Albertini, Frau Laura v. · Albrecht, Frau · Adlersfeld, Frau Eufemia v. · (Belmonte)-Groag, Frau Carola · Abel, Frau Clementine · Adams-Lehmann, Frau H. B. · Album einer Frau · Andreas-Salomé, Frau Lou · Andresen, Frau Stine · Arand, Frau Cäcilia · Anderssen, Frau Marie · Allesch, Frau Elly · Ambrosius, Frau Joh. · Amelung, Frau Leopoldine