Leon, Donna

Beweise, daß es böse ist - Comissario Brunettis dreizehnter Fall

Beweise, daß es böse ist - Comissario Brunettis dreizehnter Fall
  • Erscheinungsdatum: 2005-10
  • Bindung: Audio CD
  • ISBN: 3886987590
  • EAN: 9783886987597
  • Amazon.de Verkaufsrang: 44.658
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Beschreibung von buecher.de

Als die 83jährige Maria Grazia Battestini ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, tragen nicht nur die Gondeln keine Trauer: Familie und Freunde gibt es keine, und die Nachbarn sind regelrecht erleichtert, als der Fernseher nicht mehr durch die Calli dröhnt. Nur Brunetti gibt keine Ruhe, bis er weiß, was sich hinter dem Tod der alten Frau verbirgt.

Aus der Amazon.de-Redaktion

„Jeder, der sie kannte, hat sie verabscheut.“ Viel Sympathie gibt es wahrlich nicht für die bestialisch ermordete Maria Grazia Battestini. Geizig sei die alte Xanthippe gewesen, habgierig, verrückt und „völlig übergeschnappt." Ihre rumänische Haushälterin wird kurze Zeit später am Bahnhof gestellt, kann fliehen und gerät dabei unter einen Zug. Fall geklärt, Akte zu? Seit rund 25 Jahren lebt und arbeitet Donna Leon in Venedig und dass sie sich dort zu Hause fühlt, das strahlen ihre Romane allemal aus: das ist ein weiterer, spannender Krimi, eine gute Story, eine Handlung, der man ohne kleinste Ermüdung bis zum Schluß folgt, eingebettet in die typisch venezianische Art, in ein schillerndes Lokalkolorit, das sich erst abseits der Touristenzentren so richtig entfaltet. Mord und Totschlag, Korruption und Verbrechen werden eingefügt in diesen charaktervollen Hintergrund. Venedig, diese attraktive Stadt, in der jeder, der nicht „in Hörweite der Lagune geboren war, als Fremdling“ gilt und „unseliger Kleinstadttratsch“ auch für einen Commissario ganz schön informativ sein kann. Commissario Guido Brunetti war im Urlaub, denn sonst hätte dieser neue und heikle Fall natürlich von vorne herein in seinen Händen gelegen. Da mag sich einer seiner Untergebenen für „eine bequeme Lösung des Verbrechens“ entscheiden, aber die Rechnung hat er ohne Brunetti gemacht, den Inspektor mit Instinkt, den Feinschmecker mit Feingefühl. Und der erkennt und ermittelt nach dem brutalen Tod der ‚alten Schreckschraube‘ höchst überraschende Aspekte. Soviel ist klar: nur weil die Battestini den Fernseher für die Nachbarschaft unerträglich laut stellte, ihren Abfall aus dem Fenster warf, wurde sie nicht ermordet. „Ihre Habgier, die kam aus tiefster Seele.“ Ein Genuss ist nicht nur der neue Fall, der sich klar entwickelt, logisch verläuft, sich in einem überschaubaren Rahmen bewegt, in dem der Leser sich nicht verliert: jedes Mosaikstückchen stimmt hier. Mit Wonne aber schleicht man sich besonders in das eingespielte Team um Brunetti, erwähnenswert allen voran die engagierte Signorina Elettra: sie ist es, die ihrem Chef ergeben jede Information besorgt, und dabei auch schon mal zu abenteuerlichen und nicht ganz legalen Mittel greift. Donna Leon, sie schreibt so herrlich normal, so ist das Leben eben, mit Schwarzarbeit, Betrug, leeren Staatskassen, Erpressung und: fehlenden Computer-Kenntnissen des Chefs. Der kennt sich dafür kulinarisch bestens aus: Ehefrau Paola hat da höchstens mit Schwertfischsteak mit Shrimps oder Kalbsbraten mit Zitrone und Rosmarin noch eine Chance. --Barbara Wegmann

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Wolfgang Gonsch fanden 68 von 76 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein wunderbarer Brunetti, mehr als ein Krimi!

Selten habe ich einen solch guten Krimi gelesen der dieses Attribut eigentlich gar nicht verdient, dieser 13. Fall ist wieder einmal mehr, viel mehr! Der eigentliche Plot, die Ermordung der alten Dame, rückt völlig in den Hintergrund und ist nur Staffage für einen Roman voller Gesellschaftskritik, persönlicher Animositäten und wunderbarer Charakter-Studien.Zudem schafft sie es wie immer mit ein paar tramezzini al prosciutto, mozzarella di Bufalo, gedünstetem Gemüse mit Weißwein oder Schwertfisch mit Shrimps und Knoblauch in Tomatensoße ein wunderbares Bild von La Serenissima zu malen - man kann Venedig förmlich riechen!Donna Leon versteht es ausgezeichnet einen eher schwachen Krimi mit leiser Ironie und wundervoller Atmosphäre zu umgeben; sie lässt uns sehr sensibel und überzeugend in die Befindlichkeiten der Einwohner Venedigs blicken und führt uns wieder einmal die tiefen Abgründe von Korruption, Vetternwirtschaft, Erpressung und Karrieresucht vor Augen.

Diese Rezension von Wolfgang Gonsch fanden 28 von 59 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein ganzer Sternenhimmel!

Ich konnte den neuen Donna Leon im Original lesen und freue mich schon jetzt auf die deutsche Ausgabe - ebenso wie meine ganze Familie. Was diese wunderbare Autorin für Venedig und die abgrundtiefe, sensible und kluge Auslotung der Befindlichkeiten der Lagunenstadt ist, dafür gibt es nach meiner Meinung nur eine einzige deutsche Entsprechung. Das ist der Debütant Berndt Schulz, der Ende letzten Jahres mit seinem großartigen Krimi "Novembermord" die Seele der deutschen Provinz ausgelotet hat. Auch er bekommt von mir dafür als Ranking einen ganzen Sternenhimmel!

Krimi-Fan aus Frankfurt.

Diese Rezension von hasenpupspapa fanden 21 von 30 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Auf gewohnt hohem Niveau - Brunetti ist ein Klassiker !

Die 83 - jährige Maria Grazia Battestini wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Tenente Scarpa, der für den in Irland urlaubenden Brunetti den Fall bearbeitet, hat eine schnelle Lösung parat: die rumänische Haushälterin soll die Täterin gewesen sein.Als Brunetti, aus dem Urlaub zurück, drei Wochen später von einer Zeugin einen Tipp bekommt, rollt er das Geschehen noch einmal auf, legt sich mit Scarpa an und stößt, wie fast immer in Venedig, auf ein System von Korruption und Erpressung.Sein Kollege Vianello und die unersetzliche Elettra mit ihren rätselhaften Verbindungen unterstützen ihn dabei, wobei sie nicht immer legale Mittel nutzen. Doch der Zweck heiligt die Mittel, und sie lösen den Fall.Es ist ein Wunder, dass der Commissario immer noch mit so viel Verve bei der Sache ist und sich auch von seinen Feinden auf dem Revier nicht klein kriegen lässt, denn auch in diesem Fall wird der Täter nach der Einschätzung von Brunetti ohne große Strafe ausgehen.Donna Leon schreibt nun seit vielen Jahren auf gleich bleibend hohem Niveau Krimis, die nicht nur gut und spannend zu lesen sind, sondern ähnlich wie bei Camilleri gute und aufschlussreiche Beschreibungen der italienischen Gesellschaft geben. Daß eine solche Gesellschaft trotz all der Korruption überhaupt noch funktioniert, grenzt an ein Wunder.Doch die Venezianer haben sich daran gewöhnt, und so werden wir auch 2006, wenn der nächste Brunetti erscheinen wird, von einem Fall lesen, in dem Korruption, Vetternwirtschaft und karrieresüchtige und unfähige Polizisten eine Hauptrolle spielen werden.Brunetti ist ein treuer Freund geworden, der einmal im Jahr zuverlässig im Buch erscheint, den man dann aber auch wieder schnell vergisst - bis er sich wieder zu Wort meldet.

Diese Rezension von berndrosner fanden 20 von 27 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen ein Muss für alle Brunetti Fans!

Mit etwas Skepsis hab ich gestern Mittag den 13. Commissario Brunetti Roman aufgeschlagen und konnte ihn in Folge nicht mehr weglegen. Der eigentlich Fall steht eher im Hintergrund als die Charaktäre, persönlichen Schicksale und die Gesellschaftskritik. Man erlebt die bekannt vertraute Atmosphäre, die kritische Gattin von Guido, den Vice-Questore, usw. und das Italien dem eigentlich nicht mehr zu helfen ist. :-)) Kritisch zu bemerken habe ich nur, dass die Lösung des Falles zu sehr an Signorina Elletras Fähigkeiten hängt. Diese mittlerweile für mich sehr unrealistische "Hacken" in allen möglichen Datenbänken bewegt mich zu dem Abzug eines Sternes."Beweise, daß es böse ist" ist meiner Meinung nach nicht der Stärkste der Krimi-Reihe von Donna Leon, jedoch einer der besseren. Solange Donna Leon es schafft uns immer wieder neue Facetten von Venedig und Italien gepaart mit Bekanntem und Sozialkritik zu übermitteln sollte Commissario Brunetti noch nicht in Pension gehen!

Diese Rezension von Karl-H. Heidtmann fanden 16 von 24 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein Stück Italien - gar nicht gruselig und doch al dente

Nur wenige Krimi-Autoren schaffen es, dreizehn Romane zu schreiben. Noch weniger gelingt es, dabei eine etwa gleichbleibende Unterhaltungsqualität zu produzieren. Donna Leon hat mit dem vorliegenden Titel bewiesen, dass sie dazu sehr wohl in der Lage ist.Wie gelingt ihr diese Leistung? Zum einen schafft sie es immer wieder ein Stück italienischer Lebensart zu vermitteln: Ein paar tramezzini mit prosciutto, mozzarella di bufala, ein Glas Weißwein. Das Ganze garniert mit der italienischen Respektlosigkeit gegenüber Steuerbehörden und der dokumentierten Unfähigkeit von Menschen in öffentlichen Ämtern - fertig ist das (zugegeben stereotype) Bild. Zum anderen treffen wir die vertraute Brunetti-Familie, Vice-Questore Patta, Tenente Scarpa, Signorina Elettra und Inspettore Vianello wieder. Die bekannten Animositäten und Spezialitäten der handelnden Personen leben auch in dieser Ausgabe weiter fort, ein bisschen Lindenstraße eben (aber eben nur ein bisschen).Die Handlung des Romans (eine weitere Wiedergabe des Inhalts erspare ich mir) ist - verglichen mit den grassierenden skandinavischen Action-Krimis - eher hausbacken. Donna Leon kommt auch in diesem Roman mit einer einzigen Toten zurecht - und das bei über 320 Seiten! Diese wurde zudem "ganz normal" erschlagen und nicht trendig bestialisch ermordet. Brunetti vergisst auch in diesem Fall, stets seine Dienstwaffe mitzunehmen. Und es erfolgt auch keine Einführung in die allgemeine Pathologie durch eine forensische Anthropolgin.Trotzdem oder gerade weil sie ohne diese Mittel auskommt, wird Donna Leon gerne gelesen und bekommt deshalb vier Sterne. Da das Buch unbestritten auch einige "Längen" hat, bleibt Donna Leon dieses Mal der fünfte Stern versagt. Dennoch eine entspannte Lektüre für alle Krimifreunde, die es gerne mal gemütlich lieben.

Ideal für den kommenden Sommerurlaub - nicht nur in Venedig!


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