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Crash, der als Kind seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat, rettet als Sanitäter Leben. Sein eigenes Dasein hat der traumatisierte junge Mann allerdings kaum im Griff. Immer wieder flüchtet sich Crash in Tagträume oder nimmt auf seinem Skateboard Reißaus. Da begegnet er der hochschwangeren November. Zum ersten Mal hat er das Gefühl, zu lieben und geliebt zu werden. Da setzen plötzlich die Wehen ein und das junge Paar rast im Rettungswagen Richtung Krankenhaus. Eine ergreifende Geschichte von Liebe und Tod erzählt Hendrik Hölzemann, Autor von 'Nichts bereuen', in seinem beachtenswerten Regiedebüt. Mit Jessica Schwarz und Matthias Schweighöfer ideal besetzt, ist das Drama irgendwo zwischen Wolf Haas' 'Komm, süßer Tod' und Martin Scorseses 'Bringing Out the Dead - Nächte der Erinnerung' angesiedelt. Weniger makaber als erstgenanntes Werk, wenig hoffnungslos als zweitgenanntes, besticht die Arthouse-Arbeit durch die innovative Erzählstruktur und die guten Charakterzeichnungen.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Das Kammerflimmern als Vorzeichen des Herzstillstands markiert die Grenze zwischen Leben und Tod, und das gleichnamige Regiedebüt von Jung-Filmemacher Hendrik Hölzemann (Drehbuch-Autor von Nichts Bereuen) schickt den Zuschauer ebenfalls auf eine grenzwertige Erfahrung: Der Held von Kammerflimmern ist der traumatisierte Rettungssanitäter Crash (mit gewohnt stiller Intensität: Matthias Schweighöfer), und dessen Berufsalltag fängt Hölzemann – geprägt von seinen eigenen Erlebnissen als Rettungs-Zivi – mit schonungsloser Direktheit ein. Tod, Elend und Verzweiflung lauern hier an jeder Ecke, die nächste, selbstzerstörte Existenz im Todeskampf ist immer nur wenige Filmminuten entfernt. In diese Welt ohne Freude und Hoffnung platzt für Crash die (wortwörtlich) Frau seiner Träume, November (Jessica Schwarz, erneut fast beängstigend gut und kraftvoll) – doch auch sie ist bei weitem nicht frei von Leid: Hochschwanger lernt sie Crash bei der (nicht erfolgreichen) Rettung ihres drogensüchtigen Freundes kennen. Nicht die beste Ausgangssituation für eine gemeinsame Zukunft, aber in Kammerflimmern ist ohnehin alles außergewöhnlich – vor allem die Liebesgeschichte. Mit dem Elan und Mut des Jungfilmers, der nichts bereuen und vor allem nichts so machen will wie die anderen, verabschiedet sich Hölzemann aus vollster Überzeugung von gängigen Konventionen und konfrontiert seine Zuschauer mit Figuren und Szenarien, wie man sie so vielleicht noch nie in einem Film gesehen hat. Das ist in seiner Grenzwertigkeit vielleicht nicht Jedermanns Sache, aber definitiv ein Filmerlebnis, dass sich nachhaltig ins Gedächtnis brennt. -- Frank-Michael Helmke
Eindruckvoller Film"Bringing Out The Dead" in der Kölner Version - kann das gut gehen? Dieser Film beweist, daß nicht alle guten Filme automatisch aus Hollywood kommen müssen. Sehr bewegender und gut geschnittener Film mit einem phantastischen Soundtrack von Lee Buddah und Blackmail. Einer der wenigen Filme, welchen ich mir immer und immer wieder ansehen kann, ohne daß man Verschleißerscheinungen bemerkt. Wer erstgenannten Film mit Nicolas Cage mag, der wird diesen Film lieben! Kaufempfehlung auch für den Soundrack!
Sind wir mal gerechtIch denke, dass Leute die sich nicht mit dem Thema Rettungsdienst ausseinandergesetzt haben normalerweise auch nicht die Initiative ergreifen und sich diesen Film ansehen werden. Insofern ist die Kritik von anderen Rezessionen, dass er nicht unbedingt der beste Rettungsdienst-PR Film ist nicht unbedingt so schwerwiegend. Dass die Sexszene etwas lang geraten, wenn nicht komplett überflüssig ist.... ja auch ein berechtigter Kritikpunkt, ebenso wie Aussagen, dass der Rettungsdienstmitarbeiter nicht zwangsläufig psychisch geschädigt sein muss (wenn gleich die meisten von ihnen rauchen). Aber es ist ja auch kein Dokumentarfilm : Rettungsdienst in Deutschland, sondern ein Film, welcher durchaus mal zum überlegen anregt. Das mag für Rettungsdienstler sein, was ihr Horroreinsatz währe, oder wie sie sich verhielten, wenn sie einen groben Patzer machen würden (Fragen, die man sonst gerne verdrängt), für den Normalbürger hingegen generell die Frage mit dem "wie ginge ich mit dem Tod eines nahestehenden Menschen um". Der Film lebt von den Charakteren: Der Sani - der alles an sich ranlässt, der andere, der den Coolen raushängen lässt, die Schwangere, die sich mit einem heroinsüchtigen eingelassen hat, und die anderen, die die Realität nur mit Drogen - egal welcher Art - surreal werden lassen.
Mich hat der Film durchaus sehr beeindruckt. Dass dem einen die Fragen, welche der Film aufwirft unangenehm sind - weil er sie lieber wie immer verdrängt - der andere den Streifen langweilig findet, da er die Fragen nicht versteht: dafür kann der Film nichts! Aber ich denke, für die ist der Film auch nicht gemacht. Zum Thema Schauspielerei: Es gibt Unmengen von Blockbustern, in denen schlechter gespielt wird (Soaps kann ich nicht beurteilen - guck' ich nämlich nicht).
Wer leichte Unterhaltung sucht: anderer Film. Wer Filme zum nachdenken mag: zugreifen!
UnverständnisIch kann nicht ganz nachvollziehen, was es hier zur Sache tut, ob der Rettungssanitäterberuf in diesem Film realistisch dargestellt wird.
Vielleicht sollte ich mir ein paar "Greys Anatomy" oder "Ally McBeal" Rezis zu Gemüte führen und überprüfen, ob auch dort so viele selbsternannte Fachleute ihr Wissen feilbieten.Immerhin denke ich, dass es "den Durchschnittssani" genausowenig gibt, wie "den Menschen an sich".
Ich bin der Ansicht, der Film hat alles erreicht, was er erreichen konnte. Die Hauptcharaktere sind sehr plastisch und real dargestellt und kommen einem somit sehr nah.
Mal davon abgesehen, dass dieser Film keine arte- Doku über den Saniberuf ist; Vielmehr sehe ich ihn als Geschichte eines Alltagswunders; eines erfüllten Wunsches; als Hoffnungsschimmer für einen, der sein Leben lang allein ist und dann doch noch Halt findet.
Der Umstand, dass "Crash" Rettungssanitäter ist, hat für mich damit zu tun, dass der Regisseur einen Weg brauchte um zu zeigen, dass der junge Mann an der Realität krankt; dass er eigentlich zu weich ist, um sich allein dem "richtigen Leben" zu stellen.
Ich könnte noch ewig weitermachen, belasse es aber jetzt dabei, dass der Film für mich ein Highlight des Deutschen Filmes der letzten Jahre ist.
Sehr guter Film!Bei diesem Film gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man liebt ihn, oder man hasst ihn.
Ich persönlich liebe diesen Film! Für mich ist er wie ein Traum von Realität. Man durchlebt mit dem Hauptdarsteller die Welt wie sie wirklich ist, mit allen Fehlern und Rückschlägen, die das Leben bieten, fern von den makellosen Welten, die uns die üblichen Filme vermitteln wollen. Mit dem Protagonisten erkennt man mehr und mehr durch die Darstellung seines Lebens wie es "draußen" in unserer Welt zugeht.
Die Filmmusik ist einzigartig und sehr zum Film passend. Die Kameraeinstellungen und Aufnahmen sind ungewöhnlich und anders im positivem Sinne.
Ein Film den es sich selbst dann zum Anschauen lohnt, wenn man sich dafür entscheiden sollte, ihn nicht zu mögen.
Perfekt für jeden, der gerne träumt....
LeinwandtraumpaarMatthias Schweighöfer und Jessica Schwarz, was für ein Schauspiel.
Wie diese beiden Menschen miteinander agieren ist immer wieder atemberaubend, vom Film mal ganz abgesehen, schon an sich sehenswert. Wie das knistert wenn die sich küssen, echter gehts ja kaum, wie man fast wegschauen will, so real intim ist das, wenn sie miteinander schlafen. Wunderschön ist die Sexszene, die hochschwangere die sich in den Sani verliebt hat, was soll daran falsch sein. Liebevoll und zärtlich und trotzdem hemmungslos und aufregend, wie es nur zustande kommt wenn echte Liebe auf Liebe trifft. Berührend auch die Szene auf dem Dach, das hat mich sehr erschüttert. Der Film ist mal was ganz anderes, superschöne Bilder, beängstigende, aber sicherlich reale Zustände, traurige Dinge passieren hier, aber es gibt auch Momente von unbeschreiblicher Faszination und Schönheit, wie die Musik. Und wo bitte sind hier Soap-Opera (oder wie das heißt) Darsteller zugange? (Nicht das ich welche kennen würde) Für mich ist es die Elite der deutschen Schauspielerschaft. Sicher kann man sich streiten was die Darstellung des Rettungsdienstes betrifft, aber mal ehrlich, daß ist doch sicher nicht weit hergeholt, bei dem was die Sani's jeden Tag sehen und mitbekommen, das die Kettenrauchen und sich auch mal mit härteren Sachen die Kante geben um diesem Horror tagtäglich gewachsen zu sein bzw zu verkraften. Manche Menschen mögen nach der tragischen Situation eines Todesfalls das Bedürfnis nach Sex bzw Liebe haben um abschalten zu können, das alles ist nur menschlich. Trotzdem hoffe ich natürlich, sollte ich mal im Rettungswagen liegen, auf einwandfreie hygienische Zustände (aber wer weiß ob mich das dann noch juckt...)Was gibt es schöneres als gute deutsche Filme (Blockbuster schau ich nie) mit derartig großartigen Schauspielern wie Schweighöfer und Schwarz. Ich geb zu, ich hab den beiden so sehr ein Happy End gewünscht, obwohl das nicht vorauszusehen war, das Ende ist schockierend hart, aber super gemacht, was für eine geniale Idee. Ich hab geheult. Wer auf niveaulosen, sinnfreien Hollywood Schrott steht, wird diesen Film garnicht erst verstehen, wer ihn versteht wird ihn sicher lieben.
Ich liebe ihn und wünsche mir unbedingt mehr derartig sensible, mitfühlende (und schöne) Rettungssanitäter wie Matthias Schweighöfer!!!