Platon

Apologie und Kriton nebst Abschnitten aus Phaidon. Text

Apologie und Kriton nebst Abschnitten aus Phaidon. Text
  • Verlag: Aschendorff Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2008
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 125
  • ISBN: 3402022249
  • EAN: 9783402022245
  • Amazon.de Verkaufsrang: 288.778
Bestellen Sie über obige Links! Sie fördern dadurch die Digitalisierung weiterer Bücher, da Zeno.org eine Provision von dem Sponsor erhält. Wann immer Sie etwas bestellen möchten - prüfen Sie vorher die Millionen von Angeboten, die im Zeno.org-Shop beschrieben sind. Bookmarken Sie die Einstiegsseite in den Zeno.org-Shop für spätere Gelegenheiten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von kpoac fanden 12 von 16 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Wem Anerkennung verweigert wird, der braucht Methode.

Apologie, Kriton und Phaidon beschreiben den Lehrer Platon, Sokrates am deutlichsten. Seine Haltung zu den Dingen, die stoische Bestimmtheit zum Recht, zur Vernunft trägt er in Argumenten in die Öffentlchkeit und selbst der Tod ändert nichts an seiner Haltung. Und so sind die Verteidugungsreden in der Apologie, der Freundesversuch der Rettung und die Beweisführung der Unsterblichkeit der Seele unumstößlich miteinander verbunden. Sokrates war kein schöner Mann, kein Sympathieträger, die Kommentare bei Cicero und Montaigne zeigen es. Und wie Camus in: "Der Fall" insgesamt feststellt, dass derjenige, dem die Anerkennung verweigert wird, Methode braucht, stellen wir bei Sokrates fest, dass er genau in seiner Fragetechnik eine Methode zur Überzeugung verkörpert. Aber lesen Sie selbst.

1. Apologie, hier verweise ich auf meine Rezension unter ISBN: 315008315X

2. Kriton wird wenig besprochen, daher hier

3. Phaidon ist hier in Abschnitten, empfehle den Gesamttext, meine Rezension unter ISBN: 3787309608

Kriton ist näher der Apologie als dem Phaidon und doch ist es das Verbindungsstück zwischen den beiden Werken Platons. Kriton als Mittelglied ist so eine Art komprimierte, konzentrierte Darstellung der 30tägigen Gefängniszeit, in der vor allem die Bemühungen der Freunde, ihn dem Gefängnis und dem Tode zu entreißen, stehen. Platons Darstellungen sind in der Apologie und im Kriton noch sehr bodenständig, bodenbehaftet, während er im Phaidon Sokrates als eine schon verklärte Person erscheinen lässt, Inhaber einer gesamten Ideendialektik und letztendlich der Unsterblichkeit anheim gegeben.

Kriton versucht Sokartes zur Flucht zu überreden, in dem er (1) sich und seine Freunde zu schützen gedenkt, denn wenn sie nicht unternehmen, machen sie sich in der Gesellschaft unmöglich. Im übrigen befand Kriton, dass (2) Sokrates nur ein Fehlurteil bestätige, wenn er nicht fliehe. Weiterhin sei er, Sokrates, (3) verpflichtet, sich um Familie und Freunde zu kümmern, was nur im Fortleben funktioniere. Außerdem könne er sich nicht vorstellen, dass (4) Sokrates sich lächerlich zu machen gedenke, wenn er nicht einmal den Versuch einer Flucht unternähme.

"Kein Zweifel. Du vergehst dich gegen die Verträge, die du mit uns selbst abgeschlossen hast, und gegen deine Versprechungen, die du doch abgegeben hast ohne durch Zwang und Arglist beeinflusst zu sein." So spricht das Athener Gesetz.

Sokrates geht auf die Gründe Kritons nicht ein, vielmehr beginnt er mit den Gesetzen der Stadt Athen einen fiktiven Dialog. Er personifiziert sie, damit er mit ihnen in einen Dialog treten kann und um ihnen die Chance zu lassen, so zu argumentieren, dass nicht die Gesetze, sondern die sie ausführenden Menschen in ihrer Anwendung fehl gehen. Damit entgegnet Sokrates den Argumenten Kritons auf ganz anderer Ebene, lässt ihm sein Unvermögen, die Welt von höherer Ebene aus betrachten spüren. Platon hat wohl den etwas weniger bemittelten Kriton zum Dialog gewählt, damit die Leichtigkeit der Argumente auf höherer Ebene anschaulicher und dem Leser auch verständlicher werde.

Mit dieser Argumentation im Dialog mit den Gesetzen Athens gewinnt Sokrates mehr und mehr die Ansicht, gerade den Gesetzen folgen zu müssen, damit er nicht in den Verruf eines Gesetzesbrechers kommt, sondern er seine ungebeugte Haltung gegenüber dem Recht und der ungebeugten Haltung gegenüber dem Unrecht glaubwürdig bis in den Tod vertrete. So schließt sich der Kreis. Allein aus der Rücksicht der Freunde, Familie und vor allem sich selbst kann er den Gedanken der Flucht niemals gutheißen.

Das Gesetz spricht zum Ende: "Lass dich also nicht durch Kriton verleiten". Und Sokrates beendet den Dialog: "So sei es denn abgetan."

Platon verherrlicht durch die Gedanken Sokrates dessen Leben zu einer repräsentativen Existenzform. Sokrates wird in dieser Trilogie zur Verkörperung der Wahrheit, zum Prototyp des gerechten Bürgers in seiner 70jährigen Athener Bürgerzeit. Sokrates verkörpert mit Kritons Dialog ebenso die Macht des Sachverstandes gegenüber der Meinung der Masse und verweist damit auf die Unzulänglichkeiten einer verständnislosen Menge. Diese Anspielung gilt den 500 Richtern in der Apologie, die nicht dem Wesen der Wahrheit folgten noch dem Sachverstand des Rechts.

Apologie und Kriton nebst Abschnitten aus Phaidon. Text



Empfehlungen

Platon
17,90 €



Heitsch, Ernst; Müller, Carl W.; Platon
36,90 €


Platon
3,60 €


Platon
18,80 €

Platon
19,90 €
Bookmarks
delicious wong linkarena google