Dieser Band beleuchtet zum erstenmal in einer Monographie die langjährige Freundschaftsbeziehung und Zusammenarbeit zwischen Matthias Claudius, dem 'Wandsbeker Boten', und Friedrich Heinrich Jacobi, dem Düsseldorfer Glaubensphilosophen. Zwei ganz verschiedene Denker, mit unterschiedlichen Zielen und auch Leserkreisen, verfolgten sie mit Interesse die Werke des jeweilig anderen. Mit seinen parteiischen Besprechungen leistete Claudius als geübter Rezensent wichtige Freundschaftsdienste für Jacobi. Revanchiert hat sich der etablierte Kant-Kritiker Jacobi mit einem eigens für Claudius angefertigten Überblick über die Kantische Transzendentalphilosophie, mit Hilfe dessen Claudius sich später mit Kant parodistisch auseinandersetzte.
Beide Denker teilten eine Ablehnung von Kants moralisch begründetem Glauben und von allem spekulativen Verstandesdenken, aber wichtiger noch ein Bekenntnis zu einem philosophisch nicht beweisbaren, theistischen Gott. Jedoch verleitete Jacobis zwiespältiges Verhältnis zum positiven Christentum ihn dazu, im Alter Stellung gegen den offenbarungsgläubigen Claudius zu beziehen.
Insgesamt aber überwog das Verbindende eher als das Trennende in dieser Partnerschaft, und daraus entwickelte sich ein gegenseitig bereicherndes Zusammenwirken und eine für die Geistesgeschichte fruchtbare Beziehung.
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