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Die Welt ist meine Vorstellung - schon der erste Satz von Arthur Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung besticht durch seine programmatische Kraft. Selbst Nietzsche, Wagner und Thomas Mann haben sich von Schopenhauers stilistischer Brillanz und seinem psychologischen Scharfblick inspirieren lassen. Das spannende Portrait eines herausfordernden und eigenwilligen Philosophen, der asiatisches und westliches Denken verband und in vielem seiner Zeit weit voraus war.
Im beinahe noch zarten Alter von gerade einmal 30 Jahren legte Arthur Schopenhauer (1788-1860) sein philosophisches Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung vor. Und mit diesem Werk (oder auch nur mit seinem Titel) verbinden wohl die meisten seinen Namen. Und allein der erster Satz ("Die Welt ist meine Vorstellung") machte als stilistische Vorlage ebenso wie als bloße These Literatur- und Philosophiegeschichte -- etwa als unmittelbarer Anlass für Wittgensteins vielleicht noch berühmtere Auftaktsentenz "Die Welt ist alles, was der Fall ist." Wer mehr über Schopenhauer wissen will, als dass er der Autor von Die Welt als Wille und Vorstellung ist, für den ist der von Margot Fleischer für die Reihe Meisterdenker des Herder-Verlags verfasste Band ein ausgezeichneter Einstieg. Anschaulich und prägnant skizziert die Autorin darin Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Mannes, der seinen Entschluss, Philosoph zu werden gegenüber Christoph Martin Wieland folgendermaßen begründet haben soll: "Das Leben ist eine missliche Sache, ich habe mir vorgesetzt, es damit zuzubringen, über dasselbe nachzudenken." --Andreas Vierecke
Biografie und Lebenswerk in einem...Margot Fleischer gibt einen umfassenden Einblick in die Philosophie Arthur Schopenhauers. Neben den Abschnitten I. Leben, Werk, Persönlichkeit und III. Zur Wirkungsgeschichte wird in II. sein philosophisches System genau beleuchtet. Es wird die Entwicklung ausgehend von Kant bis hin zu seiner umfassenden Lebensbetrachtung „Alles Leben ist Leiden" deutlich sowie seiner Vorstellung, wie das Leid überwunden werden kann.
Sehr interessant sind die Einblicke in seine persönlichen Beziehungen zu Familie und zu zeitgenössischen Berühmtheiten wie Goethe oder Hegel. Der Autorin gelingt es Schopenhauer kompetent und auch kurzweilig so umfassend wie eben möglich darzustellen. Sehr gut !!!
Zur Einführung gut geeignet„Das Leben ist eine missliche Sache, ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken" sagte Schopenhauer bei einem Besuch 1811 in Weimar zu Wieland. Gerne wird dieser Satz von Interpreten zur Charakterisierung von Schopenhauers Philosophie aufgegriffen und letztlich auch zu Recht. Denn der selbsterklärte Anti-Hegelianer hielt nichts von metaphysischen „Spekulationen", hielt vielmehr die real existierende Welt für die schlechteste aller möglichen Welten. Dass trotzdem eine verantwortliche Ethik und Ästhetik möglich sind, rechtfertigte der brillante Analytiker in seinen beiden Preisschriften und natürlich dem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung", das von Schopenhauer später mit einem zweiten Band erweitert wurde.
Schopenhauers Hauptwerk bildet auch den zentralen inhaltlichen Dreh- und Angelpunkt in dieser Einführung von Margot Fleischer. Nach einem komprimierten biographischen Abriss im ersten Teil befasst sich der zweite mit der Philosophie Schopenhauers und somit schwerpunktmäßig mit „Die Welt als Wille und Vorstellung". Der letzte Teil wartet mit einem kurzen Überblick über die Wirkungsgeschichte auf, zu nennen sind hier u.a. Nietzsche, Wagner, Wittgenstein und Thomas Mann.
Es ist zugegebenermaßen keine einfache Aufgabe, Schopenhauer auf knapp 190 Seiten erschöpfend zu erklären, doch das kann nicht Aufgabe eines solchen Buches sein und die Autorin hat ein Gespür für das Essentielle. Zentrale Gedanken Schopenhauers (Weltsicht, Ästhetik, Ethik) werden klar und vereinfacht herausgearbeitet, Quellen (Kant, Platon, Veden) offengelegt und nachvollzogen, Gedankengänge systematisiert.
Natürlich kann keine Sekundärliteratur die Lektüre der Werke von Schopenhauer ersetzen, aber sie kann zur Beschäftigung mit dem Denken dieses Philosophen, der später so viele Denker prägen sollte, anregen und genau das schafft Margot Fleischer, weshalb dieses Buch denen, die sich bisher nicht mit Schopenhauer beschäftigt haben, empfohlen sein soll.
Brockhaus-1911: Fleischer [2] · Fleischer · Schopenhauer
DamenConvLex-1834: Schopenhauer, Johanna
Eisler-1912: Schopenhauer, Arthur
Herder-1854: Fleischer · Schopenhauer [2] · Schopenhauer [1]
Mauthner-1923: Schopenhauer (Wille)
Meyers-1905: Fleischer [2] · Fleischer [1] · Schopenhauer
Pagel-1901: Fleischer, Richard
Pataky-1898: Fleischer, Fried. Sophie · Schopenhauer, Johanna · Schopenhauer, Adele