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Als der Theologe Dietrich Bonhoeffer im April 1943 als Widerstandskämpfer verhaftet wird, hat er sich gerade mit der 18 Jahre jüngeren Maria von Wedemeyer verlobt. Die Briefe, die der Inhaftierte und seine Braut wechselten, sind in diesem Band enthalten. Sie zeigen, wie sich über räumliche Trennung hinweg, trotz Briefzensur, Unterschied von Alter und Herkunft, eine Liebe entwickelt, deren Intensität beide verändert.
Seit einigen Jahren liegen uns die Briefe vor, die der Widerstandskämpfer und Theologe Dietrich Bonhoeffer aus der Haft mit seiner achtzehn Jahre jüngeren Braut Maria von Wedemeyer wechselte. Die ungewöhnliche Verlobungszeit, die erst in der Haft beginnt, endet mit der Hinrichtung Bonhoeffers auf persönlichen Befehl Hitlers am 9. April 1945. Die Briefe zeigen, wie sich über die räumliche Trennung hinweg, trotz Briefzensur, Unterschied von Alter und Herkunft, eine Liebe von verwandelnder Intensität entwickelte. Eines der großen Zeugnisse aus dem deutschen Widerstand.
Der Briefwechsel zwischen den Verlobten Dietrich Bonhoeffer und Maria von Wedemeyer ist ein lebendiges Stück Zeit- und Lebensgeschichte zweier einzigartiger Menschen in den Wirren des Zweiten Weltkrieges. Die Briefe, die zwischen Anfang 1943 und Frühjahr 1945 gewechselt wurden, sind gleichzeitig Dokumente des Widerstandes gegen Hitler. Erst 1974 läßt Maria von Wedemeyer die Briefe von ihrer Sekretärin abschreiben, und übergibt sie kurz vor ihrem Tod im Jahre 1977 in den USA ihrer Schwester Ruth-Alice von Bismarck. Anfang Juni 1942 kommt es im Hause von Marias Großmutter zur entscheidenden Begegnung mit dem bekannten und umstrittenen Theologen Dietrich Bonhoeffer. Obwohl Maria erst 18 -- und damit wesentlich jünger als Bonhoeffer ist, verlieben sie sich ineinander. Marias Mutter ist gegen diese Beziehung und ordnet eine einjährige Wartezeit an. Nur durch harte Verhandlungen erreicht Maria, daß sie und Bonhoeffer sich wenigstens schreiben dürfen. Am 13. Januar 1943 verlobt sich das ungleiche Paar. Ihre Liebe wird auf eine harte Belastungsprobe gestellt, denn Dietrich Bonhoeffer wird am 5. April 1943 verhaftet und in das Militärgefängnis in Berlin-Tegel gebracht. Es beginnt eine Zeit des leidenschaftlichen, liebevollen und sehnsüchtigen Briefwechsels. Beide ahnen nicht, daß sie sich nie wieder in Freiheit wiedersehen werden. Maria besucht ihren Verlobten im Gefängnis. Das Paar zehrt von diesen seltenen Begegnungen. Ihre Zuneigung wird durch diese Prüfung nicht schwächer, sondern wächst zunehmend. Marias briefliche Äußerungen überraschen durch eine erstaunliche Reife, lassen Charakterfestigkeit und Klugheit erkennen. Diese einmalige Dokumentensammlung ist ein später, aber intimer und bewegender Einblick in den Widerstand gegen Hitler und in eine einzigartige Liebe. --Corinna S. Heyn