Poe, Edgar A.

Der Untergang des Haus Usher, 1 Audio-CD, Neuausgabe

Der Untergang des Haus Usher, 1 Audio-CD, Neuausgabe
  • Verlag: Argon Verlag GmbH
  • Erscheinungsdatum: 2006
  • Format: Audio CD
  • ISBN: 3866100566
  • EAN: 9783866100565
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Hörbuch-Rezensionen

Verlust der Identität, Suche nach dem Ich und gespensterhafte Konfrontation mit der eigenen schaurigen Vergangenheit, in Träumen oder in der Realität... Das Ganze atmosphärisch dicht zu spannender Unterhaltung verarbeitet – keine Frage der Klassiker von Edgar Allan Poe wurde in der Hörspielreihe von Lübbe Audio auf beeindruckende Art neu „interpretiert“. Die Hörspiele nach Poe, mit Ulrich Pleitgen in der Hauptrolle, haben wenig mit dem Original gemein, dennoch bleibt die Adaption dem Wesen der Vorlage verpflichtet: Hier wie dort werden Bilder aus unerforschten Bewusstseinszonen evoziert, wird mit Furchtkomplexen jongliert, wird mit Angst und Vorahnung gespielt. Die Inszenierungen sind filmähnlich mit sehr realistischen Geräuschen. Highlight der Produktionen: der Titelsong „Der weiße Rabe“, den der Rock-Poet Heinz Rudolf Kunze exklusiv für diese Edition geschrieben hat! Den Rahmen der Hörspiel-Serie bildet die Geschichte des Protagonisten, des an Amnesie leidenden Edgar Allan Poe. (Den Namen gab er sich in Ermangelung eines anderen; er ist ihm zuerst eingefallen.) Auf der Suche nach seiner Vergangenheit, seiner Identität findet er sich in den fantastischen, Grauen erregenden Geschichten des berühmten Schriftstellers Poe wieder. Er lernt beängstigende Seiten seines Bewusstseins kennen und wünscht sich nicht selten, lieber ohne Vergangenheit zu sein. In „Der Untergang des Hauses Usher“ erlebt er in seinen Träumen Poes Geschichte vom Untergang des Hauses Usher noch einmal. Allein die Art, wie er eingeladen wird, die mysteriöse Wirkung des Sees... es geschehen beunruhigende, seltsame Dinge. Hat ihn sein Jugendfreund wirklich eingeladen? Es scheint, als würde der sich nicht an den Brief erinnern! Es gibt nur einen Diener im Haus. Und die Gäste, die eingeladen werden sollten, kommen nicht; der verunglückte Schmied, zu dem er ins Dorf aufgebrochen ist, ist gar nicht verunglückt. Das Grauenhafte, die langsam fortschreitende verheerende Entwicklung wird durch die Musik von Heinz Rudolf Kunze stilsicher untermalt. Selbst für Kenner des Originals dürfte die durchgehende Spannung spürbar bleiben. Ein Grund ist mit Sicherheit die Vermengung der beiden Ebenen: die Inhalte der bekannten Geschichte und die Reise des Gedächtnislosen in sein Unterbewusstsein mit seinen verborgenen Ängsten und Schuldkomplexen. Dass der Protagonist etwas Schrecklichem ausgeliefert ist, ist klar. Doch was ist das? Welche Rolle spielt beispielsweise der Arzt, der ihm rät, hier zu bleiben? Edgar Allen Poe (1809 bis 1849) prägte mit seinen Texten Horror, Fantasy und die Detektivgeschichte. Die Novelle „Der Untergang des Hauses Usher“ erschien 1839 und zählt zu seinen bekanntesten Werken. Poe war ein erstklassiger Analytiker, ausgestattet mit einem außergewöhnlichen psychologischen Scharfblick und großer poetischer Begabung. Das Leben des literarischen Erfinders des Schreckens war jedoch unstet und gekennzeichnet durch Schicksalsschläge, Armut und Krankheit. Mit zwei Jahren wurde er adoptiert, seine Schulzeit verbrachte er im Heim, von der Militärakademie wurde er unehrenhaft entlassen. Seine Arbeit als Journalist war schwierig. Der berühmteste Vertreter der amerikanischen Romantik, der in die unbekannten Tiefen der menschlichen Seele Einblick nahm, der Verfasser eines der berühmtesten amerikanischen Gedichte mit dem Titel „Der Rabe“ (1845) starb einsam, in finanzieller und gesundheitlicher Not, nachdem zwei Jahre zuvor seine Frau Virginia gestorben war. Hörspiel, Spieldauer: ca. 61 Minuten, 1 CD. Mit Musik von Heinz Rudolf Kunze. Auch als MC erhältlich (3785713460) -- culture.text

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Schwarzerlotos fanden 16 von 17 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Schleichender Verfall

Das Hörspiel, als eine eigenständige Kunstform, hat eine über 80jährige Tradition.

Spätestens seit den 1960ern erfreuen sich so genannte Hörspielreihen großer Beliebtheit; dieser Trend hält bis heute an bzw. befindet sich in einer deutlich expansiven Phase...

Ein wenig Marter also für den beflissenen Liebhaber und Konsumenten, hier die Spreu vom Weizen zu trennen, schließlich sind die Hörspielreihen lang, die Konkurrenz groß und die Geldbörse ist kein Füllhorn.

Was nun die vorliegende Edgar Allan Poe Hörspielreihe betrifft, so kann man ihr alles außer Werktreue vorwerfen (wer Werktreue wünscht, der greife zu den einschlägigen Hörbüchern, die es ja ebenfalls wie Nattern in der Grube gibt). Der Mangel an Werktreue ist es jedoch gerade, der den Reiz dieser Reihe ausmacht. Poes Erzählungen werden kaleidoskopisch in eine Rahmenhandlung gebettet, innerhalb der sie meist als Erinnerungsfragmente oder böse Träume an die Bewusstseinsoberfläche des unter Amnesie leidenden Erzählers dringen. Die Regisseure der Reihe realisieren also das klassische Konzept der Binnenerzählung auf kongeniale Weise in einem Hörspiel. Der Erzähler der Rahmenhandlung, Poe persönlich, findet nach und nach Teile seines Selbst in den Geschichten innerhalb der Geschichte, die sich zunehmend auf das Geschehen der Rahmenhandlung auswirken. Da sich der Hörer mit der Figur Poes identifiziert, begibt er sich mit diesem auf die Suche nach seiner Identität. Die Wahl dieser Perspektive ist nicht nur löblich, sondern auch besonders subjektiv... und da Poes Leben kein viktorianischer Ponyhof war, stürzt der Hörer in einen schwarzen Mahlstrom aus morbiden und düsteren Erinnerungen tief hinab ins Unterbewusstsein, wobei sich die Jagd nach der Identität wie ein Krimi gestaltet (schließlich gilt Poe als Erfinder der deduktiv arbeitenden Krimihelden). Themen wie Krankheit, Perversität und Verfall die Poe selbst auf die Ebene des künstlerisch Ausdrückbaren erhob werden auf wesentliche Symbole reduziert und hörgewaltig vertont. Dass diese Hörspielreihe nicht nur professionell produziert, sondern auch gesprochen wurde, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Das Filmorchester Berlin tut immerhin ein Übriges und beschwört eine herrlich paraphrasierende Klanglandschaft.

Mit "The Fall of the House of Usher" (1839) schrieb Poe nicht nur ein Stück Literaturgeschichte, sondern brandmarkte - nicht zuletzt durch seinen Einfluss auf H. P. Lovecraft - ganze Generationen von Lesern phantastischer Literatur.

Durch die subtile Erregung von Furchtkomplexen in der Verbindung mit Motiven des Inzests, des Vampirismus und der Todessehnsucht, erzielt Poe ein Niveau an Grauen, das gerade seiner Latenz wegen verheerend wirkt. Der schleichende Verfall, körperlicher und geistiger Natur, wird musikalisch passend in Szene gesetzt, wobei dem Hörer, durch das ständige andeuten einer Bedrohung, beunruhigende Vorahnungen suggeriert werden; auch die Rahmenhandlung nimmt nun erstmals einen beunruhigenden Charakter an, wodurch das Hörspiel in seiner Gänze nur an Genialität gewinnt.

Der Altmeister des Grauens im modernen Gewand: poetologisch entstaubt und psychologisch durchschlagend.

Diese Rezension von Michael Krause fanden 11 von 13 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Kurzweilige Unterhaltung!

Vier Geschichten von Edgar Allan Poe hat der Lübbe Audio Verlag mit prominenter Unterstützung auf den Markt gebracht, deren öffentliche Premiere vor ein paar Wochen in Berlin in einer alten Kirche war.Als Hauptsprecher konnte Ulrich Pleitgen gewonnen werden, der schon verschiedenen Hörbüchern von James Patterson und Thomas Gifford seine sonore Stimme lieh. Für den Titelsong der Poe-Hörspiele konnte kein geringerer als Rockpoet Heinz Rudolf Kunze verpflichtet werden, der mit seinem Sprachwitz die richtige Atmosphäre schafft.Pleitgen spricht in den Hörspielen Poes alter Ego, der in dieser Folge seinen alten Freund Rodney Usher besucht, der auf einem einsamen Landsitz lebt. Schon bald nach seiner Ankunft passieren unheimliche Dinge, die zum Untergang des Hauses führen.Mit viel Liebe zum Detail und tollen Soundeffekten ist hier eine Hörspiel-Reihe entstanden, der hoffentlich noch mehr als vier Teile folgen.

Diese Rezension von BUTCH200799 fanden 11 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Sehr, sehr gut

Daher 5 volle Sterne! Ich bin nicht nur ein Hörspielfan verschiedenster Richtungen! Nein, ich bin auch ein Fan von englischer und amerikanischer Literatur! Besonders von E. A. Poe! Mit dieser CD habe ich sicherlich nur den Anfang gemacht! Ich werde mir ungeachtet anderer Rezensionen auch noch die anderen Hörspiele von E. A. Poe kaufen! Warum??? Was für eine Frage! Kauft euch dieses Hörspiel und ihr werdet verstehen, warum! Es ist klasse gemacht! Sehr gute Sprecher, die passende Musik, die optimale Lautstärke! Bei dieser muß man wirklich ganz ruhig und konzentriert im Stuhl sitzen, um zu verstehen! Und genau das, die angespannte Haltung, genau das macht noch einen zusätzlichen Reiz aus! Es baut sich dadurch noch mehr Spannung auf! Man kann es kaum glauben, aber es ist so! Und wie hier schon erwähnt: sehr kurzweilig!!!

Das einzige (aber wirklich nebensächliche) was mich stört ist: der Song von Heinz-Rudolf Kunze! Ich bin eh kein Fan von ihm! Aber das was er mal gemacht hat ist zumindest noch hörenswert! Hier hat er leider ein wenig danebengelegen!

Trotz alledem: das Hörspiel ist es wert! Ich bin gespannt auf das was mich erwartet beim Kauf der Übrigen dieser Reihe! Nochmals: Kauft es euch, es lohnt definitiv!

Diese Rezension von Reinhold Stansich fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen E.A.Poe zur Unkenntlichkeit verunstaltet

Diese Rezension bezieht sich auf die Lübbe-Hörspielfassung von "Der Untergang des Hauses Usher".Mit diesem Hörspiel legt Lübbe nach "Grube und Pendel" und "Die schwarze Katze" nun den dritten Teil dieser Reihe vor. Die Rahmenhandlung wird zwar etwas weitergesponnen, aber der Mann ohne Gedächtnis der sich Poe nennt, kommt eigentlich seiner Identität nicht näher. Nun da es nichts mit der eigentlich Geschichte zu tun hat, ist das auch nicht wesentlich.Wesentlich ist demgegenüber allerdings, dass dieses Hörspiel mit der Vorlage von Poe kaum etwas gemeinsam hat. Das mag jetzt vielleicht übertrieben klingen und immerhin heißt der Besuchte ja auch Usher, seine Schwester stirbt und das Haus brennt letztlich auch ab. Aber im Unterschied zu den beiden ersten Hörspielfassungen dieses Zyklus bleibt hier nicht einmal mehr der Kern der Geschichte erhalten.Natürlich ist es auch weiterhin ein Hörspiel und die beeindruckende Sprache Poes findet sich nicht mehr wieder. Dennoch aber wird die Stimmung des untergehenden Hauses sehr gut transportiert. Mein Kritikpunkt bleibt nach wie vor, dass die unnötige Rahmenerzählung rund um Poe selbst, dem Gesamtwerk eher schadet als hilft - und eine viel zu freie Fassung der Erzählungen, die hier scheinbar wirklich den Gipfel erreicht.Das ganze Hörspiel dürfte man durchaus als gelungen bezeichnen, wäre es frei erfunden und würde nicht den Titel einer Poe-Geschichte tragen. Dann würde man vielleicht kritisieren, dass einige Anleihen bei Poe genommen wurden, dass es aber letztlich eine gelungene Geschichte sei.

Diese Rezension von Julia Schregel fanden 10 von 13 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen gruselige kurzweil

Hörbuecher und Hörspiele sind ja zur Zeit in Mode, so dass leider auch viele schlechte Produktionen auf dem Markt sind. Diese elegante Umsetzung der Kurzgeschichte Poes kann ich jedoch mit bestem Gewissen empfehlen. Nicht nur die Sprecher sind erstklassig, auch die Musik ist stimmig und erschafft den subtilen Horror, der so typisch fuer Poes Geschichten ist. Die Geräuschkulisse ist zurueckhaltend und unterstuetzt dieses unangenehme Gefuehl, dass mit dem einsamen Haus im Moor und dessen Bewohnern irgendetwas nicht stimmt. Schade, dass das Hörspiel nur knapp eine Stunde dauert. Allerdings liegt man umso länger wach im Bett und starrt mit offenen Augen ins Dunkel: ist da jemand?

Der Untergang des Haus Usher, 1 Audio-CD, Neuausgabe

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