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Deutsche Helden? Es gibt sie! Ob in der Malerei, Kunst oder Literatur, der bekannte Journalist und Auslandskorrespondent Matthias Matussek macht Ansätze einer frischen, neuen deutschen Kultur aus und zeigt, was hinter dem Klischee vom ewigen deutschen Spießer tatsächlich steckt. Er plädiert für eine Nationalidentität jenseits von Fußballweltmeisterschaften oder der Besinnung auf einen wirtschaftsliberalen Konservatismus.
Wie Deutsch wir wirklich sind, merken wir am stärksten im Ausland. Das empfinden junge Deutsche beim Schüleraustausch in Frankreich nicht viel anders wie einst Heinrich Heine in Paris. Dabei ist es aufgrund der Weltkriege und des Holocaust üblich, deutsche Identität negativ zu verorten. Matthias Matussek will das ändern. Mit guten Beispielen geht er voran und reiht in seinem streitbaren, teils aus dem Bauch heraus geschriebenen Buch leuchtende deutsche Perlen zu einer schwarz-rot-goldenen Lichterkette. Für das andere, neue Deutschland stehen Dichterfürsten, Bildungsbürger oder die junge Berliner Künstlerszene. Wo der Autor eine falsche Sicht auf das eigene Land unterstellt, nennt er bissig Ross und Reiter. Oft scheint ihn das politisch Unkorrekte geradezu anzuziehen. Matusseks bunte Collage an Traktaten, Gesprächen und Geschichten sticht zudem aus der Fülle an Büchern heraus, die in letzter Zeit die deutsche Identität umkreisen -- und zwar deshalb, weil der Autor weit weniger glatt argumentiert und so kontroverse Debatten geradewegs provoziert. „Ohne Stolz ist eine Nation nicht fähig, die eigene Zukunft zu meistern.“ Deutlich beantwortet Spiegel-Kulturchef Matussek die zentrale Frage, ob es einen gesunden Nationalstolz gäbe. Die Linken hatten dies immer entschieden verneint. Doch selbst wenn es richtig wäre, künftig einmal Nationalstaatlichkeit zu überwinden, dann schaffen wir das nicht, indem wir vor Deutschland fliehen. Diesen Leitgedanken vertritt übrigens auch der Engländer Steve Crawshaw in seiner schlauen Außenansicht über Deutschland, Ein leichteres Vaterland. Hasten wir hin zu einer europäischen Identität, folgen uns Franzosen und Engländer ohnehin nicht. Und was entgegnen wir der Deutschtürkin Mely Kiyak, die sich nicht mit Deutschland identifizieren kann, „wenn selbst die Deutschen es nicht tun“? So wirbt Matthias Matussek in seinem glänzenden, parteiischen, teils provokanten Werk letztendlich für ein selbstbewussteres Deutschland, dass sowohl uns als auch andere bereichert. Und das hat politisch nichts mit Schlussstrichen zu tun, sondern mit einer neuen Welle deutscher Entspannung. --Herwig Slezak
Engstirniger Nationalismus?Wird hier über Talkshows gesprochen oder über Bücher? Nach anfangs überschwenglichen Kritiken, die das Buch "Wir Deutschen - warum die anderen uns gern haben können" in der Zeit, der Faz und der Süddeutschen bekommen hat, schießen sich seit Tagen ein paar wildgewordene Kulturpolizisten auf den Verfasser ein. Nicht mehr das Buch ist plötzlich von Interesse, sondern das Benehmen Matthias Matusseks, der es geschrieben hat. Matussek ist öffentlich ausgerastet, weil man ihm "engstirnigen Nationalismus" vorwarf. Das hört keiner gern, zumal, wenn es nicht stimmt. Also: So what? Muß man sich alles gefallen lassen?
Matusseks Buch gehört zu den besten Büchern, die über dieses Land geschrieben worden sind. Es ist intelligent, unterhaltend und stellenweise hinreißend komisch. Und es mag die Deutschen. Aber ist es auch wahr? Wenn ich die kleinkarierten, voller Neid hingerotzten Reaktionen der letzten Tage lese, fürchte ich nein.
Den modernen Krauts und Boches, die Matussek Benimm beibringen wollen, zum Trotz: fünf Sterne.
Warum mich dieses Buch gerne haben kann.Ohne Zweifel ist dieses Buch gut geschrieben und dabei auch noch unterhaltsam. Darueber hinaus tragen die zahlreichen Gespraechspartner dazu bei, dass man das Buch immer wieder gerne zur Hand nimmt.
Der Grundtenor ist jedoch unertraeglich.
Letztlich tut Matthias Matussek genau das, was er uns Deutschen vorwirft. Er ist ein Pessimist. Was im uebrigen auch schon viele andere Deutsche vor uns/ihm waren.
Was ist erstrebenswert daran, am 3. Oktober einen grossen Menschenauflauf zu verursachen und irgendwelchen Folkloretruppen zuzuwinken? Zumal man das in Deutschland durchaus haben kann. Das Ganze gibt es naemlich schon und nennt sich unter anderem Fasching.
Ansonsten sei es den Amerikanern ueberlassen mit Winkelementen herumzufuchteln. Darueber hinaus kann ich vom wahren Leben berichten, wonach man den 4. Juli in den USA auch anders begehen kann. Zum Beispiel mit einem Barbeque und Live-Rockmusik. Was tausendmal besser ist, als an einem moeglicherweise kalten Herbsttag am Strassenrand zu stehen.
Aber warum nicht einfach mit unserem (angeblichen) Makel leben? Oder moechte er lieber Italinier oder Amerikaner sein? In diesem Falle sei im geraten es vielen anderen Deutschen gleich zu tun und sich ein Ferienhaus in der Toskana zuzulegen oder Nachbar von Juergen Klinsmann zu werden.
Was kein Vorwurf an die vorgenannten Personen sein soll. Jeder soll damit gluecklich werden, wie er glaubt diesen Zustand moeglichest anstrengungsfrei erreichen zu koennen. Allerdings brauche ich auch keinen (typisch deutschen?) Vortrag ueber mein (mangelhaftes?) Deutschsein.
Da lese ich dann lieber Heinrich Heine.
Warum wir uns selbst gerne haben könnenDie 68er, die sich an ihrer Elterngeneration abarbeiteten und ihr im Grunde nie vorwarfen, den Krieg angefangen zu haben, sondern daß sie ihn verlor, treten ab. Die Welt internationalisiert und "globalisiert" sich. Das Individuum sucht ein Zuhause. Und der Deutsche erkennt, daß es keinen Zweck hat, seines zu verleugnen, denn ein anderes hat er nicht und eigentlich ist es ja doch ganz nett.
Matussek, der viele Jahre für den "Spiegel" im Ausland arbeitete, faßt diese Erkenntnis in einer Collage aus Gesprächen mit prominenten Deutschen, manchmal überspitzten, aber auch belustigend zu lesenden Essays und Reisereportagen zusammen. So entspannt wünscht man sich in der Tat deutschen Nationalstolz.
Dazu gehört, daß Matussek sich auch nicht zu stolz ist, im vorliegenden Werk dazu zu stehen, daß er ursprünglich zu denen gehörte, die "Nation" mit "Nationalismus" gleichsetzen und den mittlerweile als Scharlatan identifizierten Mao verehrten.
Viel Zorn kommt wohl deshalb über Matussek. Ein Buch zur Ehre des Vaterlands? Das kann man ja eigentlich schnell abtun. Doch der Zorn ist größer. Er wird hauptsächlich artikuliert von, sich jetzt wohl als solche betrachtenden, ehemaligen Kameraden Matusseks: Sowas wie dieses Buch kann die auf Nationalfrust als Ersatz zum Nationalstolz eingeschworene Intellektualität nicht vertragen und noch weniger kann sie ertragen, daß einer von ihnen dazu steht, daß diese Einstellung ein Fehler ist.
Und doch kann sie daß hier so charmant propagierte Umdenken nicht verhindern, denn jenseits von Individualisierung und dem Befehl zur Selbstkasteiung kann sie uns nichts als Ersatz bieten. Wir Deutsche sind aber doch wohl mehr als Egozentriker und haben so etwas wie ein Gemeinwohl in dieser großen, großen Welt da draußen.
In der Tat steht die linke Intellektuelle dieser Entwicklung auch deshalb so fassungslos und schwadronierend gegenüber, da der wiedererwachende Patriotismus nicht nur in Deutschland unter anderem eine Antwort auf die Globalisierung ist und sich im Grunde mit den Wünschen der mehrheitlich linken Globalisierungsgegner deckt: Heimat, die ich meine.
Selbst für Gegner von Matusseks Einstellung ist sein Werk lesenswert, denn vielleicht können sie daraus lernen, wie man entspannt und humorvoll vortragen kann. Vielleicht lernen sie aber auch daraus, daß man patriotisch und trotzdem links sein kann.
Genießen Sie dieses Buch und lassen Sie mal ein kleines Deutschlandfähnchen auf Ihrer Veranda wehen. Sie werden feststellen, es tut nicht weh.
Matussek schreibt über MatussekEin lesenswertes Buch. Wenn man davon absieht, dass der Autor nicht Heinrich Heine heißt, mit dem er sich offenbar ab und zu verwechselt. Vielleicht ist Matussek aber auch die Reinkarnation Heines?!
Matussek möchte mit seinen überwiegend persönlichen Problemen mit Großbritanien offenbar eine Da-sind-wir-aber-besser-Stimmung beim Leser erzeugen. Das geht doch nicht. Er lässt es sich auch nicht nehmen, irgendwie immer wieder als ganz toller Hecht dazustehen, flechtet er doch gerne wiederholt mehr oder minder kleine Anekdötchen seines sehr aufregenden, vielgereisten Lebens als Bildungsgürger ein. Da tritt er immer als Sieger oder als ganz doll sympatisch in Erscheinung. Fremdwörter beherrscht er auch. Doch wer sagte noch einmal, dass übermäßige Fremdwörternutzung von einem Nichtbeherrschen der eigenen Sprache zeugt? Vielleicht muss man aber wirklich auch nur mal zeigen, wieviele man so kennt.
Echt lustig ist seine Interpretation der Nibelungensage. Aber solche Höhepunkte findet man selten in diesem Buch. Braucht die Welt im Kontext des Titelthemas ein Interview mit Sarah Kuttner? Das kann doch nichts werden, wurde es auch nicht.
Mutussek möchte gerne polarisieren, ich weiß aber nicht, warum und bei wem. Nähme er seinen eigenen Intellekt nicht zu wichtig und ließe er dieses narzistische Gehampel sein ,dann wäre dieses Buch bestimmt genießbarer. Die Idee des Buches ist gut, hätte es mal ein erwachsener Mensch geschrieben und nicht ein Bildungsbürger, der uns allen unbedingt zeigen möchte, wieviel Ahnung von Kunst, Kultur und Geschichte er hat.
Ein lesenswertes Buch also, wenn man über diese Dinge mal hinwegsieht. Kann man sich dann mal kaufen und lesen.
Warum uns die anderen gern haben können!Allein schon der Untertitel zu diesem Buch macht Lust darauf es zu lesen: Warum uns die anderen gern haben können. Gerade so eine Aussage zeigt auf wo wir uns befinden, denn es sind die deutschen Befindlichkeiten, welche einem immer wieder Albträume bescheren - wer oder was sind wir und wo ist Deutschland überhaupt? Jedenfalls ist es nicht in den Köpfen seiner Einwohner, so zumindest der Autor Matthias Matussek in: Wir Deutschen.
Der Autor hat Recht, wenn er schreibt: Wir Deutschen mögen uns selbst eigentlich nicht. Es geht nicht darum, ob wir gemocht werden (von Italienern, Franzosen oder Polen) es sind wir selbst... die ein Problem mit uns haben.
Deutsche Geschichte und Historie besteht nun mal nicht aus nur 12 Jahren, sondern es gab und gibt da auch noch mehr, dafür tritt der Autor Matthias Matussek ein in seinem Buch: Wir Deutschen.
Der Autor reiste herum, traf Gesprächspartner (wichtige, wie weniger wichtige) und es gibt ihn noch den Patriotismus, aber nicht a la USA. Er ist in der Tat pointiert und lässig doch die Gegenseite gibt es natürlich auch, welche mit Deutschland und ihrem Pass so recht nichts anfangen können.
Dies ist ein Buch wie wir uns endlich wieder gern haben können und natürlich die Anderen auch. Mir persönlich hat das Buch aufgrund seiner Vielschichtigkeit sehr gefallen, es sind gerade die vielen Gesprächspartner und deren Meinungen, welche das Buch so interessant machen.
Ich finde das Buch sehr empfehlenswert, da der Autor ganz unverkrampft mit dem Thema Deutschland und die Deutschen jongliert und so vielen Gesprächspartnern die Möglichkeit gibt Ihren Standpunkt klar zu machen. Ganz nebenbei bemerkt empfand ich das Gespräch mit der Verfassungsrichterin als sehr bezeichnend für den Gesamtzustand dieses Landes - ein wenig zu verkrampft, als hätte man ein Kreuz hart wie ein Brett, dies erinnerte mich ein wenig an einen Bandscheibenvorfall.
Doch es gibt auch viel zu lachen und nachdenkliches, für mich ist dieses Land zum nachdenken geeignet und warum sollte man sich nicht einmal mit dem Thema eingehender auseinandersetzen, Matthias Matussek macht es uns leicht mit seinem Buch: Wir Deutschen.
Brockhaus-1809: Die Deutschen Ritter · Die Deutschen Ritter
Brockhaus-1911: Börsenverein der Deutschen Buchhändler · Nach Kanossa gehen wir nicht
Meyers-1905: Verband der deutschen Buchdrucker · Rechnungshof des Deutschen Reiches · Zuckerindustrie, Verein der deutschen · Verband der deutschen Juden · Jubiläums-Stiftung der deutschen Industrie · Börsenverein der deutschen Buchhändler · Berufsgenossenschaft der Schornsteinfegermeister des Deutschen Reiches · Auswärtiges Amt des Deutschen Reiches · Hilfsverein der deutschen Juden · Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt · Nach Canossa gehen wir nicht
Pataky-1898: An die deutschen Frauen
Pierer-1857: Reservatrechte des deutschen Kaisers · Deutschen Redlichkeit, Orden der · Brüder des Deutschen Hauses U. L. F. in Jerusalem