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Sie haben sich getäuscht! Mit zwei neuen Kapiteln schließt die erweiterte Neuausgabe von »Die Gelehrten der Scheibenwelt« alle Wissenslücken vom Urknall bis zum Internet. Die aktualisierte Ausgabe mit neuem Cover von Terry Pratchetts beliebtem Zeichner Paul Kidby ist ein Muss für alle Scheibenwelt-Fans!
Populärwissenschaftliche NaturwissenschaftDer Scheibenweltzyklus hat einen großen Fananteil im Bereich der jungen "Intellektuellen", oftmals Naturwissenschaftler. Was liegt also näher, als ein populärwissenschaftliches Buch über Naturwissenschaften zu schreiben und Motive der Scheibenwelt einzubringen?
Dieses Buch ist das optimale Geschenk für alle Scheibenwelt-Fans, die zufällig auch Physik-, Mathe- oder Chemie Studenten sind. Die Autoren sind alte Bekannte im Bereich der Populärwissenschaft (z.B. Beiträge in Spektrum der Wissenschaft).
Thematisiert wird ein wenig Entwicklungsgeschichte der Erde (Urknall, Elemententstehung, Überblick über Elemente, Radioaktivität...), das Ganze wird garniert mit Scheibenwelt ähnlichen Scherzen und Motiven. Die eigentliche Handlung, die sich um die Magiuniversität dreht, ist eigentlich nur Mittel zum Zweck und reine Nebensache.
Leider bewegt sich der wissenschaftliche Anteil auf einem recht niedrigen Niveau (Oberstufe bis Vordiplom), so dass bei wirklichen Experten schnell Langeweile aufkommt.
Achtung: Das Buch ist kein Scheibenwelt-Roman, sondern benutzt nur die Scheibenwelt als Schauplatz. Auch Leser, die nichts mit Naturwissenschaft anfangen können, sollten Abstand halten.
Evolutionsgeschichte für NeugierigeIch beziehe mich auf die erweiterte und aktualisierte Neuausgabe, wobei ich die ältere Ausgabe nicht kenne; entsprechend nichts zu Unterschieden sagen kann.
Mir gefällt das Konzept des Buches. Eingebettet in eine (dünne) Geschichte der Scheibenwelt (hier die Zauberer der Unsichtbaren Universität) wird der Leser auf den aktuellen Stand der wissentschaftlichen Kenntnisse über die Entstehtung der Welt und des Lebens gebracht. Wie mein Vor-Rezensent bereits anmerkte, dient die Scheibenweltgeschichte hier nur zur Auflockerung der Materie und bietet nicht genügend Stoff für eine eigenständige Geschichte.
Am ehesten kommt mir "Sofies Welt" in den Sinn, wenn ich Vergleiche in der Literatur suche. Nur, dass bei den "Gelehrten der Scheibenwelt" die Fakten in gesonderten Kapiteln abgehandelt werden und nicht strickt in die Geschichte eingewoben werden. Die Zauberer bieten die Steilvorlage und im darauf folgenden Kapitel erfolgt die Vertiefung. Das Resultat:
Ein nettes, amüsantes und kurzweiliges Lesevergnügen.
Ich denke, man muss nicht unbedingt Naturwissentschaftler oder Student sein, um diesem Buch etwas abzugewinnen. Es ist vielmehr für die breite Masse bestimmt und vertieft das allgemeine Schulwissen, bzw. bringt es wo nötig auf den neuesten Stand der Erkenntnisse. In diesem Sinne haben wir es bei diesem Buch - aber auf den beiden Folgebänden "Die Philosophen der Rundwelt" & "Darwin und die Götter der Scheibenwelt" - mit einem wirklich gelungenen Edutainment zu tun.
Das Buch wurde von mir trotz seiner 500 Seiten nur so verschlungen und kann durchaus an 2-3 Abenden durchgelesen werden.
Ein wenig Hintergrundwissen über die Scheibenwelt ist aber sicherlich angebracht, um die Eigenarten der Zauberer und der Scheibenwelt an sich besser zu verstehen. Entsprechend sollte man im Vorfeld schon ein oder zwei Scheibenwelt-Romane gelesen haben (am besten welche mit Zauberern), um nicht ganz konfus darzustehen.
Schlimm fand ich allerdings die in der Neuausgabe vorhandenen Tipp- und Rechtschreibfehler. Die gehen wirklich auf keine Kuhhaut und lassen den Eindruck entstehen, dass das Manuskript ohne gründliche Prüfung sofort in den Druck ging. Lieber "Piper-Verlag": Das nächste Mal investiert bitte einen zusätzlichen Tag für die Prüfung auf Tippfehlern. Jedes Word-Programm bietet hierzu bereits Automatismen, die die gröbsten Schnitzer hier in Windeseile gefunden hätten.
Hype.Was ist das Buch - ein bizarrer Scheibenwelt-Roman oder eine populärwissenschaftliche Einführung im Stil von Isaac Asimovs unerreichten "Die exakten Geheimnisse unserer Welt" oder Ernst P. Fischers "Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte"?
Keins von beiden. Ein Buch, das auf der Merchandise von Pratchett reitet und die "Gemeinde" von Pratchett bedienen will. Ebenso wie in den meisten Büchern Pratchetts - ein Freidenker mit Durchblick und dem Patent auf "richtiges" Denken und "richtige" Irrtümer auf seinem Kreuzzug inmitten völlig ignoranter Rüpel - kommen die Autoren daher, erklären ein wenig Wissenschaft, und natürlich, obwohl sie einräumen müssen, daß die Wissenschaftsgeschichte von Irrtümern nur so wimmelt, hier - ohne die Wissenschaftstheorie selbst zu erklären - erheben sie den Anspruch, "richtiges" Denken zu präsentieren - oder zumindest "richtigen" Irrtümern aufzusitzen.
Index und Personenregister? Sollte man meinen, daß ein solches Buch sie hat; hat es aber nicht. Viel schlimmer: Ein Literaturverzeichnis, wo der Leser weiterlesen kann, wenn er Stewarts und Cohens "Lügen für Leser" (Zitat) auf den Grund gehen will, gibt es auch nicht.
"Die Gelehrten..." will das Erbe von Isaak Asimovs "Die Exakten Geheimnisse unserer Welt" antreten, und schafft es nicht. Zwar zwanzig Jahre alt, sollte man doch versuchen, die beiden Bände davon antiquarisch zu bekommen, wenn man haben will, was die Autoren zu schreiben versucht haben. Auch "Die Entdeckung des Chaos. Eine Reise durch die Chaos-Theorie." von John Briggs und F. D. Peat ist sehr empfehlenswert, vor allem, weil es ohne diese unerträgliche Hybris der Autoren auskommt - und ein brauchbares Literaturverzeichnis hat, das zum weiterlesen wahrhaft einlädt.
Dieses Buch ist weder Fisch noch Fleisch, weder populärwissenschaftliche Einführung noch Scheibenwelt-Roman. Es ist diskutabel, ob es ohne auf die Pratchett-Merchandise aufzuspringen überhaupt eine zweite Auflage gegeben hätte - sicherlich jedenfalls nicht in dieser Form. Ohne Literaturverzeichnis ist es selbst als populärwissenschaftliche Einführung ungeeignet (denn worin will es dann einführen?).
Fazit: lieber Geld sparen und eines der hier empfohlenen Bücher kaufen und durchlesen - davon hat man mehr.
Als Unterhaltungsbuch absolut ungeeignetDie eigentliche Scheibenweltgeschichte nimmt nur 1/4 - 1/3 dieses Buches ein und ist im Vergleich mit den gewohnten Scheibenweltromanen sehr seicht. Der restliche Teil des Buches behandelt die Geschichte der Wissenschaft, Erklärung des Urknalls, Atomphysik und dergleichen. Obwohl ich ein großer Pratchett-Fan bin, habe ich dieses Buch nicht fertig gelesen. Für Leser, die mit Themen wie Atomenergie, Kernspaltung, Quantenphysik uä. vertraut sind, ist dieses Buch ja zu empfehlen. Aber alle die die Scheibenwelt als Unterhaltungsmedium so lieben - Finger weg.