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Biowissenschaftliche Forschungen und deren Anwendung waren in den vergangenen Jahren häufig Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen. Der Ausgang dieser Debatten hat die Entwicklung der Wissenschaft entscheidend beeinflusst. Die Untersuchung zeigt am Beispiel der öffentlichen Diskurse über die Sequenzierung des menschlichen Erbguts in Deutschland und den USA, wie es den Befürwortern dieser Forschung gelungen ist, eine öffentliche Hegemonie herzustellen: Die öffentliche Debatte wird in beiden Ländern dominiert von wissenschaftlichen Akteuren, die das Projekt der 'Entschlüsselung'des menschlichen Erbguts in erster Linie positiv bewerten. Wissenschaftliche und medizinische Deutungen und die damit verbundenen Heilsversprechen dominieren den Diskurs underzeugen die nötige Legitimation. Dieser Befund gilt gleichermaßen für Deutschland und die USA, aber auch für drei weitere Länder (Österreich, Großbritannien und Frankreich) und die Debatte im Internet, so dass man von der Herstellun
g einer transnationalen öffentlichen Hegemonie sprechen kann.
EmpfehlenswertDie Autoren beschäftigen sich mit einem ziemlich speziellen Thema, der Medienberichterstattung über die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts und übers Humangenomprojekt. Aber sie schaffen es, das Thema sehr gut verständlich zu erklären und v.a., es in eine Theorie und Methode einzubetten, die klar macht, warum das Thema generell von Interesse ist. Die Theorie der Öffentlichkeit, die am Anfang steht, ist sehr gut und verständlich geschrieben. Die Ergebnisse sind interessant und am Rande stellen sich noch zusätzlich spannende Sachen raus (z.B.: das Internet ist gar nicht so demokratisch, wie man immer denkt).
Ich würde das Buch allen empfehlen, die in Soziologie oder Publizistik studieren oder arbeiten.