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Endlich zurück! In drei neuen Novellen sowie Kurzgeschichten und Artikeln richtet James Ellroy sein Spotlight auf L.A. Einiges ist erfunden, aber einiges erscheint so wahr, daß es als Beweis vor Gericht durchgehen könnte.
Wieder gibt Ellroy sich einer schonungslosen Psychoanalyse hin - der Analyse seines Lebens, seiner Geburtsstadt L.A. und des ganzen Systems. Er schreibt über seinen Vater, die Todesstrafe, die Justiz und die Opfer von vierzig Jahre zurückliegenden Verbrechen. Wir begegnen einem verrückten Detective, der von einer Schauspielerin aus Hollywood besessen ist, und auch Danny Getchell läuft uns über den Weg. Ellroy schreibt bissig und schonungslos über dunkelste Geheimnisse und Obsessionen, fesselt den Leser und läßt ihn nicht mehr los.
James Ellroy - wie immer - at his best!
Nach Hollywood, Nachstücke eine weitere Sammlung mit Stories von James Ellroy. Der Band versammelt neun Kurzgeschichten, von denen die meisten im Magazin GQ veröffentlicht wurden, sowie drei inhaltlich zusammenhängende Novellen. Die Kurzgeschichten werden Ellroy-Fans ganz sicher nicht enttäuschen. Schonungslos geht Ellroy mit sich und der Welt -– die sich auch hier meist auf L.A. beschränkt –- ins Gericht. Die nachgerade exhibitionistischen autobiografischen Skizzen dürften dabei am interessantesten sein und manch einem Hoffnung machen, der sein Leben für einigermaßen verpfuscht hält. Von Ellroy lernen, heißt überleben lernen. Ein “Kind Noir” sei er gewesen, bis Ende der Siebzigerjahre schlug er sich von Alkohol, Drogen und sexuellen Obsessionen getrieben durchs Leben, stets das alles bestimmende und immer wieder aufgegriffene Motiv der ermordeten Mutter im Gepäck. Auch den Vater lernen wir hier kennen, den sexuelle Obsessionen weniger umzutreiben schienen –- er lebte sie schlicht und ergreifend aus. Ellroys Wortwahl entspricht seiner Haltung: direkt und mit offenem Visier. Beides kann missfallen und geht -- etwa bei Andrew Vachss -- mitunter schlicht zu weit. Hier jedoch wird die Härte und das unfeine Vokabular immer wieder inhaltlich gebrochen. So erfahren wir anhand eines zweifelhaften Todesurteils Ellroys Haltung zur Todesstrafe. Wo am Anfang kompromisslose Verfechtung steht, ergibt sich am Ende eine fast ebenso fundierte Ablehnung. Auch werden die drei Novellen der Überschrift “Rick liebt Donna” durchaus gerecht. Hier ist ein Ellroyscher Held, der zwar bei seinen Kampfhunden schläft, sich aber mit Haut und Haaren in eine Schauspielerin verliebt. Dass die beiden sich letztlich zeitlebens nacheinander verzehren, jedoch nie als konventionelles Paar zusammenfinden, entspricht nur allzu sehr der werkimmanenten Logik. Die hier versammelten Stories erlauben einen tiefen Einblick in Biografie und Kosmos des Autoren. Eine für Fans ganz sicher unverzichtbare Lektüre. Für den Einsteig empfehlen sich jedoch eher die hervorragenden Kriminalromane. --Josef K. Weinreb