Bestellen bei Buecher.de! Preis: 8,50 €
Bestellen bei Amazon.de! Neu ab 8,50 €, gebraucht ab 1,00 €.
Neue Bücher bestellen bei: Buch.de.de, Buch24.de, Bol.de, Libri.de, Thalia.de
Gebrauchte und neue Bücher bestellen bei: AbeBooks.de, Booklooker.de
Der Schlüssel zu diesem Werk ist ein Erzähler, der nie den staunenden Blick, mit dem jeder das Leben anfängt, verloren hat. Das Böse, so oft er sich damit konfrontiert sah, verursachte mehr Kopfschütteln als Haß. Freilich kommt die Auseinandersetzung mit dem Bösen seiner Menschenliebe in die Quere, aber jenes kann diese in ihren Grundfesten nicht erschüttern. Wie er an dieser Menschenliebe festhält - nämlich nicht mit Grundsätzen, ob philosophischer oder theologischer Provenienz, sondern mit der Neugier des Beobachters verschiedener Leute - das macht den eigentümlichen Reiz dieses Buches aus, seine Originalität, den Unterschied zu anderen Büchern über die Lager.' (Ruth Klüger, aus dem Nachwort)
Gegen das VergessenFred Wander, 1917 in Wien geboren, wurde wegen seiner jüdischen Herkunft 1942 zunächst nach Auschwitz und später nach Buchenwald deportiert. Fred Wander ist ein Überlebender, in der Erzählung „Der siebente Brunnen", erstmals 1971 erschienen, verarbeitete er die Geschehnisse in den Lagern literarisch.
Die Erzählung gliedert sich in zwölf kurze Episoden, geschildert wird der Alltag im Konzentrationslager: Rituale beim Teilen und Essen der knappen Brotration, Zwangsarbeit auf Baustellen und im Bergwerk, Arbeitsunfälle, misslungene Fluchtversuche, Transporte zwischen den Lagern und Todesmärsche, als die Front näher rückt - und immer wieder Sterben. Erzählt wird dies alles in einer anschaulichen, reflektierenden, mitfühlenden und sogar poetischen Sprache. Wie ein roter Faden zieht sich das Motiv von Vorstellungskraft und Phantasie durch die Erzählung. Der Autor berichtet von den Erinnerungen der Häftlinge an das frühere Leben, in dem man Mensch war, Frau und Kinder hatte, geachtete wurde, seinem Beruf nachging. Der Autor erzählt von Wahnvorstellungen im Delirium und im Todeskampf und von schweren Träumen nachts auf der Pritsche, in denen Familienangehörige plötzlich zum Greifen nahe vor einem stehen. Der Autor erzählt vom Einatmen des Geruchs der Heimat, des jüdischen Gässls in Odessa, in Riga, Lemberg oder Kursk. Erzählt wird vom Erträumen einer besseren Welt um die Realität zu überstehen.
Das ist kein schönes Buch im eigentlichen Sinn - aber ein sehr nötiges, um nicht zu vergessen. Fred Wander hat sich mit diesem Buch seinen Platz neben Ruth Klüger, Primo Levi, Jurek Becker, Imre Kertész u.a. erschrieben.
HerzzerreißendDas 1971 in der DDR erstmals erschienenes Buch Fred Wanders wird Roman genannt, aber in Wirklichkeit sind es zwölf Episoden aus seinem Leben in verschiedenen KZs, Drancy, Perpignan, Auschwitz, Hirschberg, zuletzt Buchenwald, wo er dessen Befreiung erlebt. Sie beschreiben das Leben, die Arbeit, das Hungern und das Sterben in den Lagern, manchmal aber auch die kleinen Freuden, die Freundschaft, das Erzählen von früher. In jeder der Episoden stehen einer oder mehrere seiner Mithäftlinge im Mittelpunkt, meist Juden aus allen Schichten, Professoren, Schuster, Handwerker. Manche tauchen immer wieder auf, von manchen erfährt man einiges aus ihrem Leben, manche sterben kurz nach ihrer ersten Erwähnung.In einer sachlichen, aber zutiefst mitfühlenden Sprache entsteht ein Bild aus dem Innern der KZs, das einem das Herz zerreißt. Am eindrücklichsten vielleicht die gerade einmal drei Seiten lange Episode "Brot", in der beschrieben wird, wie verschiedene Häftlinge mit ihrer Brotration, die nie ausreicht, umgehen. Oder die letzte, "Joschko und seine Brüder", in der sich Wander in die Kinderbaracke in Buchenwald flüchtet und dort eine Gruppe von Kindern beobachtet, die sich gegenseitig helfen und beschützen und gar nicht verstehen, was es bedeutet, dass die "Gestiefelten" plötzlich fliehen und es auf einmal Kartoffeln im Überfluss gibt. Die Häftlinge sind Menschen in all ihrer indivduellen Verschiedenheit, geeint in ihrem unendlichen Leid, dem Hungern, dem Frieren, der Krankheit, dem Sterben. Die KZ-Schergen werden durch ihre Stiefeln und dicken Handschuhe charakterisiert und ihre kalte Unmenschlichkeit, das Prügeln, das Schießen. Und trotzdem ist es nicht nur Hass, der ihnen entgegenschlägt, sondern auch Verwunderung, wie Menschen so etwas anderen Menschen antun können. Nicht nur deswegen sollten alle ab 16 dieses Buch lesen.
Ein etwas sperriger TitelFred Wander, der Autor dieses Buches lebte mit der Schriftstellerin Maxi Wander in der DDR. Wander ist ein in Wien geborener Jude der nach Frankreich emigrierte. Er wurde dann in verschiednen Konzentrationslager deportiert, unter anderem Auschwitz und Buchenwald. Er hat mit diesem Buch eine dieser so typischen Biographien des vorigen Jahrhunderts geschrieben. Vor mehr als dreißig Jahren hat er dafür den Heinrich Mann Preis erhalten. Das Buch war lange nicht zu bekommen, ist jetzt im Rahmen der Aufarbeitung, 60 Jahre nach Kriegsende, wieder publiziert worden. Fred Wander hat in den Konzentrationslagern die Menschen beobachtet und diese Beobachtungen in sehr eindrücklicher, erschütternder Form in Worte gefasst..
.
Ruth Krüger hat das Nachwort geschrieben und sie sagt, die Millionen Juden die dort hingerichtet worden sind, was sie erlebt und was sie erlitten haben, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Aber den einzelnen Menschen kann man ein Gesicht geben und genau das tut Fred Wander.Günter Jauch, in der „Lesen" Sendung im ZDF, von Elke Heidenreich nach der Lektüre dieses Buches gefragt, sagte: „Das ist ein schreckliches Buch, das ich sehr gemocht habe".Dieses eindrucksvolle Buch zeigt wie man Haltung zeigen kann und es ist in dieser unserer heutigen Zeit der Rückbesinnung eine dienliche Hilfe.
An jedem Menschen hängt eine ganze GeschichteFred Wander Der siebente Brunnen
Über Millionen Tote kann man nichts sagen, aber über drei oder vier kann man eine Geschichte erzählen.
Das ist das Motto dieses Romans, der nicht so sehr ein Roman ist, sondern vielmehr eine episodenhafte Anreihung von Erzählungen, die locker miteinander verknüpft sind.
Der Ich-Erzähler spielt im Grunde gar nicht mit, er übernimmt nur die Rolle einer Kamera, die ihren Blick auf einzelne Gesichter, Menschen und deren Geschichte lenkt.
Hinter jedem Toten steckt eine ganze Geschichte, und die erzählt uns Fred Wander.
Alle Gestorbenen bekommen ein Denkmal in Form einer Erzählung.
Nicht so sehr das Schreckliche steht im Vordergrund, sondern das Staunen über das Leben an sich, und die vielfältigen Formen, die es annehmen kann.
Den Titel dieses Buches, der als Überschrift einer Geschichte in dieser Sammlung durchaus Sinn macht, finde ich jedoch als Buchtitel unpassend und nichtssagend.
Viel besser als Titel hätte zum Beispiel "Gesichter" gepaßt.
Fred Wander erzählt poetisch, manchmal sprunghaft. So lange man noch eine Geschichte erzählen kann, lebt man noch.
Manchmal wird der Versuch unternommen, den Menschen zu erklären, herauszufinden, warum der Mensch ist wie er ist, doch dieser Versuch wird gleich wieder gebrochen.
Die Täter bleiben Stiefelträger oder Gestiefelte. Ihnen ein Gesicht, geschweige denn eine Geschichte zu geben, lohnt nicht.
Sie wanken als bloße Randfiguren durch die Handlung. Unwichtige Staffage in einer komplizierten Choreographie.
Wie Fred Wander einmal seiner Frau Maxi schrieb, ist dieses Buch nicht für jeden. Einigen erschließt es sich, andere bleiben verständnislos davor stehen.
Der Versuch, den Schlüssel zu diesem schönen und traurigen Buch zu finden, lohnt aber auf jeden Fall.
Das Nachwort ist von Ruth Klüger, deren Buch Weiter leben ebenfalls sehr empfehlenswert ist.
Adelung-1793: Siebente · Brunnen-Cur, die · Brunnen · Brunnen, der
Brockhaus-1809: Gregorius der Siebente · Gregor der siebente
Brockhaus-1911: Brunnen · Brunnen [2] · Abessinischer Brunnen · Artesischer Brunnen
Herder-1854: Brunnen · Artesische Brunnen
Lueger-1904: Brunnen [2] · Brunnen [1]
Meyers-1905: Brunnen [3] · Brunnen, absorbierende · Dinkholder Brunnen · Brunnen [2] · Artēsische Brunnen · Beringer Brunnen · Brunnen [1]
Pierer-1857: Luthers Brunnen · Sieben Brunnen · Zum Brunnen · Artesische Brunnen · Brunnen [1] · Brunnen [2]