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Zum Jahrhunderte währenden Entzücken der poesiefreudigen Welt Europas gab und gibt es die Geschichten von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde, die in fast allen europäischen Sprachen erzählt wurden. Die umfassendsten Darstellungen der Sage sind in den großen Prosaromanen Frankreichs aus dem 13. Jahrhundert zu finden, auf ihnen beruht die schönste Artusdichtung des ausgehenden Mittelalters von Sir Thomas Malory, der im Jahre 1471 gestorben ist.
Aubrey Beardsley beinflußte als hervorragender Zeichner und Illustrator nachhaltig die Meister des Jugendstils.
WundervollWer schon viele Artus-Sagen gelesen hat, dem fällt sofort auf, dass vieles von dieser kopiert und entnommen wurde. Und es ist immer wieder toll, zu sehen, was die Schiftsteller der Moderne aus der Geschichte des Mittelalters gemacht haben. Klar ist, es gibt weitaus spannendere oder gefühlvollere Versionen der Geschichte um König Artus und seine Freunde, aber diese besticht durch ihre naive Erzählstruktur, der ungewohnten Fokusierung und Moral (Ein Mann, der gut kämpfen kann, ist ein guter Mann. Egal auf welcher Seite er steht.)Malory versucht nicht, Spannungsbögen aufzubauen, er erzählt geradewegs und teilweise in geradezu lächerlichen Details (vor allem in den Schlachten) über das Leben des Königs von Camelot und seinen Rittern. Oftmals wird das Ende einzelner Handlungsstränge vorweg genommen, manche Handlungen erscheinen sinnlos und verlaufen sich, ohne großen Einfluss auf die Haupthandlung zu nehmen, im Sande. Nicht hinter allen Handlungen scheint ein Sinn oder eine Moral zu stecken. Und Artus erscheint geradezu menschlich: Frauengeschichten, ein guter Kämpe, jedoch nicht der beste und vor allem nicht der klügste, denn all seine guten Einfälle stammen von Merlin, dem Mann im Hintergrund. Und dennoch umweht Artus etwas liebevolles, selbst in seinen grausamsten Momenten. (Aussetzung aller am 1. Mai geborenen Säuglinge auf ein Schiff, dass an einem Riff zerschellt, nur um seinen Sohn Mordred zu töten.) Zwischenzeitlich sidn einige Abreibungen mit dem heidnischen Glauben zu erkennen und kleine Verweise aufs Christentum, jedoch wird dieser Faden nicht konsequent verfolgt. Die Religion spielt hier nur eine untergeordnete Rolle.
Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der gerne alte Sagen und Minnegesänge liest, wie z.B. Parzival oder Die Nibelungen.
Personen, die überhaupt nichts damit anfangen können, sollten vielleicht doch besser 'Die Nebel von Avalon' oder Hohlbeins Version lesen.