Kafka, Franz

In der Strafkolonie

In der Strafkolonie
  • Verlag: Suhrkamp
  • Erscheinungsdatum: 2006-11
  • Bindung: Broschiert
  • Seitenzahl: 132
  • ISBN: 351818878X
  • EAN: 9783518188781
  • Amazon.de Verkaufsrang: 108.472
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Beschreibung von buecher.de

Es ist die Geschichte vom Kampf Karthagos, der See- und Handelsmacht gegen den zur Weltmacht aufsteigenden Stadtstaat Rom. Es ist die Geschichte einer persönlichen Rache. Denn Hannibal hat den Römern ewige Feindschaft geschworen. Er zieht mit einem Heer über die Alpen und gewinnt gegen die Römer seine erste Schlacht am Ticinus. Es folgen Siege am Fluss Trebia und am Trasimenischen See. Seine Meisterleistung ist der Sieg bei Cannä. Nacheinander 4 überwältigende Siege! Warum scheitert dieser Mann dennoch auf tragische Weise? Von den Häschern Roms gejagt, begeht er am Ende Selbstmord. Wie schon beim Krieg gegen den Makedonen-König Pyrrhus zeigt sich wieder der zähe Wille Roms, auch aus Niederlagen Siege zu machen. Die Geschichte des 'Imperium Romanum' beginnt mit einem Bauernvolk, das sich zum Herren der antiken Welt aufschwingen wird. 1.000 Jahre herrschten die Römer und ihr Einfluss ist bis heute noch gegenwärtig. Römische Philosophie, römisches Recht und Baukunst überdauerten das Mittelalter und prägten die Zivilisation Mitteleuropas.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Stephan Seither fanden 13 von 16 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen "Kafka ist ein Lüstling des Entsetzens"

Zum Sprecher (Eine Stimme für 4 Personen):

Schaut man sich im Internet um, wird die Stimme des hier eingesetzten Sprechers, Oliver Nitsche, mit folgenden Merkmalen beschrieben: "Mitteklräftig", "Frisch", "Warm" und "Markant" sei die Stimme des Sprechers - stimmt bis hierhin ohne jeden Zweifel - nur fehlt ihr in diesem Fall (meine Meinung nach!) das gewisse Gespür für Dramatik, plätschert die Erzählung einfach ihrem Ende entgegen.... - aus diesem Grund ein Stern Abzug....

Zur Handlung:

Ein Offizier führt einem Reisenden die Möglichkeiten seiner Hinrichtungsmaschine vor - fürchtet jedoch zugleich die Meinung des Reisenden, da dieser evtl. die Abschaffung der Hinrichtungsmethode durchsetzen könnte und verliert sich zwischen absurden Argumentationen, um seinen Status als Richter und Vollstrecker in einer Person erhalten zu können....

Anfangs noch voller Euphorie, versucht der Offizier, zunehmend verzweifelt, die Zustimmung des Reisenden für seine angeblich geniale Bestrafungsmethode zu erlangen....

Der Reisende begreift langsam aber sicher, welche Bedrohung der Offizier in ihm und seiner möglichen Meinung sieht - hält mit ihr jedoch nicht hinterm Berg und beschleunigt somit den Lauf der sich radikal ändernden Dinge....

Verurteilter und Soldat erfüllen die Rolle der schweigenden Statisten....

Die Personen der Erzählung:

Der Offizier - verliert sich vollständig in seiner Rolle des Technokraten, ohne Blick für den Verurteilten und dessen Rechte - vielmehr ist er absolut davon überzeugt, die ihm zur Verfügung stehende Hinrichtungsmaschine unbedingt einsetzen zu müssen - egal um welchen Preis!

Der Verurteilte - auf erschreckende Weise neugierig auf die Funktionen der Hinrichtungsmaschine, welche ihn das Leben kosten soll....

Der Reisende - als kritischer Beobachter der laufenden Folter / Hinrichtung

Der Soldat - ignoranter Erfüllungsgehilfe des Offiziers

Zum Autor:

Franz Kafka - je mehr ich von ihm zu lesen, bzw. zu hören bekomme, umso mehr verstehe ich übrigens die Kommentare seiner Zeitzeugen, wie z.B. diesen hier: "Kafka ist ein Lüstling des Entsetzens".

Halte ich Texte von Kafka in Händen, versuche ich mir stets vorzustellen welche Reaktionen er wohl mit seinen Aussagen zu Lebzeiten provoziert, bzw. hervorgerufen haben mag? Lesen sich viele seiner Ideen in der Gegenwart immer noch (ein wenig) "fremd", müssen sie zu seiner Zeit einfach wie Texte von einem anderen Stern geklungen haben?!

Diese Rezension von themanwiththemanyfaces fanden 9 von 9 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen überraschend!

gemessen an dem sehr günstigen preis war ich zunächst skeptisch, was die qualität dieses hörbuches betrifft - dachte aber, das kann man schonmal riskieren. und siehe da: es war ein glücksgriff, eine hervorragend gesprochene lesung die keine wünsche offen lässt.

wer sich ein löffelchen kultur abholen möchte: zugreifen!

Diese Rezension von etjihoayi fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen absolut schockierend

für mich einer der beeindruckendsten, faszinierendsten und gleichzeitig verstörendsten Texte der Weltliteratur.

In "In der Strafkolonie" geht es um einen Reisenden, der auf einer Strafinsel durch einen offizier das dortige Gerichtswesen kennenlernen soll.

Dazu nimmt er an einer Hinrichtung mittels eines "eigentümlichen" Apparates teil.

Dieser Apparat schreibt dem Verurteilten mit Nadeln in einer zwölfstündigen Folterprozedur das Gesetz, das dieser übertreten hat, auf den Leib, bis dieser an den Verletzungen stirbt.

Der neue Kommandant der Strafkolonie ist aber mit dieser unmenschlichen Strafe nicht einverstanden und so versucht der Offizier den Reisenden für sich und die Maschine zu gewinne, da er von dieser begeistert ist.

Der Reisende aber, entsetzt von so viel Grausamkeit, lehnt ab...

Der Schluss soll hier noch nicht verraten werden !

Dieser Text ist meiner Meinung nach einer der besten der Zeiten und ich kann ihn nur weiterempfehlen, obwohl er sicherlich nichts für schwache Nerven ist.

5 von 5 Sternen Sollte man "gehört" haben

Mein Vorredner hat die Geschichte ja schon gut geschildert. Nur stimme ich nicht mit meiner Meinung über den Sprecher überein.

Ich finde den Sprecher sehr gut. Hat ein gutes Gespür für die Charaktere und erzählt die Story eindringlich.

Eine Kaufempfehlung!

5 von 5 Sternen Meilenstein deutscher Erzählkunst

"In der Strafkolonie" ist nicht nur Franz Kafkas gelungenste Erzählung, sondern neben Borcherts "Schischiphusch" auch die beeindruckendste deutsche Erzählung, die ich kenne - und das aus zwei Gründen:

1. Vordergründig geht es um einen Reisenden, der in einer Strafkolonie ein Hinrichtungsverfahren "begutachten" soll, das mit einer speziell konstruierten Maschine durchgeführt wird.

Kafkas Kunstgriff liegt darin, dass er dem Reisenden die Feinheiten der Maschine von einem Offizier anpreisen lässt, der von diesem Verfahren vollkommen überzeugt ist und den Akt des Folterns mit der gleichen Begeisterung schildert wie andere den Liebesakt und den Reisenden gewinnen will, das Verfahren beim Kommandanten zu befürworten.

2. Der Reisende begutachtet das Verfahren im Auftrag des aktuellen Kommandanten, welcher ein Gegner der Folter ist, während der frühere Kommandant, dessen Geist noch über der Kolonie zu schweben scheint, ein vehementer Verfechter der härtesten und brutalsten Strafen gewesen war.

Indem der Reisende sich am Ende des Vortrags gegen die Maschine ausspricht, entzieht er sozusagen die Existenzgrundlage des Offiziers und vertreibt den Geist des ehemaligen Kommandanten.

Natürlich endet - wie alle großen Erzählungen Kafkas und das Leben selber - auch diese Geschichte tödlich und als der Reisende am Ende die Kolonie verlässt, hat diese kleine Erzählung den Eindruck vermittelt man hätte literarisch am Ende einer Epoche der Folter teilgehabt.

Mehr kann Literatur nicht leisten.

In der Strafkolonie



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