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Doch wie's da drin aussieht, geht niemand was an', heißt es in der alten Lehár-Operette 'Land desLächelns'. Auch viele Christen scheinen nach dieser Devise zu leben: Wie viel Angelerntes undAufgesetztes gibt es da, das zwar fromm aussieht und doch unecht ist! Wir möchten mithalten - auchin der Frömmigkeit. In vielen Kirchen und Gemeinden ist der Frömmigkeitsstil mit einer Wertskalaverknüpft. Wer sich an ihr ausrichtet, gewinnt Anerkennung, wer nicht, fällt durch.Das Buch von Peter Strauch geht diese Beobachtungen nach. Es will unechte Frömmigkeit aufdecken undaus religiösen Zwangsjacken befreien. Es zeigt auf, dass wir damit nicht nur anderen etwasvorspielen, sondern auch uns selbst. Oft haben wir eine genaue Vorstellung, wie Gott uns haben will- aber wir entsprechen ihr nicht. Also tun wir so als ob, auch vor uns selbst. Doch wer sind wireigentlich, wenn uns keiner sieht? Und wie finden wir zurück zu einem befreiten, authentischenChristsein?
EchtheitWer hat sie nicht, die Sehnsucht echt zu sein? Peter Strauch, der die Freien evangelischen Gemeinden in Deutschland in den letzten Jahrzehnten wie kaum ein anderer geprägt hat, greift diese Sehnsucht auf und versucht, authentisch und glaubhaft Antworten zu finden. Dabei fällt angenehm auf, dass er keine vorschnellen Antworten parat hat, sondern den Leser da abholt, wo er steht. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der bereit ist, sich selbst zu hinterfragen und der nach Echtheit und Glaubwürdigkeit strebt.
Theologie statt WissenschaftDer Titel ließ mich auf einen psychologisch-wissenschaftlichen Inhalt schließen - leider gefehlt!
Das wissenschaftliche "Warum?" und "Wer wir sind" wird nur marginal tangiert und geht nicht in die Tiefe, geht in der Predigt unter. Schade!
Mein Tipp: Wer wissen will, wie einer ist, den niemand sieht, der lese "Feuchtgebiete". Die Autorin schreibt so, als sähe sie niemand, läßt es aber damit alle Welt wissen. Dies wirkt zunächst skandalös, aber nur weil wir uns selbst wiedererkennen mit unseren intimsten und innersten kleinen Geheimnissen. Auch keine Wissenschaft, aber Unterhaltung. Das kann ich von Strauch leider nicht sagen.