Regie: Greenwald, Robert;

Wal Mart - Der hohe Preis der Niedrigpreise

Wal Mart - Der hohe Preis der Niedrigpreise
  • Studio: EMS GmbH
  • Erscheinungsdatum: 2006-04-27
  • Produktionsjahr: 2005
  • Format: DVD
  • Bildseitenformat: 16:9
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • EAN: 4020974159685
  • Amazon.de Verkaufsrang: 14.960
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Beschreibung von buecher.de

Durch seine Niedrigpreise gelang es dem Wal Mart Konzern, unzählige kleinere Läden aus dem Geschäft zu drängen. Ehemalige Besitzer und Mitarbeiter dieser Läden kommen ebenso zu Wort wie Ex-Mitarbeiter des Konzerns, die u.a. von Ausbeutung, unbezahlten Überstunden, Diskriminierung sowie massiven anti-gewerkschaftlichen Aktivitäten berichten. Neben anderen Problemen wird auch die Situation in den asiatischen Fabriken gezeigt, in denen Arbeiter sieben Tage die Woche für Hungerlöhne dafür sorgen, dass Wal Mart seine Waren zu Billigpreisen anbieten kann.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Product Description

EMS WAL MART - Der hohe Preis der Niedrigpreise, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 27.04.06

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Udo Heckler fanden 83 von 98 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Nicht kaufen.

Ich habe mir die DVD gekauft, damit ich für die wirklich hervorragende Doku "We feed the world" kein Porto zahlen muss und es irgendwie fast auf denselben Endpreis herausgelaufen wäre.

Was für ein Fehler.

Die Wal-Mart Doku ist ein absolut mies gedrehtes Stück Film, technisch sowie inhaltlich.

Technisch: Die Bildqualität ist mies. Schlechte Kameraführung, teilweise Dreck auf der Linse (!), die Bildqualität des Basismaterials (z.B. Wal-Mart Werbefilme) indiskutabel schlecht. Die Synchronisation ist furchtbar (englischer Restton gerade so laut, dass er nervt), weswegen ich den Film im Original auf Englisch ansah. Teilweise ist die untergelegte Musik jedoch so laut, dass man das gesprochene Wort fast nicht mehr verstehen kann. Als ein Teil über Wal-Mart Deutschland gezeigt wurde, wechselte ich die Tonspur, da ich die deutschen Wal-Mart Mitarbeiter im Original hören wollte: Fehlanzeige. Der O-Ton wurde komplett durch eine englische Übersetzung ersetzt. Auf der deutschen Tonspur war die englische Übersetzung (leise, Hintergrund) und darüber die wiederum übersetzte deutsche Übersetzung der englischen Übersetzung des deutschen Originals. Grotesk!

Inhaltlich: Es wird viel zu unsachlich argumentiert und auf rein emotionaler Ebene versucht, den Konzern zu diskreditieren. Traurige Musik, arme arbeitslose US-Amerikaner, die wegen Wal-Mart ihren Job verloren. Arme Amerikaner, deren Grundstücke nicht mehr dasselbe Wert sind wie vor Gründung der Wal-Mart-Filiale. Mir kommen die Tränen.

Das größte Übel des Films ist wohl, dass er zu sehr versucht, Wal-Mart die Schuld an dem ganzen Schlammasel in den Vereinigten Staaten von Amerika zu geben. Dabei ist Wal-Mart nicht die Ursache, sondern nur die Wirkung! Wenn ich mir jahrelang das Gesicht mit Benzin einreibe würde sich doch niemand darüber wundern, dass sich ein riesiges, fettes Geschwür bildet, oder? Wal-Mart ist das Geschwür. Das Benzin ist der "amerikanische Traum".

Denn Wal-Mart führt doch nur konsequent die groteske Vision einer "freien Wirtschaft" durch, die die US-Amerikaner höchstselbst als die allertollste der Welt postulieren. Wenn es nicht notwendig ist, für seine Mitarbeiter Sozialabgaben zu leisten (z.B. für Gesundheitsversorgung), wieso sollte ein Konzern das tun? Wenn es einem Konzern erlaubt ist, seine Mitarbeiter konsequent auszubeuten und systematisch zu schikanieren, wieso sollte er es lassen? Wal-Mart ist nur deshalb so erfolgreich, weil die US-Amerikanische Regierung (und damit deren Bürger!) dem Konzern erlaubt, rücksichtslos und egoistisch zu agieren. Das ist auch der Grund, weshalb Wal-Mart nur in den USA so großartig floriert.

Zusammenfassend: Ja, ich finde Wal-Mart auch schlecht. Aber es sollte lieber eine Dokumentation darüber gedreht werden, warum in US-Amerika so eine perverse Geschäftsidee überhaupt funktionieren kann. Das Problem sind eindeutig die wahlberechtigen Idioten, die sich von einem falschen Bild von "Freiheit" selbst zu einer quasi-faschistischen Regierung verdammen.

Diese Rezension von Andreas Gryphius fanden 65 von 74 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Aufpassen Deutschland

Das mag zwar ein Film über einen Supermarkt-Konzern in den USA sein. Aber oft schwappen Trends aus Amerika nach einigen Jahren bis zu uns rüber. In wirtschaftlicher Hinsicht seit fast drei Jahrzehnten zu unserem Nachteil.

Die Verelendung von immer mehr US-Bürgern kann nicht übersehen werden in dem Film. Wer sich den Dokumentarfilm anschaut, dem wird klar, dass es den Bossen solcher Konzerne nur noch um Geld geht. Dafür werden Mitarbeiter nicht nur skrupelos ausgebeutet, sondern auch der Staat nach Strich und Faden ausgenutzt. Gesetze werden von solchen Konzernen notfalls gebrochen, wenn es nur der Gewinnmaximierung dient.

Die riesigen Gewinne, die erwirtschaftet werden, kommen nur noch einer Handvoll von Führungskräften des Konzerns zugute. Ein Teil davon wird in Spenden an Parteien, Senatoren, Bürgermeister und andere "demokratische" Entscheidungsträger "investiert". Die Mitarbeiter erhalten nur einige Krümel, die vom Tisch herunterfallen. Es reicht oft noch nichteinmal dazu, sich davon eine Krankenversicherung für sich und die Kinder leisten können. Und dass, obwohl die Mitarbeiter dort unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen arbeiten müssen.

Frauen und Schwarze haben bei Walmart keine Chance auf einen Aufstieg erfährt man. Das wird denen teilweise ganz offen gesagt.

Wo Konzerne wie Walmarkt hinkommen, da wächst bald kein Gras mehr lernt man aus dem Film. Die vielen kleineren Geschäfte müssen bald schließen. Aber immer mehr Amerikaner wehren sich mittlerweile gegen Walmart und machen von der Demokratie Gebrauch. Warum sie das tun, das sieht man in diesem Film.

Interessant wäre es natürlich, wenn es einen entsprechenden Dokumentarfilm gäbe über asoziale deutsche Supermärkte und Discounter.

Der Kapitalismus beginnt, seine eigenen Kinder zu fressen. Es hat schon angefangen in den ehemals reichen Industrieländern. Die Mittelschicht bricht weg, Armut und Kriminalität steigen. Für äußerst fragwürdige Kriege ist immer genug Geld vorhanden, aber nicht für die Bekämpfung der Armut im eigenen Land. Dabei könnte genug für alle da sein, wenn einige Finanz-Psychopathen nicht so raffgierig und skrupellos wären und sogar die Politiker vor ihren Karren spannen würden.

Diese Rezension von Eifel-Salamander fanden 26 von 27 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen ... garnicht so weit weg ...

Wer sich für wirtschaftliche Zusammenhänge und die Macht von Großunternehmen interessiert, wird mit dieser DVD hervorragend bedient.

Es sollte m. E. niemand meinen, die USA seien weit weg und für uns nur bedingt relevant - vergleichbare Entwicklungen finden auch bei uns bereits statt. Derzeit diktiert derjenige, der Arbeit zu verteilen hat die Bedingungen, zumindest bei Jobs im unteren und mittleren Segment - und der Druck nimmt zu und wird weiter zunehmen. Die Konzentration und das Streben nach immer größeren Einheiten ist ungebremst - am langen Ende werden nur noch einige wenige Anbieter/Arbeitgeber übrig bleiben, die dann bestimmen, wieviel man für den einzelnen Arbeitnehmer auszugeben bereit ist. Und ist der Markt einmal bereinigt, muß man wohl auch keine Niedrigpreise mehr fahren. Bleibt nur zu hoffen, daß es dann noch ausreichend Konsumenten gibt, die die Produkte von Wal*Mart & Co. kaufen können. Dieser Film gibt einen Vorgeschmack ...

Diese Rezension von Polygraph fanden 14 von 19 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Der Große Bruder lädt ein zu 90 Minuten Hass

Ein Dokumentarfilm braucht nicht unvoreingenommen zu sein, in den meisten Fällen ist er es auch nicht; ein Dokumentarfilm-Regisseur darf auch ruhig während des Films Stellung beziehen und seine eigene Meinung verkünden; ein Dokumentarfilm darf sogar auch noch die Wahrheit ein klein wenig zu seinen Gunsten umfrisieren, indem er andere Fakten nicht beachtet - all dies darf ein Dokumentarfilm und bleibt dennoch journalistisch. Nur eines muss ein Dokumentarfilm beachten, wenn er seinem eigenen Anspruch gerecht werden will: Er muss eine Gegenstimme zumindest zu Wort kommen lassen. Wenn ein Regisseur einen Film macht, ohne dabei seine eigene Sichtweise jemals in Fragen zu stellen, dann betreibt er PR oder (im schlimmsten Falle) Propaganda.

Ich hatte eine wage Ahnung, dass es auch bei Wal-Mart nicht ganz koscher zugeht. Die aggressive Marketing-Strategie des Konzerns war mir zuwider, und ich hoffte, durch diesen Film meinen Horizont zu erweitern. Im Grunde genommen gehörte ich damit schon zur potentiellen Zielgruppe des Films; trotzdem musste ich mich nach dem Abspann arg zusammenreissen, um nicht sofort mein gesamtes Geld abzuheben und es in den nächsten Wal-Mart zu tragen - aus Protest gegen 90 Minuten geifernde, schamlos einseitige Gehirnwäsche.

Der Film beginnt in einer Kleinstadt, irgendwo im ländlichen Amerika, ein Ort an dem die Wäsche noch aprilfrisch, der Mais saftiggelb und die Kinder rotbackig sind und in jedem Haus ein Apfelkuchen auf dem Fenstersims abkühlt; und natürlich ein Ort an dem derbes Bauernvolk schon seit Generationen hart und ehrlich für den amerikanischen Traum arbeitet, und den familienbetriebenen Tante-Emma-Laden an den Erstgeborenen weitergibt.

Zumindest war dies alles so, bis Wal-Mart eine Filiale in der Stadt eröffnete; denn nach Einblendung eines schreienden Schriftzugs in Blockschrift "WALMART GREIFT AN", ertönt auch schon bedrohliche Death-Metal-Musik; dazu bekommen wir Filmmaterial der Bauarbeiten zu sehen: Baggerzähne bohren sich brutal in jungfräulich-amerikanische Erde; Planierwalzen ebnen indianisches Land ein, Flüsse werden trockengelegt. Und in diesem journalistischen Duktus geht es weiter.

Was diesem Film fehlt, ist ein roter Faden oder auch nur ein leises Gespür für die Aufmerksamkeitsspanne seiner Zuschauer: Denn der überwiegende Großteil des Films besteht aus Interviews mit Menschen, die sich in irgendeiner Weise von WM geschädigt oder benachteiligt fühlen. Obwohl "Interview" in diesem Zusammenhang nicht ganz zutrifft, nennen wir}s lieber "Statements" - denn nur die wenigsten dieser Auftritte gehen über einen einzigen Satz hinaus, und wenn der Zuschauer dabei seinen Lidschlag falsch setzt, hat er bereits einen ganzen Auftritt verpasst. Dabei verarbeitet der Film alles, was sich auch nur in irgendeiner Weise gegen den Konzern ins Feld führen liesse, zu einem verwirrend-zusammenhanglosen Themenbrei: Opfer unbezahlter Überstunden treten neben sexuell belästigten Frauen auf; Besitzer von Familienunternehmen, die WM aus dem Geschäft drängte, dürfen neben ausgebeuteten Immigranten ihr Leid klagen. Selbst beklagenswerte Menschen, die nach einem nächtlichen Einkauf auf dem Parkplatz überfallen wurden, schieben das noch der Konzernleitung in die Schuhe.

Diese rasante Montage von Reizwörtern, die wie Hammerschläge auf den Zuschauer niederprasseln ("Man hat mich dort Nigger genannt"), dient wohl dazu, das Urteilsvermögen des Zuschauers zu übertäuben, denn die meisten Darlegungen des Films halten einer näheren Betrachtung kaum stand:

Eines der Hauptargumente des Films ist, dass WM seinen Mitarbeitern bis heute keine Gesundheitsvorsorge bezahlt. Allerdings ist eine Verkaufsposition in einem Einkaufszentrum ja nicht unbedingt ein Beruf, in dem gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Risiken zu erwarten sind - abgesehen davon zahlten ja auch die unzähligen von WM verdrängten Tante-Emma-Läden ihren Angestellten keine Rentenversicherung, aber solange es sich dabei um Familienunternehmen handelt, ist diesem Film das vollkommen gleichgültig - es geht nur um den Effekt.

Zwischendrin malträtiert der Film den Zuschauer mit hastig abgespultem Zahlenwerk und ausladenden Statistiken, die angeblich die maßlosen Ausgaben WMs bloßstellen sollen. Allerdings fehlt auch hier ein Gegenpol, um die jeweilige Zahl in einen erklärenden Kontext zu bringen: Da ist 1 Milliarde Dollar mal alarmierend hoch, wenn WM in einem Monat soviel einnimmt, aber himmelschreiend niedrig, wenn es um WM}s Steuerabgaben geht. Und immer wieder heisst es, WM habe seine Mitarbeiter "hintergangen", "betrogen" oder "sein Wort gebrochen" - aber ein offizielles Dokument, ein Vertrag, in dem sich der Konzern tatsächlich zu irgendetwas verpflichtet hätte, gibt es nicht.

Selbst wenn man all dies noch erträgt und als wahr und unverfälscht akzeptiert, wäre es doch irgendwann an der Zeit die Gegenstimme zu Wort kommen zu lassen, um zumindest Wal Mart fairerweise die Gelegenheit zu geben, sich zu erklären und seine Maßnahmen zu rechtfertigen. Aber der Regisseur versucht nichteinmal einen Fürsprecher von Wal-Mart für ein Interview gewinnen. Die einzigen Bilder, die wir von der Führungsriege bekommen, stammen aus dem Archivmaterial einer Wirtschaftsversammlung, in der der WM-Geschäftsführer die hohen Verkaufszahlen und Fortschritte seiner Kette anpreist; und der Regisseur entblödet sich auch nicht, diese Szenen mit einer Musik zu unterlegen, die in anderen Filmen Auftritte von Sauron oder Darth Vader begleiten könnte.

Nach anderthalb Stunden Schlagwort-Dauerfeuer unterlegt mit einem manipulativen Musikpotpurri; vielem, was nur so daherbehauptet wird, und undurchsichtigen Power-Point-Diagrammen, auf denen immer jemand benachteiligt wird, oder Wal Mart fette Gewinne einstricht, zieht der Film eine Bilanz. Und die lautet verkürzt: Es gibt kaum einen Missstand auf der Welt, der von Wal Mart entweder verursacht wurde, oder ausgenutzt wird. Egal ob es um Ausbeutung von Arbeitskräften, Preisdrücken, Lohnkürzung, Sexismus, Umweltverschmutzung, den Ruin von historischen Stätten oder die Bildungsmisere geht (weil Wal-Mart-Gebäude so große Grundstücke besetzen, die eigentlich für Schulen benutzt werden könnten), ohne Wal Mart wäre die Welt ein besserer Ort. Nur eines lässt der Film unerwähnt: Dass nämlich tagtäglich Millionen von Amerikanern bei Wal-Mart einkaufen, weil dieser Laden eben einer der billigsten der Welt ist. Aber dass die braven US-Bürger die globale Misere mitverursacht haben, passt natürlich gar nicht ins Bild einer gesichtslosen, übelwollenden Großmacht, gegen die man ohnehin nichts ausrichten kann.

Egal ob man für oder gegen Wal Mart ist; ob Kommunist oder Kapitalist; faktenverdrehende Meinungsmache wie dieser Film, die an die niedrigsten Instinkte appelliert, ist eine Beleidigung für jeden selbstständig denkenden Menschen und hat nichts mehr mit journalistischer Reportage zu tun. "Der hohe Preis der Niedrigpreise" ist so platt, so überdreht und schäumend in seiner antikapitalistischen Botschaft, dass man hinterher den Gedanken nicht loswird, der Film sei ein Auftragsprojekt der Wal-Mart-Führungsetage um seine Gegner lächerlich zu machen.

Diese Rezension von Dimpfel fanden 10 von 12 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Ton liegt in Englisch und Deutsch vor

Ergänzend zu den Hinweisen von "Movieman": - Bei der mir von amazon.de am 20.01.2007 gelieferten DVD liegt der Ton in 3 VERSIONEN vor. ---- 1.) In Deutsch 2.0 ---- 2.) Deutsch 5.1 DTS ---- 3.)Englisch 2.0. Zudem lassen sich deutsche Untertitel einblenden. - (Eine Bewertung wollte ich nicht abgeben, da es mir nur um diesen technischen Hinweis geht, der vielleicht als Kaufentscheidung für manchen wichtig sein kann. - Das Feedback-System zwingt mich aber, eine Bewertung abzugeben, da dieser Beitrag sonst nicht veröffentlicht wird. Also wähle ich dimplomatische 3*** als Mittelwert, ohne damit aber (wie gesagt) wirklich eine Wertung abgeben zu wollen.)

Wal Mart - Der hohe Preis der Niedrigpreise



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