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Ein junger Mann, Jonathan, sucht in der Ukraine die Frau, die während des Zweiten Weltkriegs seinem jüdischen Großvater das Leben gerettet hat. Zunächst scheint es nur darum zu gehen, unter bizarren Umständen die Fragmente der Familiengeschichte zu rekonstruieren. Doch bald gewinnt die Reise durch eine Reihe bewegender Offenbarungen überraschend an Bedeutung: Wie wichtig ist es, Erinnerungen zu bewahren? Wie gefährlich sind Geheimnisse? Wie geht man heute mit dem Holocaust um? Was bedeutet Freundschaft? Was Liebe? Dem Schauspieler Liev Schreiber ('Der Manchurian Kandidat') gelingt mit seiner Adaption von Jonathan Safran Foers komplexem Bestseller ein kongeniales Regiedebüt zu dem er selbst das stimmige Drehbuch verfasste. Niemals sentimental, nie mit erhobenem Zeigefinger erzählt, gleichermaßen witzig wie tragisch, lädt diese kluge Arbeit zu einer emotionalen, von Menschlichkeit geprägten Reise ein. Elijah Wood besticht als nimmermüder Familienarchivar ebenso wie Newcomer Eugene Hutz als Erzähler. Schräge Filmkunst vom Feinsten.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Manche Leute sammeln Briefmarken, andere Zigarrenbanderolen oder Teetassen. Jonathan sammelt Familienerinnerungen Fotos, Karten, falsche Zhne, eine Hand voll Erde alles kommt in eine kleine Plastiktte und wird an die Wand gehngt. Doch manche Erinnerungen lassen sich nicht festnageln Jetzt will Jonathan in die Ukraine reisen, um die Frau zu suchen, die seinen Grovater 1942 vor den Nazis gerettet hat. Liev Schreiber Scream, Der Manchurian Kandidat wechselt erstmals hinter die Kamera, er schrieb die Filmfassung zu Jonathan Safran Foers gleichnamigen Bestsellers und inszeniert ihn als bewegendes Roadmovie. Elijah Wood spielt den verklemmten Jonathan und Eugene Hutz seinen radebrechenden urkrainischen Reisefhrer. Wir begleiten die beiden bei einem Kulturaustausch der besonderen Art die Strae bringt sie zwar ans Ziel, allerdings ganz anders als erwartet. Am Ende sind sie erleuchtet und wir auch.
Unbedingt ansehen! "Alles ist erleuchtet" ist ein wunderbar schräges, poetisches, kauzig-skurilles und liebenswertes filmisches Kunststück und ein ganz tolles Regiedebüt von Liev Schreiber, den ich vor allem als Protagonist in nicht sonderlich berauschenden 08/15-Hollywood-Produktionen in Erinnerung hatte. Dieser Film ist von Hollywood-typischen Manierismen jedoch Lichtjahre entfernt und verzaubert mit glänzenden Schauspielern, schrägem Soundtrack und berührender Geschichte.
Malerische, manchmal traumhafte Landschaften und ein eigener Menschenschlag machen Lust auf Entdeckung der Ukraine und dieser Film, als Roadmovie der speziellen Art, verzaubert (trotz amerikanischem Regisseur und Hauptdarsteller) den Zuschauer mit Bildern und Geschichten, die man so von Amerikanern eher nicht erwartet und auch nicht gewohnt ist.
Elijah Wood glänzt als amerikanischer "Fremdkörper" in der Ukraine, der mit überdimensionaler Hornbrille, seinem Sammlertick und seinem Vegetarismus in dieser Umgebung manchmal so verloren wirkt wie ein Marsmännchen auf der Erde. Eugene Hutz, dem man hoffentlich in Zukunft noch öfters begegnen wird, spielt ein charmantes Schlitzohr und ist das ideale ukrainische Gegenstück zum bebrillten Sonderling aus den Staaten. Sammy Davis Jr.Jr. ist eine tolle, liebenswerte Nummer für sich (mehr sei zu ihm nicht verraten) und der Grossvater mutiert im Laufe der Geschichte vom grantigen, schrulligen Kautz zum liebenswerten Opa, der eine ganz eigene Geschichte vorzuweisen hat.
Es ist ein Vergnügen, diese vier auf ihrer Reise zu begleiten, auch wenn die in der ersten Hälfte vorherrschende unbeschwert-heitere Stimmung in der zweiten Hälfte langsam, und ohne Bruch, ins Traurig-Melancholische kippt.
Der Film erzählt vom Zusammenprall der Kulturen, von menschlichen und sprachlichen Gegensätzen, die kaum größer sein könnten. Auf der Suche in die Vergangenheit werden jedoch immer mehr Gemeinsamkeiten offenbar, Sprach- und Kulturunterschiede verschwinden und eine Begegnung auf einer ganz neuen Ebene wird möglich und findet statt.
Liev Schreiber hat es verstanden, einen zutiefst berührenden und menschlichen Film zu schaffen über eine Reise in die Vergangenheit, über Menschen von heute und gestern und vor allem über die Tragödie der Juden im vergangenen Europa.
Schöne Bilder, aber ...Liev Schreiber hat auf einen Handlungsstrang der literarischen Vorlage fast völlig verzichtet, nämlich die längst vergangenen Geschehnisse im Örtchen "Trachimbrod", das der Held, Jonathan "Jonfen" Safran Froer, während seiner Jetztzeit-Odyssee durch die Ukraine sucht - um seine eigenen Wurzeln zu finden. Im Buch machen diese überaus skurillen Geschichtchen einen Großteil der Erzählung aus, und dadurch auch irgendwie ihren Reiz. Die Verfilmung aber blendet nur kurz zurück, und sie berichtet in der Hauptsache von der Irrfahrt durch dieses seltsame Land, das die Sowjetzeit noch nicht ganz hinter sich gelassen hat, aber auch in der Gegenwart noch nicht ganz angekommen zu sein scheint. Froer sitzt mit Alexander, seinem bauernschlauen "Dolmetscher", dessen Großvater, der sich für blind hält, aber das Auto steuert, und der Promenadenmischung "Sammy Davis jr. jr." im Trabbi, der durch die Provinz zweitaktet. Sie nächtigen in seltsamen Hotels, begegnen merkwürdigen Figuren, und obwohl sie ziellos umherzureisen scheinen, finden sie schließlich alle, wonach sie suchen: Froer seine Vergangenheit, der Großvater die Absolution, Alexander die eigene Zukunft, und der Hund einen Freund.
In zauberhaften Bildern, die sich zu wiederholen scheinen, ohne daß das störend wäre, zeigt Schreiber seine Figuren und die Landschaft drumherum, wie sie sind, direkt, fast nackt. Die großartig besetzten Nebenfiguren gehen nahe, aber Elijah Wood als J. S. Froer ist leider völlig daneben, als wäre er im falschen Film. Mit spärlicher Mimik, Konfirmationsanzug und Flaschenbodenbrille stakst er wie ein Pausenclown durch das Set, ein riesenäugiger Frodo in den Gewölben von Moria. Irgendwas geht da nicht zusammen, zumal Wood vom restlichen Personal schlicht an die Wand gespielt wird.
"Alles ist erleuchtet" ist ein schön fotografierter, manchmal etwas langatmiger, teilweise fehlbesetzter und die literarische Vorlage haarscharf verfehlender Film, der nichtsdestotrotz ein interessantes Erlebnis bietet.
Einfach nur Fantastisch!Zuvor: Das Buch habe ich (noch) nicht gelesen, habe einen Trailer von dem Film gesehen und bin dadurch neugirig geworden.
Und was wurde ich belohnt! Ein Film abseits jeglichen Hollywood-Einheitsbreis, der es schafft, mit wundervollen Aufnahmen und ausgezeichneten Schauspielern zu überzeugen. Eine Geschichte, die von Anfang an fesselt, spannend erzählt wird und mit grandiosen Humor unterlegt ist. Tragik und Komik wechseln sich geschickt ab, so das man teilweise ein wenig in seinen Emotionen hin und hergerissen ist. Dabei ist zu erwähnen, das der Humor niemels flach oder albern ist, aber trotzdem (oder wohl gerade deswegen) stellenweise herzlich gelacht werden kann.
Alles im Allen ein wunderschönes Werk, das eigentlich alles enthält, was einen guten Film ausmacht. Großen Respekt an Liv Schreiber, der hier sein Regiedebüt abliefert und dabei ganze Arbeit geleistet hat!
Wunderschöne Umsetzung vom Buch zum FilmBevor ich den Film gesehen habe, habe ich bereits das Buch gelesen und ich muss sagen, dass der Film sehr gut umgesetzt wurde.Humor,Poesie aber auch dramatische Augenblicke kommen sehr gut rüber und die schauspielerische Leistung ist excellent.Der Film ist auf jeden Fall sein Geld wert.
Der schönste Roadmovie der WeltElija Wood hat alles richtig gemacht als er die Hauptrolle zu diesem Film annahm. Er schafft es mit Bravour, sich von Frodo aus Herr der Ringe zu lösen und spielt hier in dem wohl schönsten Roadmovie den ich je gesehen habe. Die Charaktere sind allesamt einwenig duchgeknallt, aber jeder für sich liebenswert. Die Geschichte ist stets spannend aber auch lustig und tragisch zugleich. Ein gänzlich unamerikanischer Film.