Einfühlsam inszenierte Verfilmung des gleichnamigen Sachbuch-Bestsellers von Andrea Sixt durch Anna Justice. Marie Zielcke verkörpert großartig eine junge Frau, die eine Krebserkrankung als Chance begreift.
'Der Krebs war das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist. Ich weiß, das klingt komisch, aber genauso ist es', kann Andrea (Marie Zielcke) am Ende des Filmes zu ihrem Ex Elias (Steffen Schroeder) sagen, der sie verlassen hatte, als sie an Brustkrebs erkrankte. Doch bis dahin war es ein weiter Weg, vom nicht-Wahrhaben-wollen der Diagnose, über das Verdrängen, bis hin zum Bruch mit alten Gewohnheiten. Denn Anna will es immer allen Recht machen, im Beruf genauso wie in ihrem Familienleben. Erst durch die Auseinandersetzung mit der Krankheit lernt sie, ihrem Bauchgefühl zu folgen und auf ihr persönliches Wohlergehen zu achten. Sie krempelt ihr Leben um, obwohl ihr die Angst im Nacken sitzt, dass sich der Krebs in ihrem Körper ausgebreitet haben könnte. Unterstützt durch ihre Freundin und Kollegin Günes (Jasmin Tabatabai) schmeißt sie ihren Job hin und erlebt als freiberufliche Modeschöpferin einen Neuanfang. Sie lernt, sich trotz der amputierten Brust ganz als Frau zu fühlen und entdeckt mit Nicholas (Steffen Groth) die wahre Liebe.
Bei diesem Stoff hätte man viel falsch machen können, denn Kitsch-Fallen lauern zuhauf, doch die Produzenten von Sam-Film, Ewa Karlström und Andreas Ulmke-Smeaton, Drehbuchautorin Andrea Sixt und Regisseurin Anna Justice (auch Drehbuchbearbeitung) machen alles richtig. Durch Marie Zielkes pragmatische, zupackende Art wird 'Noch einmal Lieben' selbst dann nicht pathetisch, wenn Anna nach der Brustamputation und der Trennung von Elias den Mut verliert. Man sieht ihr auch in den unangehmsten Momenten des Filmes gerne zu und hofft, dass sie im Kampf gegen die Krankheit den Sieg davon trägt. Jasmin Tabatabai stellt sich als beste Freundin ganz in den Dienst der Sache und endlich darf der männliche Hauptdarsteller Steffen Groth auch mal seine weichen Seiten zeigen, was ihm überzeugend gelingt. Man kann nur hoffen, dass auch die Zuschauer sich von der Film-Diagnose Krebs nicht abschrecken lassen, sondern diesem bewegenden Film ebenfalls eine Chance geben. sw.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Verlag: polyband
Ausstattung: Dokumentation
Preis: 13,99 €
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