Hegel, G.W.F.

G. W. F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

G. W. F. Hegel, Phänomenologie des Geistes
  • Verlag: Akademie-Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2006-06-21
  • Format: Broschiert
  • Umfang: 306
  • ISBN: 3050042346
  • EAN: 9783050042343
  • Amazon.de Verkaufsrang: 123.868
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Beschreibung von buecher.de

Hegels im Jahr 1807 erschienene 'Phänomenologie des Geistes' kann ohne Zweifel zu den meistdiskutierten Werken der abendländischen Philosophiegeschichte gezählt werden. In ihr gelangt Hegels Philosophieren dazu, die Fülle alles Wissbaren zu einem einheitlichen, systematischen Ganzen zu organisieren. Dabei musste sowohl das Phänomen des Lebens mit dem erkennenden Bewusstsein, beide zusammen aber mit den geschichtlichen Entfaltungen des Geistes vermittelt werden, so dass sich die 'Wissenschaft der Erfahrung des Bewusstseins' zu einer 'Phänomenologie des Geistes' ausgestalten konnte. Zentral für Hegels Idee einer dialektischen Vermittlung ist das Prinzip der Anerkennung; dieses kann aus moderner Perspektive für die Ordnung unterschiedlicher Wissenssphären wie auch für aktuelle Konzeptionen praktischer Philosophie als wegweisend gelten. In den letzten Jahrzehnten sind durch die editorische und entwicklungsgeschichtliche Aufarbeitung des Jenaer Hegel Konzeption und systematischer Aufbau der Phänomenologie erstmals deutlich geworden.
Mit Beiträgen von Marcos Bisticas-Cocoves, Klaus Düsing, Marcus Joseph C. Flay, Andrea Graeser, Joachim Hagner, Dietmar Köhler, Luis Mariano de la Maza, Otto Pöggeler, Ludwig Siep und Elisabeth Weisser-Lohmann.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wissenschaft der Erfahrung des Bewußtseins, so lautete der ursprüngliche Titel von Hegels erstem, 1807 erschienenen Hauptwerk. Noch während der Buchbindearbeiten wurde er abgeändert in Wissenschaft von der Phänomenologie des Geistes, unter dem das Buch heute bekannt ist. Ähnlich verwickelt wie die Titelfrage und die Entstehungsgeschichte sind Struktur und Aufbau des Werkes, das, wie schon von Zeitgenossen beobachtet wurde, zwischen der Individualentwicklung des zu sich kommenden Bewusstseins und der kollektiven Bildungsgeschichte der Menschheit unproportioniert schwankt. Wollte man den Inhalt bündig zusammenfassen, könnte man vielleicht sagen, dass die Phänomenologie des Geistes darstellen will, wie das absolute Wissen, nach Hegel die vollkommene Übereinstimmung von Wissen und Gewusstem, in verschiedenen Gestalten des Bewusstseins erscheint und an ihnen sich auswirkt. Dieser Weg des Erscheinens, gleichsam die Odyssee des menschlichen Geistes, hat ihr eigenes Bewegungsgesetz, für das Hegel das Zauberwort Dialektik geprägt hat. Jeder erscheinende bewusstseinsmäßige Ausgriff auf einen Gegenstand, in dem Wissen und Gegenstand zur Deckung gelangen sollen, erweist sich als unzureichend, so dass jede Gestalt über sich hinausweist auf eine höhere, neue Bewusstseinsstufe, der sich die Erkenntnis wiederum anzugleichen hat. Erst wenn der Geist sich nicht nur anschaut, sondern sich wissend durchschaut hat, ist das Werden der Wissenschaft in der Philosophie vollendet. Für die Erforschung des menschlichen Selbstverständnisses in der historisch gewachsenen, modernen Wirklichkeit, ist die Phänomenologie des Geistes ein einzigartiges Dokument. Lehrstücke wie die Dialektik von Herrschaft und Knechtschaft wurden zu einem Schlüsseltext marxistischer Gesellschaftskritik und bilden noch heute einen Anknüpfungspunkt in sozialphilosophischen Debatten. --Jens Kertscher

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Philosophie-Student fanden 65 von 77 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Schlechte Ausgabe ohne Seitenkonkordanz

Die Voltmedia-Ausgabe von Hegels "Phänomenologie des Geistes" ist für Studierende oder solche, die sich mit dem Text wissenschaftlich auseinandersetzen wollen/müssen, ausdrücklich NICHT zu empfehlen. Entscheidenster Mangel: dem Buch fehlt eine Seitenkonkordanz, die es mit anderen, in der Sekundärliteratur zitierten, Hegel-Ausgaben vergleichbar machen würde. Das zufällige Durchblättern des Buches auf der Suche nach der entsprechenden Textstelle ist eine Zumutung. So wird die Voltmedia-Ausgabe für wissenschaftliches Arbeiten faktisch unbrauchbar. Für Studierende oder andere wissenschaftlich Arbeitende gilt hier: Hände weg.

Diese Rezension von Michael Baumann fanden 19 von 28 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Das ab-solute Wissen:" die Weltseele reiten (ge)sehen"

Hegel: kann als der eigentliche Begründer dessen angesehen werden, was im Zeitalter des deutschen Idealismus (also etwa der Hochzeit des "Dreigestirns": Fichte, Schelling, Hegel) als "spekulative Philosophie" bezeichnet wurde, gelten. Und das heißt: daß das von Kant ausgegebene Diktum, das Seiende im Ganzen (Welt, Freiheit, Mensch, Gott) sei nicht wissbar, wird bestritten. Und nicht nur das: die "Phänomenologie", so meinte Hegel - man müsse nur lesen... - beweise, daß jene "intellektuelle Anschauung" durchaus möglich sei.

So ist also jenes Buch - eines der schwierigsten überhaupt - eine Untersuchung über die Erfahrungen des Bewusstseins mit sich - Wissen genannt-. Und um auch das sehr beliebte - weil Furore machende - Wort "Dialektik" ins Spiel zu bringen: jene bewirkt, daß in jenem dialektischen Fortgang des Bewusstseins, das ständig seine Erfahrungen mit sich "aufhebt", irgendwann die Welt, dieses in "Negativitäten" zersplitterte Eine wieder in seiner Ganzheit erkannt wird. Zitat: "Das Wahre ist das Ganze." Und das nennt sich : das Wissen vom Wissen, oder: Das Wissen, das sich selbst weiß, oder, schlicht: das absolute Wissen, Weltgeist.

Unnötig zu sagen, daß die Phänomenologie schon wegen des äußerst geschichtsträchtigen IV. Kapitels - Stichwort Herr-Knecht-Dialektik- seine Stellung als Hauptwerk der Philosophie nicht zu unrecht innehat.

Zu-letzt sei noch eine Bemerkung zur "feministischen" Auslegung gestattet, daß es solche -zu schwierigen- Texte nicht brauche, außer um kommerziell ausgebeutet werden zu können: damit wird man der gesamten Strömung der Philosophie des 20. Jahrhunderts - von Kant bis Marx - nicht gerecht; zwei von vielen möglichen Beispielen: der gesamte sog. Marxismus mit seinem "dialektischen Materialismus"; Sartre mit seinem "Das Sein und das Nichts" : alles das würde es ohne die Phänomenologie des Geistes nicht geben (gegeben haben), und kann, das ist der Horror schlechthin, strenggenommen, ohne jene nicht verstanden werden.

Zugegeben: ohne trifftige und tiefgehende Vorbildung ist es in der Phänomenologie des Geistes "zappenduster", keine Hoffnung: das kann aber doch wohl nicht darüber wegtäuschen, daß es sich um eine der wichtigsten Schriften in der Philosophie handelt und eine der größten Leistungen, die der menschliche Geist vorzuweisen hat. Und damit sollte man nicht verschwenderisch sein; so etwas gibt es (schon gerade heute) nicht mehr so oft. Und übrigens: Wer sagte, daß Philosophie einfach sein muß ?

Diese Rezension von writerj82 fanden 17 von 25 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Phänomenologie des Geistes!

Ganz klar festzulegen ist, dass eine Rezension in diesem Rahmen kaum möglich sein kann. Hegel ist zweifellos einer der bedeutendsten Denker und demnach waren/sind auch seine Werke für die Entwicklung der Gesellschaft (zumindest in Europa) ausschlaggebend. Philosophen und Philosophieinteressierte können die Phänomenologie des Geistes nicht ignorieren, genauso wenig wie andere Werke von Platon über Kant bis Adorno. Tatsache ist, die Phänomenologie des Geistes ist schwer zu lesen und ohne Begleitliteratur oder ausreichendes Hintergrundwissen kaum zu verstehen; angemerkt sei, dass Hegel seine Philosophie als System versteht, wie beinahe jeder andere Philosoph und eben die Phänomenologie des Geistes als Lesestoff allein nur bedingt Licht ins "Verstehen" bringt. Wer hinter die Kulissen der menschlichen Entwicklung blicken möchte, wird dieses Buch nicht ausschlagen können, - und wer von Literatur begeistert ist, verschlingt diese sprachlichen Stacheldrahtgeflechte ohne murren, mit Freude. Ich würde das Buch jederzeit empfehlen; Weltunterhaltung, fast umsonst!

Diese Rezension von Rolf Dobelli fanden 24 von 37 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eines der schwierigsten und wirkmächtigsten Philosophiewerke

Hegels "Phänomenologie des Geistes" ist kompliziert. Es ist vielleicht sogar das komplizierteste, unverständlichste Buch der ganzen Philosophiegeschichte. Hegel unternimmt auf etwa 600 Seiten den Versuch, die Erscheinungsweisen des menschlichen Geistes zu untersuchen: von Wahrnehmung über Verstand, Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Vernunft, Geist und Religion bis zum "absoluten Wissen", der Philosophie. Hegel vollendete die Schrift in Jena gerade zu jener Zeit, als Napoleon sich anschickte, den Preußen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt eine vernichtende Niederlage beizubringen. Kein Wunder, dass Hegel in Napoleon den "Weltgeist zu Pferde" vorbeireiten zu sehen meinte. Hegels Werk ist nicht nur - neben Fichtes und Schellings - eine weitere Ausformung des deutschen Idealismus, sondern außerdem eines der bekanntesten und meistkommentierten Werke der Philosophie überhaupt. Vor allem dank des Prinzips der Dialektik: Aus einer Folge von Negationen entwickelt sich der Geist, aber auch die Wirklichkeit zu immer höheren Formen. Dies lässt sich in den kleinsten Erscheinungen der Natur ebenso beobachten wie in der Geschichte der Menschheit. Hegels Ruhm mehrte sich mit seinen Kritikern und Interpreten. Zu den bekanntesten gehört Karl Marx, der einige Elemente von Hegels Systems "vom Kopf auf die Füße" stellen wollte.

Diese Rezension fanden 36 von 58 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Der Kopf oder das Buch?

Wenn ein Buch gegen einen Kopf schlägt und es klingt hohl, dann liegt das wohl eher am Kopf als am Buch. Kaum einem Philosophen ist eine derart verzerrte und entstellte Rezeption zuteil geworden wie Hegel. Als bestes Beispiel kann wohl das Buch von Karl Popper: "Die offene Gesellschaft" gelten, in welchem man auf engstem Raume die größtmöglichen Fehlinterpretationen bezüglich Hegel nachlesen kann. Man soll doch, bitte schön, Hegel selbst einmal lesen und nicht, nur weil dies schwierig und arbeitssam ist, sich in einem selbstgefälligen Egoismus gefallen und Behauptungen nachplappern, die mal jemand in die Welt gesetzt hat. Hegels Philosophie, allem voran die "Phänomenologie des Geistes" gehört zu dem Anspruchvollsten, was die Philosophie zu bieten hat und bereichert Jeden, der sich daran vorurteilsfrei abarbeitet. Die philosophische Durchdringung und Auflösekraft Hegels ist bis heute unerreicht.

G. W. F. Hegel, Phänomenologie des Geistes



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