Kante

Die Tiere sind unruhig

Die Tiere sind unruhig
  • Label: Labels (EMI)
  • Erscheinungsdatum: 2006-08-03
  • Format: Audio CD
  • EAN: 0094636544403
  • Amazon.de Verkaufsrang: 34.296
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Beschreibung von buecher.de

So spannend wie diesmal klang bis jetzt noch kein Album der Band aus der Hansestadt, obwohl kein Song unter fünf Minuten bleibt. Zwei Jahre nach ihrem letzten Longplayer 'Zombie', mit dem die Band aus Hamburg bis auf Rang 32 der deutschen Charts vorstieß, überzeugt Kante auf 'Die Tiere sind unruhig' mit sieben eindrucksvollen Songs. Die Formation um Sänger und Texter Peter Thiessen präsentiert sich diesmal deutlich entspannter als bisher. Man hört Stücken wie 'Ich hab's gesehen' oder 'Nichts geht verloren' an, wie viel Spaß die Gruppe bei den Aufnahmen unter Regie von Moses Schneider (Tocotronic, Beatsteaks) hatte. Die neuen Aufnahmen klingen kompakter als je zuvor. Kante haben sich auf 'Die Tiere sind unruhig' zwar nicht komplett neu erfunden, aber sie probieren immer wieder neue, oft ungewohnt rockige Wege aus - wie zum Beispiel im Titel 'Die größte Party der Geschichte'. Dabei schrecken sie auch vor dezenten Anklängen an Progressive-Rock-Bands wie King Crimson nicht zurück. Doch Kante vermengen diese Zitate immer wieder sehr geschickt mit unterhaltsamen Einfällen. So überzeugt Gitarrist Felix Müller in dem Song, in dem die Band vor ein fiktives Weltgericht geladen wird und der am Ende zu einer ausgelassen grooven Jazz-Funk-Nummer mutiert, als rappender Türsteher.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Product Description

DIE TIERE SIND UNRUHIG

Aus der Amazon.de-Redaktion

Oh, wie das gut tut, dass Kante auf Die Tiere sind unruhig verstärkt auf Rock setzen. Nicht, dass die 1995 gegründete Band ihn auf ihrem erst vierten Album neu entdecken, sie schienen ihn die Hamburger nur aus den Augen verloren zu haben. Gerade der sehr durchkonstruierte Vorgänger Zombi erweckte den Eindruck, als wollte das Quintett um Sänger und Textschreiber Peter Thiessen Blumfeld in die musikalische Elegie folgen - was auch mit geschichtlichen Querverbindungen und daraus resultierenden Einflussnahmen zu tun haben mochte. Fast schien es, als würde durch das lange Verharren mit dem damaligen Produzenten Tobias Levin jeglicher Spaß an der Musik verloren, als würden erste Ideen verschütt gehen. Auf Die Tiere sind unruhig zeigen sich Kante von ihrer kraftvollen und in diesem Ausmaß ungewohnt gradlinigen Seite, woran Produzent Moses Schneider (Tocotronic, Beatsteaks, Ohrbooten) maßgeblichen Anteil gehabt haben dürfte. Für die finale Abmischung sorgte Michael Ilbert, der schon Material der Hives, Hellacopters oder Kaiser Chiefs bearbeitete. Alles Namen, die oft nur im Hintergrund oder klein im Booklet stehen, hinter den aber Könner stehen, die Die Tiere sind unruhig ihr kantiges (um mal zu kalauern) Gerüst verpassten. Das wird von den jungen Männer um Kapitän Thiessen dank aufgestauter Energie und Lust auf Rohheit ausgekleidet und Inhalten gefüllt. Wann haben die von viel Kopflastigkeit befreiten Kante schon mal so die Hosen runtergelassen wie in der funkigen Nummer „Die größte Party der Geschichte“, in der Gitarrist Felix Müller rappt und in der Kante einen Termin im Himmel versemmeln, weil der Anfahrtsweg schlecht beschrieben war. Ansonsten aber befinden sich Kante auf dem richtigen Kurs. --Sven Niechziol

Titelliste
1.Die Tiere sind unruhig
2.Ich hab's gesehen
3.Nichts geht verloren
4.Die grösste Party der Geschichte
5.Die Wahrheit
6.Ducks and daws
7.Die Hitze dauert an
Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Adam Heise fanden 7 von 8 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Nicht das hochgelobte Meisterwerk, aber eine gute Platte

Natürlich waren die Erwartungen riesig. Wären sie nach dem 2004er Meisterwerk "Zombie" so oder so gewesen. Doch als wär das nicht genug gewesen, gaben Kante im Frühsommer diesen Jahres einige umjubelte Konzerte auf denen die neuen Songs mit einer solchen Energie vorgestellt wurden, dass man ganz großes erwarten konnte. Und dann fing auch noch die Presse am über die neuen rockigen Kante in Begeisterungsstürme auszubrechen. Platte des Monats beim Musikexpress (und das mit der höchsten Durschnittswertung, die je erzielt wurde), Platte des Monats bei der Vision, Platte der Woche bei Plattentest, Platte der Woche bei Spiegel (mit der vollen Punktzahl von 10/10). Hier und da war schon von der Platte des Jahres die Rede.

Und dann ist sie da, man schiebt sie ein und gehorcht dem Befehl: "This record should be played loud". Und dann: Nichts. Der Titelsong "Die Tiere sind unruhig" eröffnet das Album und enttäuscht auf ganzer Linie. Ein typischer Kante Song, ein gewöhnlicher Kante Song, mit gewöhnlichem Kante Songtext, das ganze eher durschnittlich bis schlecht. Doch nur ein Track nach dieser herben Enttäuschung folgt das Highlight namens "Ich hab's gesehen". Ein Monster von einem Song, einer der besten deutschen Rocksongs, die je geschrieben wurde. Damit kann der Rest der Platte dann nicht mehr mithalten. "Nichts geht verloren" ist gut, aber nicht umwerfend, "Die größte Party der Geschichte" ist ganz anders als man Kante bisher kannte, ob der Zwischenrap aber wirklich nötig gewesen ist, bleibt fraglich und "Die Warheit" rockt dann wieder mehr als ordentlich, inklusive gänsehautbringendem Übergang in einen zauberhaften Pianoteil.

Man versöhnt sich dann doch mit dem Album, denn "Ducks And Dawns" ist kein Lückenfüller, sondern das beste Instrumental, was Kante bisher gemacht haben und es mit "Die Hitze dauert an" wunderschön ausklingt.

Das vermutete bedingungslose Rockalbum ist es nicht geworden. Und auch kein Meisterwerk. Doch schaut man, was man am Ende auf der Habenseite verbuchen kann, sind es doch einige tolle Songs. Und ja. Insgesamt ein tolles Album.

Diese Rezension von Guido Kleinhubbert fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Kantastisch!

Also, Kante waren ja immer schon klasse. Allerdings musste man sich bei den ersten CDs eher einen Jasmintee aufbrühen, um das passende Getränk für den Musikgenuss zu haben. Das war zumeist sehr verkopft, Musik zum Nachdenken und Reinfinden, zum Draufeinlassen. Jetzt mache ich mir doch mal ein ordentliches Bier auf! Das klingt ja jetzt streckenweise so, als hätten die "Queens of the stone age" Philosophieunterricht genommen! Für mich das beste Album des Jahres.

Diese Rezension von F. Schattschneider fanden 6 von 8 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Zwischen Kantig und Kantate

Kante rocken, so wird allenthalben geschrieben, direkte Emotion wird uns serviert statt hoher Kunstfertigkeit. Doch bei näherem Hinhören fällt auf, dass eigentlich nur zwei oder drei von den sieben neuen Liedern als Rocksongs durchgehen würden. Der gradeste von diesen, "Die Wahrheit", gehört dann allerdings auch zusammen mit "Die größte Party..." - einem eher albernen Stilkonglomerat - zu den schwächeren Songs, hier werden die Achtel geschrubbt, die Melodie kommt über Rockklischees kaum hinaus und nur das ruhige Ende überrascht und versöhnt mit melancholischen Piano-Arpeggios.

"Ich hab's gesehen" dagegen ist in Arrangement und Komposition ein Geschwisterlein von "Zombi", drängt nach vorne und überrascht dann mit einem Refrain in bester Kante-Tradition, harmonisch und melodisch aufregend wie eh und jeh. Auch "Nichts geht verloren" schwelgt in brettigen Gitarrenwänden und Cinemascope-Streicherarrangements.

"Ducks and Daws" dagegen hätte auch wunderbar auf "Zombi" gepasst, dito "Die Hitze dauert an" und "Die Tiere sind unruhig".

Kante können so schnell nun doch nicht aus ihrer Haut, und das ist nun wahrlich nicht das schlechteste, denn simplen Hauruck-Schrubber-Rock gibt es nun doch zur genüge.

Diese Rezension von Marc Colling fanden 3 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Es rockt!!!

Gleich vorweg: ich hätte auch 5 Sterne vergeben, aber die Texte sind teilweise nicht überzeugend. Und auch die gehören zu einer richtig guten Platte. Sei's drum, die Musik hat jedenfalls 5 Sterne verdient, denn die ist un unserer heutigen Musikwelt mit ihren 3 Minuten Popnummern um Klassen besser als (fast) alles im Jahr 2006 gehörte.

Insgesamt nur 7 Songs bei rund 50 Minuten Laufzeit? Nun denn, für Improvisation ist also genügend Zeit. Und das nutzen Kante ausgiebig. "Die Tiere sind unruhig" ist ein guter Opener, mit einem (in diesem Song) richtig guten Text und einer gewissen Ohrwurmqualität, die allerdings nie zu kommerziell wirkt.

Dann der Übersong "Ich hab's gesehn". Dieser rechtfertigt allein schon die Investition in diese CD. Mein Gott, Wahnsinn......

Es geht sehr rockig weiter. Dann kommt ein Instrumental: "Ducks & Dawns", jazzig, experimentell, improvisiert, kurz gesagt, einfach nur genial.

Eine wunderschöne Ballade runder die CD ab (Die Hitze dauert an), man bleibt verblüfft sitzen und weiss: "Zombie" war sehr gut, "Die Tiere sind unruhig" allerdings auch. Nichts wäre ungerechter als die beiden Platten zu sehr miteinander zu vergleichen. Kante entwickeln sich auf sehr hohem Niveau weiter. Und das ist sehr gut so.

Diese Rezension von Hans Fuhrmann fanden 6 von 9 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Schade ...

..., aber auch igendwie verständlich. Der Vorgänger "Zombie" war und ist ein Meisterwerk unter den deutschen Tonträgern. Da hat es ein Nachfolger immer schwer. Das Kante schon immer in Bewegung waren, sich nie festgelegt haben, ist bekannt und auch gut so. So wurden nun hier auf "Die Tiere ..." deutlich rockigere Töne angeschlagen. Leider bleiben sie für mich hier doch recht flach. Es fehlt mir an Spannung, an melodischen Überraschungen. Es bleibt einfach zu wenig in den Gehörgängen hängen.

Ich war sehr gespannt auf den Nachfolger von "Zombie". Aber auch nach gut 15maligem Hören stellt sich keine Begeisterung ein. "Die Tiere ..." ist keine schlechte Platte, aber wer Kante mit "Zombie" schätzen und lieben gelernt hat, wird auf alle Fälle enttäuscht sein. Da helfen auch alle guten anderen Kritiken nichts.

Aber zum Glück ist und bleibt Musik immer noch Geschmackssache und ist individuell zu sehen. Man sollte Kante auf alle Fälle die Stange halten. Sie sind eine außergewöhnliche Band mit einem großen Spektrum an Möglichkeiten und einer ebensolchen Zukunft.

Und trotzdem ... schade ...

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